Rezension
Grundlegende Informationen zum Veganismus – in aufklärerischer Weise
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Der bekannte Ernährungswissenschaftler Claus Leitzmann legt auf der Basis neuerer Forschungen eine kurze Einführung und Überblicksdarstellung zum "Veganismus" vor. Der Autor präsentiert dabei die wichtigsten Informationen auf engem Raum und korrigiert dabei so manches weit kursierende Vorurteil zum Thema.
"Es ist die Position der Akademie für Ernährung und Diätetik, dass sachgerecht geplante vegetarische Ernährungsformen, einschließlich der veganen Ernährung, gesund sind, ernährungsphysiologisch bedarfsgerecht sind und gesundheitliche Vorteile bei der Prävention und Behandlung von bestimmten Krankheiten bieten können. Pflanzlich basierte Ernährungsformen sind umweltverträglicher als Kostformen, die reich an tierischen Produkten sind, weil sie weniger natürliche Ressourcen verbrauchen und mit viel weniger Umweltschäden verbunden sind." Diese Einsicht der Akademie für Ernährung und Diätetik der USA beginnt, sich kontinuierlich, aber langsam durchzusetzen. Dazu hat auch der bekannte Biochemiker und Ernährungswissenschaftler Claus Leitzmann, der ehemalige Leiter des Instituts für Ernährungswissenschaft der Universität Gießen, beigetragen. In dem Band "Veganismus. Grundlagen, Vorteile, Risiken" aus der C. H. Beck-Wissen-Reihe fasst er entsprechende Einsichten auf den dort üblichen 128 Seiten zusammen.
Er versteht sich als Einführung und Überblicksdarstellung zum Thema. Dabei referiert der Autor in seiner Beschreibung und Einschätzung immer wieder neuere Forschungsergebnisse, denn: "Inzwischen gibt es vielfältige wissenschaftliche Daten, die belegen, dass bereits eine pflanzlich betonte, besonders aber eine vegetarische oder vegane Ernährungsweise günstige Wirkungen auf die Gesundheit ausüben" (S. 7). Zunächst geht Leitzmann aber auf Begriffe und Definitionen, Formen von und Motive für vegane Ernährung, die historische Entwicklung des Veganismus und die Evolution der Ernährung des Menschen ein. Dabei setzt er sich immer wieder mit häufig gehörten gegenteiligen Auffassungen auseinander. So wird etwa gern der Fleischkonsum als notwendig für die Entwicklung der Gehirnmasse gedeutet. Dazu heißt es: "Selbst wenn die These stimmen sollte, ist das Gehirnwachstum des Homo sapiens seit langem abgeschlossen. Zudem braucht der heutige Mensch nicht mehr Hirnmasse, sondern eher mehr Umsetzung dessen, was der gesunde Menschenverstand sagt" (S. 43).
Besonders ausführlich behandelt der Autor dann die ernährungsphysiologische Bewertung des Veganismus, wobei er über Fragen der Nährstoffversorgung informiert. Immer wieder greift er dabei auf neuere Studien zurück, welche die gesundheitsfördernde Dimension veganer Ernährungsweisen verdeutlichten. Es sollte hierbei aber immer auch um eine vollwertige Kost gehen, dann ergänzt um Vitamin B12. Berücksichtige man damit einhergehende Ratschläge, so sei dies auch für besondere Lebensphasen wie die Kindheit oder die Schwangerschaft kein Problem. Anhand von vergleichenden Forschungen würden immer stärker die gesundheitlichen Vorzüge deutlich. Dabei werden Kontexte von Leitzmann nicht ausgeblendet, gibt es doch ganz allgemein ein höheres Gesundheitsbewusstsein bei Veganern. Ein eigener Abschnitt ist dann noch den angeblichen und tatsächlichen Risiken gewidmet, wozu es dann heißt: "Grundsätzlich gilt, dass bei einer vollwertigen veganen Ernährung mit entsprechender Supplementierung von Vitamin B12 keine Risiken bestehen" (S. 120).
Leitzmann hat auf engem Raum wichtiges gut belegt und leicht verständlich zum Veganismus zusammengetragen. Dabei äußert er sich berufsbedingt nachvollziehbar hauptsächlich ernährungswissenschaftlich, ökologische oder tierethische Gesichtspunkte werden zwar ebenfalls angesprochen, haben aber in der Gesamtschau bei ihm einen geringeren Stellenwert. Der Autor geht auch auf Risiken ein, woran es mitunter bei anderen Publikationen zum Veganismus mangelt. Gerade die Auseinandersetzung mit gegenteiligen Positionen hätte man sich indessen noch stärker gewünscht. Denn in den Fachgesellschaften entwickelte sich erst jüngst eine diesbezügliche Umkehr. Der Autor macht auch auf medial schiefe Thematisierungen aufmerksam. So würden Einzelfälle veganer Unterernährung medial stark thematisiert, während das Leiden von Menschen in der Folge eines Verzehrs tierischer Produkte wenig Resonanz finde. Gegen derartige Einseitigkeiten wendet sich Leitzmann, der mit dem "Veganismus"-Buch insofern ein aufklärerisches Werk vorgelegt hat.
Kommentare (48)
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Es kann sich doch jeder
Es kann sich doch jeder ernähren, wie er will - gerne auch vegan. Solange Dritte davon nicht in Mitleidenschaft gezogen werden (auch unter Berücksichtigung der Tiere) ist dagegen nichts einzuwenden.
Es ist wie üblich in der Wissenschaft: Zu jeder Position gibt es eine Gegenposition und alle haben gute Gründe dafür.
Das einzige, wofür ich plädieren würde, ist, nicht zu viel zu essen, nichts Ungesundes und auf ökologische Verträglichkeit zu achten. Wie dann der Speiseplan individuell ausgestaltet ist, sollte dem einzelnen überlassen bleiben...
Dieser Kommentar läßt mich
Dieser Kommentar läßt mich schmunzeln - dieses Thema scheint automatisch Verteidigungsreflexe auszulösen.
<<<Solange Dritte davon nicht
<<<Solange Dritte davon nicht in Mitleidenschaft gezogen werden (auch unter Berücksichtigung der Tiere) ist dagegen nichts einzuwenden.>>>
Wie kann man Tiere töten ohne sie mit Mitleidenschaft zu ziehen? Beim Konsum von Tierprodukten werden immer Tiere in Mitleidenschaft gezogen.
<<<Es ist wie üblich in der Wissenschaft: Zu jeder Position gibt es eine Gegenposition und alle haben gute Gründe dafür.>>> Vielleicht in der Philosophie. Grob gesagt: Gibt es in der Wissenschaft zwei gensätzliche Meinungen, ist mindestens eine davon falsch.
<<<Das einzige, wofür ich plädieren würde, ist, nicht zu viel zu essen, nichts Ungesundes und auf ökologische Verträglichkeit zu achten. >>>
Ich bin der Meinung: Jeder darf für sich selbst entscheiden, wie gesund oder ungesund er/sie isst. Ökologische Verträglichkeit hingegen: volle Zustimmung. Das beeinflusst auch andere. Zudem sind Tierprodukte eben in den allermeisten Fälle ökologisch wesentlich übeler als pflanzliche. Und wenn man andere fühlende Lebewesen beeinträchtigt, kann es eben keine Privatsache sein.
