Das neue Buch von Heinz-Werner Kubitza

Der nächste Hammerschlag

Evangelikale und Kreationisten werden zum Sturm auf dieses Buch blasen. Und nicht allein sie, sondern auch die Schreiber, die ihren Brotberuf bei den offiziellen Kirchen haben. Sie sehen die Basis ihrer Existenz gefährdet. Früher hätte der Autor ein solches Buch nicht überlebt. Das Alte Testament kennt keinen Zweifel: Aus Lev 24, 10-16 folgt, dass jeder der den Namen des Herrn schmäht, zu steinigen sei.

Viel zu lange und vor allem bis in die neueste Zeit hinein hat sich die Religions- und Kirchenkritik freilich mit sekundären Inhalten abgemüht und die Medien haben kräftig mitgeholfen: Papst, Vatikan, Zölibat waren immer eine Sensationsmeldung wert. Doch jetzt beginnt sich der Wind zu drehen, jetzt kommen Inhalte aufs Tapet, hinter denen sich niemand verstecken kann. Gott wird zunehmend als eine nicht besonders geglückte Erfindung einer bestimmten Theologie entdeckt, und Hunderttausende suchen vor diesem zugerichteten Amtsgott, vor diesen Kirchen, die nicht die seinen sind, das Weite.

Die Jünger bleiben. Vor ihnen und ihren Gottesetikettierungen warnt mein Buch "Befreit Gott von den Gläubigen!" Und ich sage es gleich: Heinz-Werner Kubitza, der mein Buch verlegt hat, und ich unterscheiden sich im Glauben bzw. Nichtglauben an Gott, nicht aber in der Beurteilung der Bibel. Sie zeichnet ein Gottesbild, das alle Existenzrechte verwirkt hat. Lieber gar keine "Offenbarung" als eine solche.

Doch wer sagt das offen? "Denn während des ganzen Christlichen Zeitraums liegt der Theismus wie ein drückender Alb auf allen geistigen, zumal philosophischen Bestrebungen und hemmt, oder verkümmert, jeden Fortschritt. Gott, Teufel, Engel und Dämonen verdecken den Gelehrten jener Zeiten die ganze Natur: Keine Untersuchung wird zu Ende geführt, keiner Sache auf den Grund gegangen" (Arthur Schopenhauer).

Auf den Grund gehen? Endlich. Kein Reflexionsstopp mehr. Es bedarf solcher Bücher, wie Heinz-Werner Kubitza sie schreibt und dabei über die gängige Bibelkritik hinausgeht. Seine Trilogie beeindruckt mich: Jesuswahn, Dogmenwahn, Bibelwahn. Bücher wie Hammerschläge, Bücher die schlagen und treffen. Die Kirchen müssen sich ducken, und alle, die unter dem privilegierten Schutz dieser Organisationen den Status quo ihres angeblichen Glaubens bewahren wollen, werden sich warm anziehen müssen.

Heinz-Werner Kubitza beschreibt Wesensinhalte. Er legt die Axt an die Wurzeln des herkömmlichen Bibelglaubens und der üblichen Bibelverehrung. Er entlarvt das Alte Testament, eine Schrift, die vielen noch immer als "heilig" gilt, als ein Sammelsurium von frommen Anmutungen und von noch viel mehr: von religiösen, gewaltbereiten Extremismen. Für mich war überraschend, dass Kubitzas Buch (S. 181-232) die ansonsten hoch gelobten Propheten als die ersten historisch greifbaren Vertreter eines religiösen Extremismus aufführt. Zu diesem Problem wird sich noch eine umfassende Diskussion entwickeln müssen. Einen ähnlichen Anstoß durch Heinz-Werner Kubitza erhoffe ich auch für das Neue Testament.

Die Bibel ist zusammengestückelt, sie liest sich schlecht, und sie ist schlichtweg blasphemisch. Sie stellt Gott zumindest im Alten Testament nicht als einen Gott der Liebe, sondern weithin als einen widerwärtigen Psychopathen dar, der immer wieder droht und mordet. Andere waren viel weiter: "Zu dem Gedanken eines Welt-Schöpfers ist die Philosophie der Griechen nie herabgesunken, vor diesem krassesten aller Anthropomorphismen hat sie ihr gesunder Instinkt immer glücklich bewahrt" (Christian Friedrich Hebbel).

