Schul-Tüte ohne Schul-Gottesdienst
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Am 30. August ist der Tag der Einschulung für die Grundschul-Kinder in Nordrhein-Westfalen. Der Eintritt in den neuen Lebensabschnitt bringt manche Änderung für die Erstklässler. Ein auffälliges Merkmal ist zunächst die bunte Schultüte.
Gleich zu Beginn gibt es einen "Schul-Gottesdienst" und dann einen Stundenplan. Darauf steht u. a. auch "Religionsunterricht". Gläubige Menschen empfinden das soweit als normal. Zudem ist es gesetzlich geregelt. Aber was ist mit tausenden Kindern, die in Wuppertal bislang religionsfrei aufwachsen durften?
Sie gehen meist einfach mit in den "Reli"-Unterricht – es sei denn, ihre Eltern melden sie ab. Dann gibt es Beschäftigung oder lediglich "Aufsicht" in einem Nebenraum. In Bekenntnis-Grundschulen ist selbst diese "Alternative" nicht vorgesehen und alle Schüler/innen müssen die christliche Lehre anhören.
Konfessionsfreien Eltern ist das gar nicht recht. Bereits vor über einem Jahr hatte die CDU-FDP-Landesregierung versprochen, "Ethikunterricht in der Grundschule" zu ermöglichen. Aber wann? Mache Eltern suchen eigene Wege und den Austausch über diesen Missstand. Sie wollen Abhilfe. Alternative Infos und Möglichkeit zur Vernetzung für Eltern und andere bietet die Plattform ethik-unterricht-wuppertal.de.
Seit langem fordert der Humanistische Verband die Einrichtung eines allgemeinen Fachs "Ethik, Religionen, Weltanschauungen". Auch die Gewerkschaft der Lehrkräfte (GEW) hatte unlängst ihre Forderung nach einem allgemeinen "bekenntnis-unabhängigen Werteunterricht in der Grundschule" bekräftigt. Der HVD will in Wuppertal diese Idee aufgreifen und spricht mit Parteien, der GEW und anderen, um ggf. für ein Modell-Projekt in der Stadt zu werben.
Der "HVD Wuppertal / Bergisches Land" ist eine Gemeinschaft des Humanistischen Verbandes NRW K. d. ö. R.
Kommentare (4)
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Als Modell-Projekt fände ich
Als Modell-Projekt fände ich den Pilot-Video-Clip «Tolerant Aufklärung», von Liliane Holdener genial. Zu finden unter: https://www.youtube.com/watch?v=5CTUd4Fle8M (1 Min. 20 Sek.)
hätte Klein-Söderlein
hätte Klein-Söderlein politischen Einfluß in NRW, würden die Pimpfe beim Öffnen ihrer Schultüte sicherlich ein kleines silbernes Kreuz mit angenageltem Jesus und Silberkettchen darin vorfinden.
Ein Ethikunterricht ANSTATT
Ein Ethikunterricht ANSTATT des Religionsunterrichts ist nur eine Genugtuung für die Religiösen, ein vermeintlicher Beweis, dass Religionen ethische Grundlagen liefern können. Religionsfreie werden dadurch als Menschen, denen was fehle, stygmatisiert. Also entweder Ethikunterricht für alle - oder lieber gar nicht!
Dass das Schuljahr von
Dass das Schuljahr von Gottesdiensten eingeklammert wird, stört mich schon seie dem der Älteste zur Schule geht. Doch wir sind jetzt aufs Land, in die westfälische Provinz gezogen, und da sind die Schulen in der Hand der Kirche, grausam. Unsere Kinder müssen (müssen sie nicht, aber Gruppenzwang) jetzt sogar vor und nach dem Essen beten!