Du kannst kein einziges
Du kannst kein einziges Lebensmittel herstellen ohne das ein Tier dafür leiden muss. Und wenn es dann Mäuse und Würmer beim umgraben des Anker sind. Lustiger Weise muss man bei 1 - 2 kg (Kilogramm) Fleischverzehr am Tag zwei - drei Kühe im Jahr töten. Wie viele Lebewesen sterben wenn man einen Quadratmeter Acker umgräbt?
Also wenn man die Zahl der Tiere die leiden verringern möchte - nur ich Fleisch aus Weidehaltung essen und direkt eine halbe kuh kaufen.
In der Ethik kann es -
In der Ethik kann es - natürlich - nur um die Vermeidung von Leid gehen, das sich auch vermeiden LÄSST. Wenn Sie eine Methode gefunden haben, den Boden aufzulockern, ohne die dort lebenden Tiere zu schädigen, werden die ökoveganen Anbauverbände äußerst dankbar sein, davon zu erfahren. Ihr Beispiel mit den Kühen ist übrigens undurchdacht, denn "Nutztier"quälerei findet ZUSÄTZLICH zum Ackerbau statt. Und zuletzt: die Leidensfähigkeiten eines Tieres hängen von der Beschaffenheit und vom Zustand seines Nervensystems ab. Wann immer man zu Prioritäten gezwungen ist, muß man auf Tiere mit höher entwickelten Leidensfähigkeiten auch die größere Rücksicht nehmen.
"...Und wenn man andere
"...Und wenn man andere fühlende Lebewesen beeinträchtigt, kann es eben keine Privatsache sein." Ich bin gespannt auf den Zeitpunkt, ab dem feststeht, dass auch Pflanzen etwas Vergleichbares aufweisen wie "Gefühle" etc. Was machen wir dann mit unserer Ernährung?
"Ich bin gespannt auf den
"Ich bin gespannt auf den Zeitpunkt, ab dem feststeht, dass auch Pflanzen etwas Vergleichbares aufweisen wie "Gefühle" etc. Was machen wir dann mit unserer Ernährung?"
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Sind wir mit den Problemen der Welt nicht ausgelastet, daß wir unsere Zeit und Energie auch noch mit kontrafaktischen Spekulationen vergeuden müssen? Empfindungsfähigkeit ist an Nervensysteme gebunden, und Pflanzen haben nun mal keine - zum Glück! Selbst, wenn sie "Gefühle" hätten, wäre der Veganismus der Allesfresserei noch immer weit überlegen, denn er spart gewaltige Mengen an pflanzlicher "Nutztier"nahrung ein.
Sicher kann sich "jeder
Sicher kann sich "jeder ernähren, wie er will", doch wie vernünftig ist das, wenn ich weiß, dass dadurch viel Leid bei Mensch und Tier, sowie Umwelt- und Klimaschäden erzeugt werden. "Durch den Anbau von Futtermitteln wird etwa ein Drittel der Weltackerfläche in Anspruch genommen." Auf den Flächen könnten auch Mais und Soja für menschlichen Konsum angebaut werden und so helfen den Hunger von fast einer Milliarde Menschen zu lindern. Ich lebe seit 30 Jahren vegan und vermisse nichts, außer dem Verständnis meiner Mitmenschen.
"Ich lebe seit 30 Jahren
"Ich lebe seit 30 Jahren vegan und vermisse nichts, außer dem Verständnis meiner Mitmenschen."
Schön für Sie. Wo habe ich da ein Problem damit? Ein ähnlich hohes Verständnis anderen Ernährungsweisen gegenüber würde ich mir von manchem veganen Aufklärer wünschen.
Mich stört an dieser gesamten Debatte die elende Schwarz/Weiß-Malerei. Als gäbe es nur Körnerpicker oder Fleischfresser. Natürlich gibt es viel zu viele Menschen auf der Welt und alle streben nach Vollverköstigung. Ob das Ausmaße annehmen muss, wie in vielen Industrienationen, die ein erhebliches Problem mit Übergewicht haben, wage ich zu bezweifeln. Ein Ausgleich ("wir" weniger, die unterversorgten Länder mehr) könnte schon einiges bewirken.
Allerdings kann dies nicht allein durch Umnutzung aller Viehweiden in Ackerland geschehen, da diese oft gar nicht landwirtschaftlich genutzt werden können. Der Mensch an sich wird - außer die Evolution hat anderes mit uns vor; sagen wir in 10.000 Jahren - immer ein Mischköstler bleiben. Dabei können wir uns heute den Luxus erlauben, mehr Obst und Gemüse speisen zu können, weil dies in größerer Menge zur Verfügung steht, als z.B. im Paläolithikum. Dort stand manchmal nur Fleisch zur Verfügung, vor allem in Kaltzeiten. Da es aber insgesamt wesentlich weniger Menschen gab, spielte dies keine Rolle.
Heute müssen Unmassen von Menschen ernährt werden und viele schreien zu Recht: "Hunger!" Also sollten eher Konzepte entwickelt werden, wie wir das in den Griff bekommen. Veganismus ist ein westliches Luxusmodell, das kaum massentauglich ist wie alle Spezialdiäten. Es taugt also nicht, um den Hunger der Welt wesentlich zu verringern.
Daher bin ich für politische Lenkung innerhalb sinnvoller Grenzen der freien Ernährung. Tierprodukte könnten höher besteuert werden, ähnlich wie Brandwein oder Tabak. Die Erlöse der Steuer könnten landwirtschaftlichen Betrieben zugute kommen, die Tiere in jeder Beziehung artgerecht halten. Dann wäre auch das Thema "Tierethik" vom Tisch, weil der Tod eines Tieres an sich kein Kriterium sein kann, da jedes Tier irgendwann stirbt. In freier Wildbahn sogar deutlich brutaler. Es kann nur um die Zeit seines Lebens gehen und das kriegt man mit deutlicher Reduktion von Tierprodukten hin und mit mehr Geld für die Bauern, die dann alle auf Massentierhaltung verzichten könnten.
Meine Meinung ist: Jeder Ansatz, den Veganismus zum alleinigen Modell der Ernährung erheben zu wollen (was ich dem einzelnen Veganer nicht unterstellen will), muss zum Scheitern verurteilt sein. Also sollten eher Maßnahmen ergriffen werden, die Welt, Pflanze, Tier und Mensch gerecht werden...
"Ein ähnlich hohes
"Ein ähnlich hohes Verständnis anderen Ernährungsweisen gegenüber würde ich mir von manchem veganen Aufklärer wünschen."
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Diese Aufklärer verstehen mehr, als Sie annehmen, aber deshalb müssen sie es noch lange nicht billigen.
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"Mich stört an dieser gesamten Debatte die elende Schwarz/Weiß-Malerei. Als gäbe es nur Körnerpicker oder Fleischfresser."
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Entweder, man frißt Fleisch, oder eben nicht - das ist tatsächlich eine "Schwarz/Weiß-Entscheidung".
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"Allerdings kann dies nicht allein durch Umnutzung aller Viehweiden in Ackerland geschehen, da diese oft gar nicht landwirtschaftlich genutzt werden können."
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Die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen der Erde sind groß genug, um nicht nur die heutige Weltbevölkerung pflanzlich zu ernähren, sondern sogar noch einige Milliarden Menschen mehr - erst recht, wenn sie auch allgemein ressourcenschonend leben. Die Beseitigung des Welthungers wäre also ein veganes Kinderspiel.