Zwar heißt Gott im Alten Testament relativ selten "Vater". Doch wird er immer - der Sache nach - als ein solcher verstanden. Als allmächtiger Träger von Herrschaft, d. h. in einer so typischen Vatereigenschaft wie der alttestamentlichen als absoluter Patriarch. Da Gott Vater ist und Herr, der nach der biblischen Schöpfungsgeschichte eine chaotische Natur zum Kosmos geordnet hat, schafft er allein Leben: der "Schöpfer". Unter seiner Herrschaft haben Frauen ihre lebenspendende Funktion eingebüßt (vgl. auch Kubitza, S. 164-166). Mütter bringen zwar nach wie vor Kinder zur Welt. Doch er gibt diesen das Leben, die "Seele". So haben wir es lernen müssen, auch dies ein "Scheinproblem einer angemaßten Wissenschaft".

Scheinprobleme und veritable Lügen. Die Bibel kann und darf beispielsweise auch nicht als Geschichtsquelle missbraucht werden. Das ist sie nicht und wird es nicht werden. Ihr geschichtlicher Wert ist weithin gleich Null. Schon die erzählenden Bücher des Alten Testaments sind Fiktionen (Gerd Lüdemann).

Ja, es wäre sehr vieles wegzunehmen, um die Bibel vor einem auch nur bescheidenen Maßstab heute zu fordernder Humanität und ethischer Minimalstandards bestehen zu lassen, insbesondere hier im Kernstück des Alten Testaments, den fünf Büchern Mose. Die hierin beschriebene Gesinnung der Gewalttätigkeit gegen Außengruppen (Fremdvölker, Andersgläubige, Abweichende) findet sich auch sonst erschreckend häufig in den biblischen Texten. Der humanitäre Standard des biblischen Gottes bleibt hinter dem seiner allermeisten heutigen Anhänger zurück. Jahwe ist ein "Gott des Krieges und der Gewalt" (Kubitza S. 15-51). Die ihm attestierten Eigenschaften sind fragwürdig: Ausländerfeindschaft (S. 107-112), Rachsucht (S. 118-120), Mitleidslosigkeit (S. 121 f.), Maßlosigkeit (S. 127-129), Vorliebe für schwarze Pädagogik (S.137-164).

Spuren dieser Eigenschaften werden bereits in der Bibel kritisiert. Der Prophet Ezechiel (20, 25 f.) lässt Gott sagen: "So habe denn auch ich ihnen Satzungen gegeben, die nicht gut waren, und Gebote, durch die sie nicht am Leben bleiben konnten… Ich wollte ihnen Entsetzen einjagen, auf dass sie erkennen, dass ich der Herr bin."

Das sind vereinzelte Stellen. Wertvolle Texte finden sich im Alten Testament ähnlich selten. Heinz-Werner Kubitza zählt sie auf (S. 295-308). Sie reichen freilich nicht hin, um aus dem so genannten Alten Testament einen tatsächlichen Beitrag zur Weltliteratur zu machen. Das werden Orthodoxe nicht gerne lesen, seien sie Christen oder Juden.

Humanitärer Standard? Die Kirchen legen gerade diesen nicht fest, die evangelikalen Jünger mit ihrem Buchstabenglauben erst recht nicht. Die Kirchen müssen sich so oder so die Frage gefallen lassen, warum sie, trotz der extrem inhumanen Inhalte, die Bibel immer noch mit finanziellem und personellem Aufwand und nach wie vor mit dem Anspruch verbreiten, eine absolute, letzte, göttliche Quelle von Verhaltensnormen zu vermitteln, ja geradezu eine Renaissance der Bibellektüre anstreben.