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"Der Mensch an sich wird - außer die Evolution hat anderes mit uns vor; sagen wir in 10.000 Jahren - immer ein Mischköstler bleiben."
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Ethisch irrelevant (wie ich Ihnen bereits erklärt hatte).
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"Dann wäre auch das Thema "Tierethik" vom Tisch, weil der Tod eines Tieres an sich kein Kriterium sein kann, da jedes Tier irgendwann stirbt. "
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Sterblichkeit rechtfertigt Tötungen? Sie sind ein großer Denker, Herr Kammermeier.
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"In freier Wildbahn sogar deutlich brutaler."
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Na und? Was hat das mit UNSEREM Verhalten gegenüber nichtmenschlichen Tieren zu tun?
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"Jeder Ansatz, den Veganismus zum alleinigen Modell der Ernährung erheben zu wollen (was ich dem einzelnen Veganer nicht unterstellen will), muss zum Scheitern verurteilt sein."
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Haltlose Behauptung! Abgesehen davon ist jeder einzelne Veganer ein Gewinn für das Ökosystem Erde. Folglich spielt es gar keine Rolle, wie viele von ihnen es maximal geben kann. Und ohne den ethischen, also antispeziesistischen Veganismus wird auch der Faschismus nicht aus den Köpfen der Menschen verschwinden können. Jeder Karnist (und Rassist und Sexist und Nationalist und Xenophobe und Homophobe und Nazi etc.) trägt nämlich dazu bei, daß die willkürliche Ungleichbehandlung von Wesen gleichartiger ethischer Objekthaftigkeit "normal" bleibt.
Auch, wenn es wahrscheinlich
Auch, wenn es wahrscheinlich sinnlos ist, einen geistig erstarrten Karnisten
zur kritischen Prüfung seiner Überzeugungen bewegen zu wollen, möchte ich Sie ein weiteres Mal mit Nachdruck bitten, die proveganen Argumente in und unter diesem hpd-Beitrag von neulich eingehend zu reflektieren, denn offfensichtlich haben Sie sich dem bisher verweigert: https://hpd.de/artikel/vegan-religion-15837. Kaum eine Erscheinung menschlicher Denk- und Verhaltenskultur zieht mehr "Dritte" in "Mitleidenschaft" und ist ökologisch unverträglicher als der Karnismus! Da sich nun auch die (mehrheitlich wohl von Omnivoren betriebene) Wissenschaft immer weniger scheut, die wohlorganisierte vegane Ernährung nicht nur als gesundheitlich unbedenklich, sondern eindeutig vorteilhaft anzuerkennen, müssen ALLE karnistischen Ausreden als faul und verantwortungslos zurückgewiesen werden. Was Menschen essen, ist ihnen lediglich insofern "selbst überlassen", als es in der Natur ethischen Denkens und moralischen Handelns liegt, unerzwingbar zu sein. Wer aber als moralischer Mensch gelten und in seinem ethischen Urteil ernstgenommen werden will, kann nicht zugleich faschistische Unterscheidungen treffen und schwerstes Leid (mit)verschulden, obwohl er durch nichts dazu gezwungen ist. Selbst die übelsten Verbrecher verhalten sich dann und wann ethisch motiviert, aber moralische Menschen sind mit aller Kraft darum bemüht, ihr GESAMTES Tun und Unterlassen ethisch zu lenken und fortwährend zu optimieren. Für sie ist der Veganismus nichts weniger als eine ethische Selbstverständlichkeit, denn es gibt eben KEINE "gut begründete Gegenposition" dazu.
Was bitte ist Karnismus? Und
Was bitte ist Karnismus? Und was machen Karnisten?
Essen die Ka(r)ninchen?
Eine weitere ideologische Phantasmagorie???
Und woher kommt der absolutistische Gedanke, daß "ALLE" irgendetwas müßen...
Uihuihuih. Ein solcher Satz kann von man/frau nur als "Ausrede, als faul und [gedanklich - meine Anmerkung] verantwortungslos zurückgewiesen werden"..
Ich habe etwas sehr einfaches gelernt. Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, und damit geht es mir ziemlich sehr gut
Der Begriff Karnismus wurde
Der Begriff Karnismus wurde von der amerikanischen Psychologin Melanie Joy geprägt. Er beschreibt jenen irrationalen Verdrängnungsmechanismuns, der uns dazu bewegt, Hunde zu lieben, Schweine zu essen und Kühe anzuziehen. https://www.youtube.com/watch?v=85-oXuz54fw
"Und woher kommt der
"Und woher kommt der absolutistische Gedanke, daß "ALLE" irgendetwas müßen..."
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Ethik hat nichts mit Absolutismus zu tun. Wer nicht vermeidbarerweise leiden und eigene oder fremde Interessenverletzungen beanstanden dürfen will, muß sich auch seinerseits bestmöglich leidvermeidend nach dem Grundsatz der gleichen Berücksichtigung gleicher Interessen verhalten - das ist alles.
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"Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, und damit geht es mir ziemlich sehr gut"
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...im Gegensatz zu den Tieren, die "ziemlich sehr" leiden und sterben müssen, weil Sie und Ihresgleichen speziesistisch denken und sich deshalb antimoralisch verhalten.
Kammermeier schreibt: "Es
Kammermeier schreibt: "Es kann sich doch jeder ernähren, wie er will - gerne auch vegan. Solange Dritte davon nicht in Mitleidenschaft gezogen werden (auch unter Berücksichtigung der Tiere) ist dagegen nichts einzuwenden..."
Meine Güte, Kammermeier, müssen Sie denn wirklich zu jedem hpd-Beitrag Ihren unreflektierten Senf dazugeben?
Wie, bittesehr, soll denn eine nicht-vegane Ernährung aussehen, ohne dass Tiere in Mitleidenschaft gezogen würden???
"Meine Güte, Kammermeier,
"Meine Güte, Kammermeier, müssen Sie denn wirklich zu jedem hpd-Beitrag Ihren unreflektierten Senf dazugeben?
Wie, bittesehr, soll denn eine nicht-vegane Ernährung aussehen, ohne dass Tiere in Mitleidenschaft gezogen würden???"
Aas essen vielleicht?
(Duck und renn)
;- )
"Meine Güte, Kammermeier,
"Meine Güte, Kammermeier, müssen Sie denn wirklich zu jedem hpd-Beitrag Ihren unreflektierten Senf dazugeben?"
Solange wir Meinungsfreiheit in Deutschland (einigermaßen) haben, gedenke ich davon Gebrauch zu machen. Ich lassen Ihnen ja auch Ihre Meinung. Und ob meine Meinung unreflektiert ist, sei auch dahingestellt. Oder soll ich die Meinung von Veganern auch als unreflektiert bezeichnen? Ich mache das nicht. Ich habe Respekt vor Personen, die auf Tierprodukte teilweise (Vegetarier) oder ganz (Veganer) verzichten. Ich erwarte diesen gleichen Respekt aber auch mir und anderen Personen gegenüber, die sich verantwortungsbewusst ernähren.
"Wie, bittesehr, soll denn eine nicht-vegane Ernährung aussehen, ohne dass Tiere in Mitleidenschaft gezogen würden???"