Der Psychologe Franz Buggle (1933-2011) hat darauf verwiesen, dass das bestehende Ansehen der Bibel außer auf den durch Angstinduktion gestützten psychologischen Strategien frühkindlicher Indoktrination auf einer hochselektiven, einseitigen Darbietung positiver Bibelstellen beruht. Dabei weist die Bibel als Basis aller christlichen Religiosität unübersehbare ethisch-humanitäre und psychologische Defizite auf. Und das hat seine Folgen, wie Thomas Paine, einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten (1737-1809) früh erkannt hat: "It is from the Bible that man has learned cruelty, rapine, and murder; for the belief of a cruel God makes a cruel man."

Wer hat Gott so grausam gemacht, wie er uns in der "Heiligen Schrift" entgegentritt? Mit fast schon faschistoiden Zügen? Ein grausamer Gott, eine grausame Schrift? Wir werden nicht mehr hinnehmen, dass sich grausame Menschen auf solches berufen können.

Heinz-Werner Kubitza: Der Glaubenswahn. Von den Anfängen des religiösen Extremismus im Alten Testament. 352 S. Hardcover. Tectum-Verlag. Marburg 2017. 19,95 Euro. ISBN 978-3-8288-3849-9 Auch als E-Book erhältlich

Kommentare (29)

Wolfgang (nicht überprüft)

Di. 7 Feb 2017 - 13:53

Schön, das es wieder ein neues Buch gibt. Aber leider wird es von den Gläubigen nicht gelesen und für die wäre es ja auch geschrieben. Die Gläubigen wissen nicht und wollen
auch nicht wissen, was sie eigentlich glauben (sollen) Das Denken wurde ihnen verboten, da wäre auch die Angst vor dem Allmächtigen. Besser dumm sterben als einmal denken.
Rauchen ist tödlich, steht auf jeder Zigarettenschachtel, hält sich aber kein süchtiger Raucher dran. Der Christenirrtum steht dem Raucher nicht nach.

Olaf Sander (nicht überprüft)

Di. 7 Feb 2017 - 16:22

Antwort auf von Wolfgang (nicht überprüft)

@ Wolfgang:

Jetzt lassen Sie aber bitte mal die Raucher im Dorf. Der Unterschied besteht doch darin, dass die Raucher vor allem einer zunächst stofflichen Abhängigkeit hinterherhecheln, während die Gläubigen wegen ihrer intellektuellen Faulheit in geistige Abhängigkeit geraten.

Deshalb vergleichen Sie Äpfel mit Birnen, vor allem aber tun Sie den armen Rauchern Unrecht. Mir ist ein kluger, aufklärender Kopf mit Kippe in der Hand lieber, als ein nichtrauchender Moralapostel, der mir was vom Pferd - Tschuldigung - vom Gott erzählen will.

Stinken tun Beide. Aber einen davon kann ich nicht riechen.

;o)

Heidi Dettinger (nicht überprüft)

Di. 7 Feb 2017 - 21:53

Antwort auf von Wolfgang (nicht überprüft)

"So habe denn auch ich ihnen Satzungen gegeben, die nicht gut waren, und Gebote, durch die sie nicht am Leben bleiben konnten… Ich wollte ihnen Entsetzen einjagen, auf dass sie erkennen, dass ich der Herr bin."
Dies als auch annähernd "wertvolles" oder kritisches Textbeispiel zu benennen ist schon ein bisschen komisch.
Wer anderen Entsetzen einjagen will, um seine Herrschaft anerkennen zu lassen, trägt nicht nur faschistoide Züge - er ist ein Faschist!

Horst Herrmann (nicht überprüft)

Mi. 8 Feb 2017 - 12:05

Antwort auf von Heidi Dettinger (nicht überprüft)

Ist das wirklich nicht ein Beispiel für einen gotteskritischen Text? Oder lese ich da falsch? Selten genug, dass der Gott des Alten Testaments vom eigenen Lager so angegriffen wird. Der Text distanziert sich doch ausdrücklich von dem, was dieser Gott angerichtet hat: Einjagen von Entsetzen, um der Herr zu bleiben, ist faschistisch. Aber ich finde, der Prophet hat Gott sich distanzieren lassen, oder nicht?

Dieter Bauer (nicht überprüft)

Mi. 8 Feb 2017 - 00:46

Antwort auf von Wolfgang (nicht überprüft)

Religionen sind Opium für's Volk!
Berauschende, betörende Wirkung wird genutzt, das Volk vom Denken ablenkend für Eigeninteressen zu manipulieren.
Welcher "Stückeschreiber" kann mir je das Denken untersagen oder unterdrücken?
Da werden Fantasiegebilde lustig unters Volk gestreut in der Hoffnung, dass sich genügend Rektalartisten finden, die den weiteren Gebildeausbau mehr oder weniger intensiv, hektisch und/oder von Dummheit geschlagen, weiter betreiben.
Wir sind weder erpressbar noch sind wir verbrecherisch ausgeübten Machtmissbrauch hilflos ausgeliefert, so wir uns des freien realitätsorientierten Denkens bedienen.
Geistliche jeden Couleurs, seien sie noch so (schein- oder ein)gebildt können dies niemals verbieten; auch nicht durch versuchte Gehirnwäsche.

Dr. Hans Gerha… (nicht überprüft)

Mi. 8 Feb 2017 - 03:26

Antwort auf von Wolfgang (nicht überprüft)

ja..ja..schlimm ist auch, dass wir Humanisten von Gauck , Merkel u. CO
als ""Unberührbare "" behandelt werden..
die fetten Gehälter der Bischöfe müssen
wir zwangsweise bezahlen ...und Hospitäler und Schulen sind oft kirchlich
.... obwohl wir Politiker wählen ...die das
Schul- und Gesundheitswesen sachbezogen organisieren sollten .
.... und ... schlimm ... diese "" heiligen ""
Träger missachten einfach so das
Grundgesetz . D. .. EU ... die blökende
Masse muss noch viel erkennen und lernen. ! ! bis dahin mästet sie die
weltlichen u. Reli - Volksverdummer ....

Thomas B. Reichert (nicht überprüft)

Mi. 8 Feb 2017 - 22:02

Antwort auf von Wolfgang (nicht überprüft)

Nein, die meisten "Glaubenden" glauben den religiösen Quark nicht. Die religiösen Gruppen sind nicht homogen. Natürlich gibt es Glaubende, aber die meisten wollen nur Feste, Rituale, Gemeinschaft ... dies sind die Mitläufer. Es gibt aber auch teilwissende Mitläufer, diese legen manche Texte allegorisch aus, dann haben wir noch Spiritualisten, Profiteure, Heuchler, Hirten ... sie alle belügen und betrügen sich und wollen doch von der Gruppe bzw. deren Macht - von dem Blutgeld unserer Ahnen profitieren. Und singen anschliessend "Halleluja".

Soetwas nennt man nicht Geisteskrankheit - man nennt es Religion.

Martin Weidner (nicht überprüft)

Sa. 11 Feb 2017 - 21:26

Antwort auf von Wolfgang (nicht überprüft)

Ich erlebe ständig, dass Christen zum kritischen Denken aufgefordert werden. Wie ich christliche Gemeinde erlebe, können Sie nicht gemeint haben. Atheisten wissen eben nicht und wollen auch nicht wissen, was sie eigentlich kritisieren, Das Denken wurde ihnen verboten, da wäre auch die Angst, man könnte Unrecht haben. Besser dumm sterben als einmal denken.

Wolfgang (nicht überprüft)

So. 12 Feb 2017 - 16:11

Antwort auf von Martin Weidner (nicht überprüft)

Ich denke, also bin ich kein Christ. Warum nichtdenkenden Christen auf die Füsse treten, wenn man sie vor den Kopf stoßen kann? Mein Glaube hängt nicht vernagelt an einem Kreuz.