Ich habe mich dazu schon oft genug geäußert. In Kurzform:
1. Verringerung der menschlichen Bevölkerung der Erde.
2. Ausgleich der Nahrungsmittel zwischen Überflussländern und unterversorgten Ländern. Vermeidung von Nahrungsvernichtung.
3. Keine Subventionen für EU-Landwirte, die z.B. afrikanische Landwirtschaft etc. schädigen.
4. Verteuerung von Tierprodukten durch eine Tierproduktesteuer, die ökologisch und tíerethisch produzierenden Betrieben zugute kommt.
5. Reduktion der Tierprodukte auf ca. 10% des heutigen Standes in Industrienationen.
Idealziel: 2,5 Mrd. Menschen weltweit (1/3 von heute), die 10% der heutigen Menge an Tierprodukten konsumieren = ca. 3% der heutigen Menge an Tierprodukten und ca. 33% der heutigen Pflanzenproduktion.
Unter diesen Bedingungen braucht man keine Massentierhaltung mehr, Tiere könnten unter natürlichen Bedingungen gehalten werden, mit dem Unterschied zur Natur, dass sie gesund ernährt und medizinisch versorgt werden können und vor Raubtieren geschützt sind.
Dass ein Tier sterben muss, ist völlig logisch. Dies wäre nur durch Abschaffung sämtlicher Tiere vermeidbar. Das Ziel kann also nicht sein, Tiere vor dem Tod zu bewahren. Auch die Züchtung von Tieren schadet dem Tier nicht, das entsteht, denn auch das ist ein natürlicher Prozess. Selbst das Leben zwischen Geburt und Tod ist (mit den obigen politischen Lösungen verkoppelt) völlig tierleidfrei zu gestalten.
Im Gegenteil: Das Leben von Tieren in menschlicher Obhut kann besser sein, das das in freier Wildbahn, wo ein wesentlich härterer Überlebenskampf herrscht. Diesen Überlebenskampf haben sich Tiere nicht ausgesucht, sondern er ist die Folge der Evolution, in die eben kein Schöpfer regulierend eingegriffen hat.
Katzen sind für mich ein gutes Beispiel. Diese streunen gerne völlig frei und ungebunden durch die Natur, doch wenn es zu kalt oder ungemütlich ist oder wenn sie schlicht Hunger haben, dann suchen sie die Nähe des Menschen und genießen es - wie Tierethiker es nennen würden - eingesperrt zu werden. Eine solche Katze ins Haus zu lassen und zu versorgen ist meine Auffassung von Tierethik.
Ich trenne eben nicht unseren Planeten in zwei Welten: eine für Menschen und die andere für Tiere, sondern ist plädiere für ein gemeinsames Leben von Mensch und Tier. Dies ist in der Regel von wechselseitigem Nutzen. Also sollte man auch keine Einwände gegen Bauern haben, die mit ihren Ringern, Schafen oder Schweinen genauso umgehen. Dass dies momentan nur sehr vereinzelt möglich ist, liegt an vielen Ursachen, deren Beseitigung ich oben angeregt habe.
Bleibt also auf meiner Sicht als einziger Punkt die Tötung von Tieren, die zum Verzehr vorgesehen sind. Selbst das bekäme man - wenn die entsprechenden Voraussetzung geschaffen sind - besser und schmerzfreier hin, als dies die Natur in freier Wildbahn praktiziert. Strenggenommen kann der Mensch tierethischer handeln als die Natur, die den Begriff Ethik überhaupt nicht kennt.
Natürlich konnte ich dieses wichtige Thema hier nur anreißen und - wie geschrieben - ich habe Respekt vor Menschen, die keine Tierprodukte nutzen. Dann aber hoffentlich auch keine Haustiere. Aber der Kampf gegen den "Karnismus" kann nicht durch eine Radikallösung, die jeder für sich selbst so entscheiden mag, gelöst werden. Das mögen in Wellen mal mehr, mal weniger Anhänger sein.
Was benötigt wird ist eine Lösung, die jeden Menschen anspricht und die gleichzeitig Tierleid unter das natürliche Level senkt...
@ Bernd Kammermeier
@ Bernd Kammermeier
Ihr Idealziel: "2,5 Mrd. Menschen weltweit (1/3 von heute)" Wie gedenken Sie das zu erreichen? Wie wär’s mit "Kannibalismus"? Passt auch zu, Zitat Bernd Kammermeier: "Ich trenne eben nicht unseren Planeten in zwei Welten: eine für Menschen und die andere für Tiere"
Ich finde Punkt 1 - 4 von
Ich finde Punkt 1 - 4 von Herrn Kammermeier sinnvoll; insbesondere den ersten ("1. Verringerung der menschlichen Bevölkerung der Erde.").
Bei "5. Reduktion der Tierprodukte auf ca. 10% des heutigen Standes in Industrienationen." würde ich fragen warum nur auf 10%. 1% und weniger scheint vollkommen ausreichend, um unseren Bedarf zu decken. Wenn man die Haltung von Tieren durch den Menschen moralisch akzeptiert, sollte doch zumindest die derzeit fast überall praktizierte Schlachtung vor dem natürlichen Lebensende Bedenken auslösen. Es sogar heute schon praktische Ansätze, Milch zu erzeugen, ohne dafür die Tiere vorzeitig zu schlachten, siehe https://www.lebenlassen.de/app/download/14074520622/2015-09_info3_tierleidfreie_landwirtschaft.pdf?t=1491140944 ("Nutzung von Tieren und tierischen Produkten ohne Tierleid? Andreas Fendt, streitbarer Bio-Bauer im Südschwarzwald").
Was ich bei Herrn Kammermeier nicht verstehe ist, dass er angesichts der derzeit vorherrschenden Zustände nicht dafür eintritt, dass die Menschen JETZT das unnötige Leid auf das mögliche Minimum reduzieren sollten: jeder Mensch mehr, der sich vegan ernährt, leistet hier einen wichtigen Beitrag, da dann mehr Tierprodukte für die Menschen übrig bleiben, die noch an dem alten Denkmuster des Vielfleischessens (was derzeit als "normal" gilt) festhalten. Sobald sich die Situation (Anzahl der Menschen insgesamt; Anzahl Menschen hierzulande, die zu viele Tierprodukte essen; Abschaffung der Massentierhaltung) verbessert hat, kann man ja wieder über einen anderen Ernährungsstil nachdenken. Aber noch ist es ja nicht soweit. Herr Kammermeier, auch Sie werden im Hier und Jetzt gebraucht. Jeder einzelne zählt! (Das einzige, was Sie dazu brauchen, sind Vitamin B12-Präparate für sich selber, die ansonsten in viel größerer Menge ins Tierfutter gemengt werden.)
Andreas Lichte wrote:
> @ Bernd Kammermeier
> Ihr Idealziel: "2,5 Mrd. Menschen weltweit (1/3 von heute)" Wie gedenken Sie das zu erreichen? Wie wär’s mit "Kannibalismus"?