Martin Weidner (nicht überprüft)

Mo. 13 Feb 2017 - 00:30

Antwort auf von Martin Weidner (nicht überprüft)

Natürlich kann man weder von Menschen, die an Gott glauben noch von denen, die das für Unsinn halten, so pauschal reden. Schon gar nicht kann man ihnen das Denken absprechen. Solche Redeweisen verbieten sich von selbst. Dem Humanismus widersprechen sie auf jeden Fall, genauso wie dem christlichen Glauben. Man entdeckt es meist nur beim anderen, weshalb ein fruchtbarer Austausch auf Augenhöhe allen helfen kann. Der wird aber durch solche Redeweise schwer gemacht ... Also, nichts für ungut, Wolfgang!

Klaus Bernd (nicht überprüft)

Di. 7 Feb 2017 - 15:34

Siehe auch "Böckenförde-Diktum"
Eine wirklich wichtige Frage, "Die Kirchen müssen sich so oder so die Frage gefallen lassen, ..., ja geradezu eine Renaissance der Bibellektüre anstreben.", die man aber auch so manchem Politiker stellen muss, wie z.B. A.Merkel, die den Kindern die Bibellektüre ans Herz legte und ihnen das stupide Auswendiglernen des Korans durch "muslimische Kinder" als leuchtendes Beispiel vorstellte.
Und fast alle Politiker - wie wir vor Kurzem wieder einmal erfahren haben, auch der LINKEN - müssen sich die Frage gefallen lassen, warum sie diesen Kirchen die Formulierung "allgemeinverbindlicher moralischer Normen" überlassen, ja sogar es nur ihnen allein zutrauen, statt das als gewählte Legislative selbst in die Hand zu nehmen. Auch A. Merkel meint ja immer wieder mal die kirchenfreundliche Fehlinterpretation des Böckenförde-Diktums aufwärmen zu müssen.
„Wer hat Gott so grausam gemacht, wie er uns in der "Heiligen Schrift" entgegentritt?“
Diese Frage hat Feuerbach in seiner Kritik des Christentums in allen Facetten durchdekliniert und kurz zusammengefasst: Das Gottesbild ist das Wunsch-Spiegelbild des Menschen. Und so muss man sich fragen, ob das krampfhafte Festhalten an diesen Texten als „Heilige Schriften“, ein heimliche Ideal derer dokumentiert, die daran festhalten. Ein Problem, das natürlich auch für den Islam und den Koran gilt. Auch mit den viel gepriesenen „geeigneten Hermeneutiken“ kann man die Brutalität mancher Textstellen nicht komplett zum Verschwinden bringen. T. Rießinger benennt in seinem lesenswerten Buch „Joseph-Ratzinger: Ein brillanter Denker ?“ als grundlegende Hermeneutik das „Palmström-Diktum“: nicht sein kann, was nicht sein darf. Woher aber jetzt nehmen, was nicht sein darf ? Ein guter Tipp: Die Erklärung der Menschen rechte; wird von Edelklerikern gerne mal als "Menschenwerk" abqualifiziert,
ist aber den ethischen Normen, die aus den "Heiligen Schriften" triefen allemal vorzuziehen.
Schon etwas älter aber in diesem Zusammenhang, trotz einiger Ungenauigkeiten, recht interessant aus dem Feuilleton der FAZ:
„Kanzlerin im Abendland Sie ist nicht der Staat – oder doch?
Schöne neue Welt zwischen Thron und Altar: Warum Angela Merkel und Reinhard Kardinal Marx mehr als der Islam dazu beitragen, dass das christliche Abendland in Deutschland schwächelt.
15.10.2015, von Christian Geyer „
Daraus der Schlusssatz: „Schöne neue Welt zwischen Thron und Altar: Es ist in unserem Land wohl alles noch ein bisschen verrückter als die kühnsten historischen Bilder erahnen lassen.“

Olaf Sander (nicht überprüft)

Di. 7 Feb 2017 - 16:23

@ Horst Herrmann:

Danke für diese wunderbare Rezension. Allerdings finde ich sie ein kleinwenig manipulativ. Ich habe beim Lesen die ganze Zeit "Kaufen! Kaufen! Kaufen!" gedacht.

@ Heinz-Werner Kubitza:

Danke!