Dass wir mit der aktuellen Menschenanzahl auf diesem Planeten in unnötige Konflikte laufen, ist unbestritten. Das heißt für mich, das Ziel der Reduktion sollte prinzipiell erstrebenswert sein, auch wenn es schwierig zu erreichen scheint. Die Frage also mit welchen Mitteln kann das Ziel erreicht werden. Kannibalismus, Seuchen, Kriege usw. halte ich für die schlechtesten aller möglichen Lösungen, da sie grausam sind und mit viel Leid Unschuldiger verbunden sind. Ich bin letztens auf eine Webseite gestoßen, die eine Position vertritt, die auf den ersten Blick befremdlich wirkt, aber durchaus ihren Charme hat:
http://www.vhemt.org/dindex.htm - "Die Bewegung für das freiwillige Aussterben der Menschheit (The Voluntary Human Extinction Movement)"
Die Betonung liegt hier auf der Freiwilligkeit. Jeder Bürger, dem die Probleme bewusst sind, die zu viele Menschen ihrer Umwelt, den Tieren und sich selbst antun, kann hier seinen ganz persönlichen Beitrag leisten: indem er sich selber nicht (weiter) fortpflanzt; wer unbedingt Kinder aufziehen möchte, könnte z. B. welche adoptieren oder in Erziehungs- oder Bildungsberufen arbeiten. Insbesondere den Menschen aus den Industrieländern kommt hier eine besondere Verantwortung zu, da wir hier den größten ökologischen Fußabdruck haben und daher mit bestem Beispiel vorangehen sollten.
@Andreas Lichte: was halten Sie von dieser Denkrichtung? In Zeiten des Internets ist es auch leichter denn je, die Vorteile dieser Idee weiter zu verbreiten.
Lieber Herr Stoltenberg,
Lieber Herr Stoltenberg,
danke für Ihre differenzierte Antwort. Ich bin gestern von einem Urlaub auf Langeoog zurück, wo ich erleben durfte, wie Tierhaltung auf vorbildlichste Weise realisiert wird.
"Was ich bei Herrn Kammermeier nicht verstehe ist, dass er angesichts der derzeit vorherrschenden Zustände nicht dafür eintritt, dass die Menschen JETZT das unnötige Leid auf das mögliche Minimum reduzieren sollten: jeder Mensch mehr, der sich vegan ernährt, leistet hier einen wichtigen Beitrag, da dann mehr Tierprodukte für die Menschen übrig bleiben, die noch an dem alten Denkmuster des Vielfleischessens (was derzeit als "normal" gilt) festhalten."
Für Veganismus treten gewiss genügend Menschen ein. Nur ist meine Idee eine andere. Man könnte sich eine Welt vorstellen (ich vereinfache), in der 90% Veganer und 10% "Fleischfresser" leben. Das würde meiner Zielvorgabe von einer Reduktion auf 10%igen Konsum von Tierprodukte schon nahekommen. Doch das ist eher unrealistisch.
Mein Modell geht von einer gleichmäßigen Verteilung der Essgewohnheiten aus. Der eine isst etwas mehr Fleisch, der andere etwas weniger, mancher gar keins. Wie man es mag und wie es der Gesundheit zuträglich ist (nicht jeder kann aus rein medizinischen Gründen auf Fleisch verzichten, anderen tut Fleisch nicht gut).
Natürlich helfen kurzfristig mehr Veganer oder Vegetarier, aber auch Leute wie ich, die maximal 10% dessen an Tierprodukten verzehren, was der Durchschnittsdeutsche zu sich nimmt. Ich halte einfach eine Werbung für das Konzept "10% sind genug" für umsetzbarer als "10% sind auch zu viel". Ich habe sehr viel Erfahrung im Bereich Marketing und weiß, dass die Kluft zwischen den Ansprüchen des möglichen Kunden (auch Ideen muss man gut verkaufen) und dem Angebot nicht zu groß sein darf.
Die Werbung für einen radikalen Veganismus stößt deswegen auf wenig Gegenliebe (maximal als hippe Mode), weil sie nicht nur in das Essen, sondern auch in andere Lebensbereiche eingreift. Da helfen auch keine Tofu-Brätlinge oder vegane Fleischwurst - im Gegenteil, diese Tierproduktenachahmerprodukte suggerieren, dass eine Ernährung mit Fleisch unter allen Umständen aufrechtzuerhalten sei. Und dann probiert man - wie mir passiert - solche veganen Fleischimitate und ist enttäuscht vom Geschmack. Möglicherweise wäre es als ehrliches fleischloses Gericht gut angekommen, aber diese Verknüpfung mit bekannten Tierprodukten drängt förmlich den Vergleich auf und den muss das Imitat verlieren.
Daher setze ich auf Reduktion auf ein vernünftiges Maß (medizinische, tierethische und sonstige Interessen berücksichtigend) und plötzlich entfaltet sich ein Strauß von Argumenten, mit denen man Konsumenten eher erreicht als mit pseudoreligiösen Extrempositionen, die zwar nicht mit einer jenseitigen Hölle, aber mit Beleidigung drohen.
"Sobald sich die Situation (Anzahl der Menschen insgesamt; Anzahl Menschen hierzulande, die zu viele Tierprodukte essen; Abschaffung der Massentierhaltung) verbessert hat, kann man ja wieder über einen anderen Ernährungsstil nachdenken."
S. o. Ja, ich wünsche der veganen Bewegung viel Zulauf. Aber die momentanen Strategien erschienen mir dafür zu unausgegoren und zu wenig "sexy".
"Aber noch ist es ja nicht soweit. Herr Kammermeier, auch Sie werden im Hier und Jetzt gebraucht. Jeder einzelne zählt! (Das einzige, was Sie dazu brauchen, sind Vitamin B12-Präparate für sich selber, die ansonsten in viel größerer Menge ins Tierfutter gemengt werden.)"
Mein Beitrag ist die Reduktion auf 10% des Konsums des Durchschnittsdeutschen. Dieses Beispiel kann Schule machen. Mein Lebensgefährtin muss auf ärztlichen Rat hin sogar bestimmte Fleischsorten verzehren, weil die (in Maßen genossen) ihrer Gesundheit dienlich sind. Das ist eine Seite, die Veganer auch einmal bedenken sollten: Nicht jeder darf auf Fleisch verzichten. Oder verlangt irgendjemand ernsthaft, man solle als Mensch leiden, weil dies (eventuell) hilft, Tierleid zu minimieren? Jedes Tier lebt wesentlich egoistischer als der Mensch. Natur ist ein einziges Fressen und Gefressen werden. Wollen wir alle tierischen Fleischfresser umbringen, um Tierleid zu verringern?
Selbst das Argument, ein nicht geborenes Tier (weil es nicht zum Verzehr gebraucht wird) sei eine Verringerung von Tierleid, ist genau betrachtet ein - gelinge gesagt - sehr bizarres Argument, denn dies beträfe ja auch jeden geborenen Menschen. Man könnte doch vielen Menschen z.B. in Afrika Leid ersparen, wenn sie nie geboren würden.
Leben an sich kann auch Leid beinhalten, aber Leben ist das, was Lebewesen wollen, trotz des möglichen Leids, das zum Ende des Lebens hin fast unvermeidbar ist. Ich überspitze jetzt mal bewusst: Veganismus zu Ende gedacht bedeutet das Ende allen Lebens, denn nur dann erstirbt mit dem letzten Lebewesen jegliches Leid. Keine schöne Vorstellung. Ich will leben, auch wenn ich dabei leiden muss...
Hallo Herr Kammermeier,
Hallo Herr Kammermeier,
danke für Ihre freundliche Rückmeldung und ich hoffe, Sie haben einen erholsamen Urlaub verbracht. Von meiner Seite noch einige Fragen...
> Für Veganismus treten gewiss genügend Menschen ein. [...]
> Mein Modell geht von einer gleichmäßigen Verteilung der Essgewohnheiten aus. Der eine isst etwas mehr Fleisch, der andere etwas weniger, mancher gar keins.
Mal ein konkretes Beispiel zur aktuellen Situation beim Schulessen und in Kantinen: dort ist das Angebot in der Regel so gestaltet, dass es nicht einfach möglich ist, sich ausgewogen tierproduktarm oder vegan zu ernähren. Vor 20 Jahren hatten wir eine ähnliche Situation beim vegetarischen Angebot und heute ist das normal. Würden Sie sagen, dass die Forderung eine vegane Essensoption zum Standard zu machen (Tierprodukte weiterhin vorhanden, aber nicht als erste Wahl), Ihre Zielvorgabe "Reduktion auf 10%igen Konsum von Tierprodukte" effektiv unterstützen würde?
> Und dann probiert man - wie mir passiert - solche veganen Fleischimitate und ist enttäuscht vom Geschmack.
Ich würde fast sagen, das geht jedem so :-). Ich habe damals viel ausprobiert und dachte auch, das kann man ja eigentlich keinem zumuten. Aber im Bewusstsein wie sehr die Tiere unter uns Menschen leiden müssen, geht es dann doch irgendwie. Der Mensch ist ja so kreativ im Finden von Lösungen. Wie könnte man mehr Menschen für Gerichte, bei denen Tierprodukte nicht im Mittelpunkt stehen, begeistern, ohne möglichst oft vegane Rezepte einfließen zu lassen?
> Natürlich helfen kurzfristig mehr Veganer oder Vegetarier, aber auch Leute wie ich, die maximal 10% dessen an Tierprodukten verzehren, was der Durchschnittsdeutsche zu sich nimmt. [...]
> Daher setze ich auf Reduktion auf ein vernünftiges Maß (medizinische, tierethische und sonstige Interessen berücksichtigend) [...]
> S. o. Ja, ich wünsche der veganen Bewegung viel Zulauf. Aber die momentanen Strategien erschienen mir dafür zu unausgegoren und zu wenig "sexy". [...]
Volle Zustimmung; jede Reduktion ist hilfreich. Ich habe rausgehört, dass Sie Bedenken haben, dass mit dem Eintreten für den Veganismus die 10%-Strategie marketing-technisch nicht funktionieren würde. Und Ihre Lebensgefährtin hat Fleisch verordnet bekommen. Hier würde mich interessieren, welche Gründe derzeit bei Ihnen dagegen sprechen, in Ihrem ganz persönlichen Konsumverhalten bei der Ernährung auch die restlichen Tierprodukte wegzulassen?
> Mein Beitrag ist die Reduktion auf 10% des Konsums des Durchschnittsdeutschen. Dieses Beispiel kann Schule machen.
In meinem Bekanntenkreis habe ich die Erfahrung gemacht, dass meine damalige starke Reduktion von Fleisch überhaupt nicht wahrgenommen wurde. Erst mit der konsequenten Umstellung auf vegan hat sich etwas geändert und z. B. bei Familienfeiern sind ein oder zwei der vielen Kuchen nun vegan. Wie sieht das in Ihrem Umfeld aus? Welche Wirkung der 10-%-Strategie konnten Sie beobachten?
> Oder verlangt irgendjemand ernsthaft, man solle als Mensch leiden, weil dies (eventuell) hilft, Tierleid zu minimieren?
Nein, das verlangt keiner. Man könnte aber verlangen, Tierprodukte von vornerein wegzulassen und erst auf ärztlichen Rat hin zu nehmen (wobei es immer mehr Ärzte gibt, die Kompetenz im Umgang mit veganer Ernährung aufgebaut haben).
Die Frage "Wer leidet mehr? Der Mensch, weil er auf Eier-Kuchen, Milchschokolade, Sahnesouflee oder Milchkaffee verzichten müsste oder die Tiere, die dafür gezüchtet und dann auch noch ihr Leben hergeben müssen?" scheint mir auch heute noch zuungunsten der Tiere beantwortet zu werden. Was meinen Sie dazu?
> Jedes Tier lebt wesentlich egoistischer als der Mensch.
Wie kann ein Tier egoistisch sein, wenn es kein Konzept vom "Ich" hat?
> Natur ist ein einziges Fressen und Gefressen werden.
Stimmt. Aber sollten wir Menschen das deswegen zur Basis unserer Moralvorstellungen machen?
> Wollen wir alle tierischen Fleischfresser umbringen, um Tierleid zu verringern?
Das macht kein Sinn, denn diese Lösung beinhaltet Leid bei denen, die man im Namen der anderen umbringen würde.
> Man könnte doch vielen Menschen z.B. in Afrika Leid ersparen, wenn sie nie geboren würden.
Warum ausgerechnet in Afrika? Leiden anderswo in der Welt keine Menschen? Was ist mit Missbrauchsopfern?
> Ich überspitze jetzt mal bewusst: Veganismus zu Ende gedacht bedeutet das Ende allen Lebens, denn nur dann erstirbt mit dem letzten Lebewesen jegliches Leid.
Diese Position ist dem Antinatalismus (siehe "Better Never to Have Been: The Harm of Coming into Existence by David Benatar", https://www.goodreads.com/book/show/660518.Better_Never_to_Have_Been) näher als dem Veganismus. Antinatalismus erkennt den Menschen als größte Quelle von Leid für sich selbst und andere auf der Welt an und appelliert an die Vernunft, zukünftiges Leid möglichst leidfrei zu reduzieren (im Gegensatz zu aus meiner Sicht dummen Vorschlägen wie Kriegen, Seuchen oder Selbstmord).
Veganismus dagegen versucht "nur" das Leid aller Tiere zu beenden, die vom Menschen unnötig ausgebeutet werden. Diese Idee ist dann vom Marketing her vergleichsweise einfach durchzusetzen ;-).
> Keine schöne Vorstellung. Ich will leben, auch wenn ich dabei leiden muss...
Der Wunsch eines jeden Lebewesens weiterleben zu dürfen, ist eine wichtige Grundlage unserer Ethik. Die entscheidende Frage an Sie als Mensch wäre: wie sehr würden Sie leben wollen, wenn Sie noch nicht gezeugt worden wären?
Soja in großen Mengen ist
Soja in großen Mengen ist keineswegs gesünder als Tierprodukte. Außerdem schmecken Tierprodukte toll und tragen erheblich zur kulinarischen Vielseitigkeit bei. Wer darauf aus pseudo-ethischen Gründen verzichtet, ist selber schuld.
@ Udo Zeitvogel "Schmeckt
@ Udo Zeitvogel "Schmeckt toll" ist natürlich DAS ethische Argument schlechthin ... wie schon Descartes sagte: "bon appétit!"
Wenn Milliarden Menschen zig
Wenn Milliarden Menschen zig Milliarden Euro pro Jahr für etwas ausgeben, dann sollte man diesen Bedarf ernst nehmen. Und das ist bei Tierprodukten ganz klar der Fall. Wenn sie so einfach ersetzbar wären, dann würden Milliarden von Menschen sie nicht täglich kaufen bzw. herstellen.