Elisabeth Becker (nicht überprüft)

Di. 7 Feb 2017 - 16:53

Schöne Rezension. Aber nicht uneitel, dabei sehr prominent auf Ihr eigenes Buch zu verweisen. Das haben Sie sich gar nicht nötig oder?

Ich habe wirklich keine Eigenwerbung nötig, aber ich wollte Gemeinsamkeiten und Differenzen in der Gottes- und in der Bibelfrage ansprechen. Und was läge näher, als diese ohne langes Hin und Her an den beiden neuen Büchern von Heinz-Werner Kubitza und mir festzumachen?

Elisabeth Becker (nicht überprüft)

Do. 9 Feb 2017 - 16:51

Antwort auf von Horst Herrmann (nicht überprüft)

Aber sind Gemeinsamkeiten oder Differenzen für eine Rezension wirklich wichtig? Oder wollten Sie eine mögliche Kritik Ihrer Buchtitels "Liebeserklärung an Gott" nicht direkt entkräften? In diesem Zusammenhang die Frage, wie ein krichenkritsicher Geist wie Sie überhaupt eine Liebeserklärung abgeben kann. Das finde ich schon sehr erstaunlich.

Horst Herrmann (nicht überprüft)

Fr. 10 Feb 2017 - 17:30

Antwort auf von Elisabeth Becker (nicht überprüft)

Vertritt man ein Gottesbild, das absolut nichts mit dem tradierten Amtsgott der Kirchen zu tun hat, schließen sich Gottesglaube ("Liebeserklärung") und Kirchenkritik, Kritik am herkömmlichen Glauben, Bibelkritik nicht aus, sondern ein. Es ist daher nicht erstaunlich, wenn ich die Kirche, deren Glaubensformen und -inhalte und deren Bibel ablehne: Sie alle haben nach meinem Verständnis nichts mit Gott zu tun. Darüber habe ich mit Heinz-Werner Kubitza schon geredet. Und deswegen habe ich auch im Zusammenhang mit seinem Buch auf das meine verwiesen.

Elisabeth Becker (nicht überprüft)

Sa. 11 Feb 2017 - 13:32

Antwort auf von Horst Herrmann (nicht überprüft)

Wenn man glaubt, liebt man auch? Für mich ein großer Unterschied. Nichts für ungut, ihr Buch habe ich gelesen und kann es sehr empfehlen. Aber den Untertitel verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht. Das klingt mir zu romantisierend.

Horst Herrmann (nicht überprüft)

So. 12 Feb 2017 - 16:14

Antwort auf von Elisabeth Becker (nicht überprüft)

Ohne dass wir beide nun eine spezielle Diskussion führen, liebe Frau Becker, nur der Hinweis, dass der Untertitel von einer Frau stammt. Ich habe die Anregung aufgegriffen und bin deswegen hin- und her gerissen. Der Untertitel hat sich nicht gerade als verkaufsfördernd erwiesen, zumal sich "Gott nicht verkauft", wie mir der Lektor eines großen Verlags mitteilte, der das Buch selbst sehr schätzte. Vielleicht findet sich deshalb auf weiter Flur kein solcher Untertitel, Theologen scheinen Angst davor zu haben. Dabei ist Gott die Liebe, das ist - eine Theodizee mal beiseite gelassen - der zutreffende Begriff schlechthin und kaum nur romantisierend.

"Dabei ist Gott die Liebe, das ist - eine Theodizee mal beiseite gelassen - der zutreffende Begriff schlechthin und kaum nur romantisierend."
-
Gott ist die Liebe/der Haß/das Universum/eine Schwarzwälder Kirschtorte - welches Problem wollen Sie denn mit einem REIN SEMANTISCHEN Manöver lösen??? Immerhin braucht man sich um die Theodizee tatsächlich nicht zu scheren, wenn "Gott" die Liebe, also eine Äquivalenzklasse von Vorgängen in neuronalen Systemen ist.

Elisabeth Becker (nicht überprüft)

Di. 14 Feb 2017 - 13:14

Antwort auf von Horst Herrmann (nicht überprüft)

Den Hinweis, dass der Vorschlag von einer Frau stammt, verstehe ich nicht. Was wollen Sie denn damit sagen? tatsache ist, dass Sie damit schlecht beraten waren, aber wenn sie ihn akzeptiter haben, dann ist das Ihre Entscheidung dazu sollten Sie stehen.

Horst Herrmann (nicht überprüft)

Mi. 15 Feb 2017 - 11:29

Antwort auf von Elisabeth Becker (nicht überprüft)

Keine Missverständnisse aufkommen lassen: Der Hinweis auf die Frau hatte nur etwas mit der Tatsache zu tun, dass ich die Anregung für den Untertitel "von außen" bekommen habe; es hätte auch ein Mann sein können. Ob ich ihn bei weiteren Auflagen beibehalte, weiß ich noch nicht. Für "echte Gläubige" müsste er ja nicht unbedingt unattraktiv sein, aber die lesen ja, wie hier schon festgestellt wurde, in der Regel solche Bücher von solchen Autoren sowieso nicht.

Thomas B. Reichert (nicht überprüft)

Fr. 10 Feb 2017 - 20:49

Antwort auf von Elisabeth Becker (nicht überprüft)

Horst Hermann war/ist Theologe, der weiss schon wie man die biblischen Märchen auslegen muss - abstrakt, symbolisch, allegorisch ...

Ein Monogott ist nichts anderes als das Alpha (Sonnenlicht) und das Omega (Gedanken- und Gefühlswelt des Theologen), daraus wird das kollektive Über-Ich des Glaubenden.

Jesus ist selbstverständlich auch eine literarische Figur, eine Personifikation des Lebens und der Natur, eine Handpuppe des Herrschers.

Religionen sind ART-Diktaturen .... es ging und geht wie immer darum Gesellschaftsstrukturen aufzubauen und von seinen Schäfchen zu profitieren.

Quelle: Gottesoffenbarung - Aufklärung ....

Thomas (nicht überprüft)

Do. 9 Feb 2017 - 03:20

"Sie zeichnet ein Gottesbild, das alle Existenzrechte verwirkt hat"
-
Es gibt ÜBERHAUPT KEIN Gottesbild, dem irgendein Existenzrecht zuzugestehen wäre, denn ALLE Gottesbilder sind GLEICHERMASSEN falsch oder unverifizierbar! Menschen durchgehen zu lassen, daß sie Falsches oder Unprüfbares behaupten und auch noch ihr Verhalten daraus ableiten, führt direkt in den totalen ethischen Bankrott. Dieser Bankrott hat die Erde zu dem "höllischen" Ort gemacht, der sie für Abermilliarden empfindungsfähiger Wesen ist. Als rationaler Mensch kann man das unmöglich akzeptieren.

Wolfgang (nicht überprüft)

Fr. 10 Feb 2017 - 10:59

Warum bestimmten Menschen auf die Füsse treten, wenn man sie doch vor den Kopf stoßen kann? Das Nachteilige daran, es wird bei einigen kein nennenswerter Körperteil verletzt. Wahn bleibt Wahn, da helfen keine Pillen!

webcruiser (nicht überprüft)

Fr. 10 Feb 2017 - 17:37

Reinhard Mey hat in seinem Song "Sei wachsam" die Verquickung von Politik und Religion in zwei Textzeilen auf den Punkt gebracht:

"Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
Halt du sie dumm, ich halt’ sie arm!"

Dieser konspirative Klüngel wirkt bis in die heutige Zeit tagtäglich und ruiniert seit Jahrhunderten Millionen von Menschenleben.
Erstaunlich, wieviel wissenschaftliche Forschung getrieben werden muss, um Meys Zeilen zu verifizieren.
Bleibt die hier schon gestellte Frage: Wen erreichen mit welchem Erfolg solche aufklärerischen Werke?