Es kann meiner Meinung keinen
Es kann meiner Meinung keinen Bedarf nach tierischen Produkten geben, weil es nicht notwendig ist tierische Produkte zu essen. Haben sie den Artikel eigentlich gelesen? Natürlich kann man alles tierische sofort weglassen. Man müsste nicht mal eine Alternative finden. Einfach ein bisschen Kreativität am Herd zeigen ;)
Klasse Logik.
Klasse Logik.
"Wenn Milliarden Menschen zig Milliarden Euro pro Jahr für etwas ausgeben, dann sollte man diesen Bedarf ernst nehmen. Und das ist bei *Schusswaffen* ganz klar der Fall.
Wenn sie so einfach ersetzbar wären, dann würden Milliarden von Menschen sie nicht täglich kaufen bzw. herstellen."
Man kann auch Heroin, Nikotin oder was immer einsetzen.
Ernsthaft: Der einzige Grund im 21. Jahrhundert, Tiere zu quälen, um sie aufzuessen, ist, dass Fleisch gut schmeckt.
Und vom Sein auf das Sollen zu schließen ("war schon immer so" bzw. "ist in der Natur") ist ein verbreiteter Logikfehler und wird im ersten Semester behandelt.
Dass das Fleisch gut schmeckt
Dass das Fleisch gut schmeckt, ist ja die Begründung für den Bedarf. Überlebensfähig ist auch der Veganer - mit genauer B12-Kontrolle usw. - jedoch hat er eine niedrigere Lebensqualität. Oder genauer gesagt: Würde der Durchschnittsmensch auf Veganismus umstellen, hätte er eine niedrigere Lebensqualität. Einzelpersonen haben immer unterschiedliche Geschmacks- und Präferenzmuster, sodass es natürlich Veganer geben kann, die ohne Tierkonsum genauso gut dran sind. Aber diese sind in einer Minderheit und das gilt nicht für den Durchschnittsmenschen. Dazu kommt noch, dass auch Tierversuche mit der Tierrechtsidee inkompatibel sind und wir natürlich sehr wohl davon profitieren, wenn manche Tierversuche legal stattfinden können. Die Tierrechte sind eine Einbahnstraße.
Heroin, Nikotin und Schusswaffen: Auch dafür gibt es einen Bedarf. Ich finde, der Staat macht es mit Nikotin ungefähr richtig: Besteuern, Aufklären, aber nicht verbieten.
Ich sehe auch eine Parallele zwischen Veganismus und sexuellem Verzicht: Man stirbt nicht, wenn man auf Sexualität verzichtet. Aber die Lebensqualität ist dann sehr wohl geringer.
"Dass das Fleisch gut
"Dass das Fleisch gut schmeckt, ist ja die Begründung für den Bedarf."
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Na und? Muß jeder "Bedarf" auch gedeckt werden - egal, wie viel Leid dadurch entsteht? Überdenken Sie das lieber nochmal.
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"Ich sehe auch eine Parallele zwischen Veganismus und sexuellem Verzicht"
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(Nicht erst) an dieser Bemerkung erkennt man, daß Sie die ethische Dimension des Veganismus noch gar nicht erfaßt haben. Im Unterschied zu sexuellem Verzicht soll er schwerstes Leid durch Umweltzerstörung, Ressourcenverschwendung und Tierquälerei verhindern. Außerdem gibt es keinen konsistenten Antifaschismus, der sich nicht auch gegen den Speziesismus richtet. Überhaupt ist die Mißachtung des ethischen Gleichheitsgrundsatzes, also die willkürliche Ungleichbehandlung von Wesen gleichartiger ethischer Objekthaftigkeit, der Hauptgrund für alle vermeidbaren Mißstände auf der Erde. Was Sie hier verteidigen, ist also der blanke Antiethizismus, bzw. -moralismus. Das ist extrem kurzsichtig, denn wenn Sie nicht bereit sind, die Interessen empfindungsfähiger Wesen nach dem ethischen Gleichheitsgrundsatz zum Zwecke bestmöglich leidvermeidenden Verhaltens zu berücksichtigen, steht es Ihnen auch nicht zu, sich zu beklagen, wenn Sie selbst oder Ihre Bezugspersonen leiden müssen, weil sich Andere ebenso verhalten.
Sie machen einen logischen
Sie machen einen logischen Fehler insbesondere im letzten Satz. Denn der Gleichbehandlungsgrundsatz gilt für die Mitglieder einer Gesellschaft zu ihrem gegenseitigen Vorteil. Also Personen. Nichtmenschliche Tiere sind jedoch keine Personen und können demzufolge auch nicht am Gesellschaftsvertrag teilhaben.
Hier geht es nicht um
Hier geht es nicht um "Gesellschaftsverträge" (beliebigen und möglicherweise faschistischen Inhalts), sondern um Ethik, deren Sinn und Zweck es ist, zu einem möglichst leidfreien Leben zu verhelfen. Folglich besteht die Klasse ihrer Bezugsobjekte in der Menge ALLER leidensfähigen Wesen. Der ethische Grundsatz der gleichen Berücksichtigung gleicher Interessen (unabhängig von Spezieszugehörigkeit, Nationalität, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Präferenz etc. pp.!) ist also keineswegs "logisch fehlerhaft". Nur seine konsequente Anwendung vermag es, jede Form von Faschismus im Keim zu ersticken und die Erde zu einem wesentlich leidfreieren Ort zu machen.
Ihr fundamentaler Denkfehler
Ihr fundamentaler Denkfehler ist, dass Sie eine objektive ethische Wahrheit verkünden würden. Dies ist inkorrekt. Es gibt verschiedene Moralphilosophien und Ihre spezifisch bevorzugte ist keinesfalls faktisch oder objektiv korrekt. Erschwerend kommt hinzu, dass Sie, selbst wenn Sie eine faktisch und objektiv korrekte Moral vertreten würden, dennoch keine praktische Autorität über andere Menschen haben. Wir sind nach wie vor frei, eine Moral, die wir nicht wünschen, abzulehnen. Sie können das als Faschismus bezeichnen, wenn Sie möchten. Jedoch können Ihre politischen Gegner auch den moralistischen Zwangsveganismus, den Sie am liebsten per Staatsdekret verwirklicht sehen würden, als kulinarischen Faschismus bezeichnen. Letztlich sind solche Kampfbegriffe lediglich rhetorische Mittel und keine verbindlichen Wahrheiten. Ich persönlich lehne eine Moral, die uns verbietet, Tiere zu nutzen, ab.
"Ihr fundamentaler Denkfehler
"Ihr fundamentaler Denkfehler ist, dass Sie eine objektive ethische Wahrheit verkünden würden."
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Es trifft doch wohl zu, daß jemand, der anderen Wesen willkürlich und ungezwungen Leid zufügt oder sich daran mitschuldig macht, nun mal nicht berechtigt ist, sich zu beklagen, wenn er seinerseits direktes oder indirektes Opfer solchen Verhaltens wird. Ein Betrüger darf halt nicht rumnölen, wenn man auch ihn betrügt. Es ist also im Interesse aller moralisch handlungsfähigen Wesen, sich leidvermeidend nach dem ethischen Gleichheitsgrundsatz zu verhalten.