Es haben schon viele Menschen - Akademiker, Nobelpreisträger, Schriftsteller und auch ausgetretene Theologen - vor dem Christenwahnsinn gewarnt. Was nützt es aber, gegen eine staatliche geschützte Dummheit vorzugehen? Immer wieder bohren, bohren, bohren. So fand man auch Diamanten!
Reinhard Mey hat in seinem Song "Sei wachsam" die Verquickung von Politik und Religion in zwei Textzeilen auf den Punkt gebracht, Erquickung heißt es bei den Politikern und Theologen!

Martin Weidner (nicht überprüft)

Sa. 11 Feb 2017 - 21:19

Wie kann Gott so grausam und gnadenlos sein? Diese Frage ist ja nicht neu, ist in Psalmen und bei Propheten zu finden, brachte die Reformation ins Rollen und wird bis heute unter Christen verhandelt. In meiner Gemeinde ist es gegenwärtig Thema im Bibelgesprächskreis. Vielleicht mag das Buch dazu beitragen, dass Christen und Nichtchristen da genauer hinsehen. Aber mit dem genauer Hinsehen hat es Herr Kubitza wohl nicht, Das Ezechiel-Zitat wird schon durch die Auslassung verstellt und die Theologie dahinter nicht erfasst.

Resnikschek Karin (nicht überprüft)

So. 12 Feb 2017 - 11:02

Das AT gilt nur, sofern es dem NT nicht widerspricht. Das ist schon sehr lange der überwiegende christliche Grundkonsens. Die meisten Christen lesen weder NT noch AT - wie die Muslime den Koran nicht kennen ("Gott sei dank!"). Also nicht sich an irrelevanten Glaubensinhalten abarbeiten, die längst out sind. (Auch wenn sie z.T. in den Vorurteilen gegen Atheisten und Agnostiker noch sehr wirkmächtig sind)! Wichtiger für uns alle in der BRD: welche Werte haben wir Konfessionsfreien, Humanisten etc. mit den durchschnittlichen Christen gemeinsam? Und wie kann es trotz dieser Gemeinsamkeiten sein, dass wir hochgradig diskriminiert sind und werden durch die Gesetzesinterpretationen der Frommen in den Parteien und der Scheinheiligen, die sich damit loskaufen von eigener Verantwortung? Schluss mit dem durchgängigen Tabu, die Kirchen einschl. des BVerfG zur Rechenschaft zu ziehen und in die Verantwortung für ihr grundgesetzwidriges Tun zu nehmen. Da gibt es jede Menge Arbeit. Verschaffen wir uns dort Gehör, wo Veränderungen möglich und notwendig sind! Gemeinsam mit der HU, den Säkularen in den Parteien u.a. Martin Schulz hat mal etwas gegen die Kreuze im säkularen Bereich zu sagen gewagt. Wurde von der SPD-Creme damals zurückgepfiffen. Dort weitermachen. Karin Resnikschek

Wolfgang (nicht überprüft)

Sa. 18 Feb 2017 - 18:53

Antwort auf von Resnikschek Karin (nicht überprüft)

Auf den Punkt gebracht: die Gläubigen wissen nicht und wollen auch nicht wissen, was sie da eigentlich Glauben. Denn hier beginnt es, das Gläubige auf Fragen in der Bibel oder dem Koran hoffnungslos überfordert sind, weil sie den Inhalt nicht kennen und sich lieber bequem
sich von der Kanzel etwas vorlügen lassen. Hauptsache, sie waren im Gebetstempel, so einfach geht Religion heute. Heute? Stimmt!. Schon immer zurück bis zur Kreuzigung.

Horst Herrmann

Horst Herrmann, (geb. 1940), Studium der kath. Theologie und der Rechtswissenschaften in Tübingen, München, Bonn und Rom, Dr. theol., Habilitation, 1971-1981 ord. Professor des Kirchenrechts in Münster, 1975 Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis, 1977 auf Vorschlag von Heinrich Böll Mitglied des PEN, 1981-2005 ord. Professor der Soziologie in Münster, über 200 wissenschaftliche (patriarchats- und religionskritische) und belletristische Veröffentlichungen, Tätigkeit als Herausgeber, Vorträge im In- und Ausland, zahlreiche Einladungen zu Rundfunk und Fernsehen, 60 Bücher (z.T.

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