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"Es gibt verschiedene Moralphilosophien"
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Es gibt die unterschiedlichsten Normativitäten, aber nur EINE Ethik und EINE aus ihr erwachsende Moral. Jedenfalls weigere ich mich strikt, vermeidbare Leiderzeugungen als "moralisch" zu akzeptieren, nur weil sie irgendeiner beliebigen Vorstellung von "gut" und "böse" oder "richtig" und "falsch" entspringen. So ist z.B. der Holocaust zwar eine Klasse von Akten nazistischer Normativität, jedoch vollkommen antimoralisch.
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"und Ihre spezifisch bevorzugte ist keinesfalls faktisch oder objektiv korrekt."
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Doch, das ist sie - zumindest für Menschen, die ein möglichst leidfreies Leben führen wollen und dafür auf das moralische Verhalten anderer Menschen angewiesen sind.
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"Erschwerend kommt hinzu, dass Sie, selbst wenn Sie eine faktisch und objektiv korrekte Moral vertreten würden, dennoch keine praktische Autorität über andere Menschen haben."
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Die brauche ich auch gar nicht, denn Ethik soll der individuellen Verhaltenssteuerung aus ebenso individueller Einsicht dienen. Nur nichtmoralische Menschen haben es nötig, "von außen", also durch Gesetze zu bestenfalls unschädlichem Verhalten gezwungen zu werden.
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"Wir sind nach wie vor frei, eine Moral, die wir nicht wünschen, abzulehnen."
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Es wäre doch ziemlich dumm, es abzulehnen, daß sich andere Menschen Ihnen gegenüber leidvermeidend nach dem ethischen Gleichheitsgrundsatz verhalten, aber verkünden Sie das nur laut genug. Die Reaktionen darauf könnten interessant sein.
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"Jedoch können Ihre politischen Gegner auch den moralistischen Zwangsveganismus, den Sie am liebsten per Staatsdekret verwirklicht sehen würden, als kulinarischen Faschismus bezeichnen."
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Wo habe ich gefordert, irgendjemanden zu irgendetwas zu zwingen? Es geht hier um ETHISCHE und keine juristischen Fragen. Tatsächlich kann erzwungenes Verhalten gar nicht moralisch sein, weil es kein Ergebnis ethischer Reflexion, sondern von Erpressung ist.
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"Ich persönlich lehne eine Moral, die uns verbietet, Tiere zu nutzen, ab."
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Ersetzen Sie "Tiere" durch "Nichtarier", "Homosexuelle", "Behinderte", "Waisenbabies" oder "alle Männer namens Udo" und begreifen Sie endlich, was ich Ihnen erkläre!
Es gibt einen Kreis
Es gibt einen Kreis moralischer Akteure. Nichtmenschliche Tiere gehören nicht in diesen Kreis. Menschenrechte sind für Menschen, und auch nur für die, die die Menschenrechte anderer achten -unabängig davon, ob diese anderen Tiere nutzen oder nicht.
"Es gibt einen Kreis
"Es gibt einen Kreis moralischer Akteure. Nichtmenschliche Tiere gehören nicht in diesen Kreis."
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Auch menschliche Säuglinge, Kleinkinder und geistig schwer Behinderte gehören nicht in diesen Kreis. Dennoch sind sie ethische Objekte und zwar schlicht deshalb, weil sie - wie auch ein Großteil nichtmenschlicher Tiere - leidensfähig sind.
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"Menschenrechte sind für Menschen, und auch nur für die, die die Menschenrechte anderer achten -unabängig davon, ob diese anderen Tiere nutzen oder nicht."
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Das ist falsch. Die Menschenrechte gelten bedingungslos - sogar für die grausamsten Verbrecher.
Sie haben Recht, dass nicht
Sie haben Recht, dass nicht alle Menschen Personen sind. Föten im Frühstadium der Schwangerschaft zum Beispiel. Auch sind nicht alle moralische Akteure, z.B. Kleinkinder. Jedoch wachsen auch diese irgendwann auf und können dann Bezug nehmen auf das, was man ihnen antut. Außerdem haben sie meist Eltern oder Bezugspersonen, die für sie einstehen. Außerdem wollen wir ja auch keine Kleinkinder essen, schließlich gibt es dafür Hühner und Schweine.
Generell kann man vielleicht sagen, dass wir mit den universellen Menschenrechten zu großzügig sind. Vielleicht sollte man den Kreis kleiner ziehen. Dass sie bedingungslos gelten, ist sicher nicht richtig, denn wir sperren ja auch z.B. Straftäter ein (Freiheitsberaubung). Wie man das auch immer bewerten mag, eins bleibt jedenfalls klar: Sämtliche nichtmenschliche Tiere in den Kreis moralisch relevanter Entitäten aufzunehmen, ist viel zu unökonomisch und weitreichend. Da verlieren wir wesentlich mehr, als wenn wir nur manche Menschen, die keine Personen sind, schützen.
Ich bin selber Fleischesser,
Ich bin selber Fleischesser, bin mir aber zumindest dessen bewusst, dass ich den Fleischkonsum weitmöglichst einschränken sollte.
Ein Kommentar wie der Ihre erscheint mir schlicht hedonistisch - wir machen es weiter, weil es *uns* so gefällt.
Und dass Fleisch einfach ersetzbar ist, zeigten und zeigen immer noch ebenfalls Milliarden von Menschen, die sich viele Jahrhunderte lang und auch heute noch Fleisch schlicht nicht leisten können und trotzdem (über)leben.
Natürlich ist es hedonistisch
Natürlich ist es hedonistisch. Sie können auch auf Sex verzichten und sterben nicht. Das entspricht aber nicht den Interessen der meisten Menschen.
Meinen Punkt, dass Fleisch
Meinen Punkt, dass Fleisch ersetzbar war und ist, haben Sie schlicht ignoriert.
Und "Interesse der meisten Menschen" - ist das Ihr ethisches Primat? Oder gibt es möglicherweise noch etwas, was darüber steht?
Ansonsten hat "Thomas" eigentlich schon alles gesagt, um die Haltlosigkeit Ihrer Position herauszustellen.
Die hohe Nachfrage nach
Die hohe Nachfrage nach Fleisch zeigt, dass es nicht ohne Verlust an Konsumentennutzen ersetzbar ist. Natürlich gibt es schlechtere Substitute. Auch das Internet ist ersetzba, z. B. durch einen Schwarz-Weiß-Fernseher mit nur ARD und ZDF. Es ist und bleibt ein dummes Argument. Ich habe den Veganismus ausprobiert und kann nur sagen: Nie wieder.
Was ist denn bitte
Was ist denn bitte Konsumentennutzen in Bezug auf Fleisch? Geschmack? Proteine? All das kann man sehr leicht ersetzen. Nur weil sie es gewohnt sind Fleisch zu essen, fällt es ihnen schwer darauf zu verzichten.
Die Quelle auf der ihre
Die Quelle auf der ihre Aussage beruht hätte ich gerne!
Ich finde es spannend, dass
Ich finde es spannend, dass vegan immer mit Soja gleich gesetzt wird.
Ich lebe vegan ganz ohne Soja, Tofu und Ersatzprodukte und habe jeden Tag eine Geschmacks- und Farbenvielfalt auf dem Teller, die nichts vermissen lässt.
Ich würde mich immer vegan
Ich würde mich immer vegan ohne Zusatzstoffe ernähren. Leider lässt das Berufsleben es nicht zu. So ernähre ich mich vegetarisch. Rohköstliche Ernährung gibt ganz viel Power, das habe ich schon gemacht. Es werden noch zu wenig Produkte angeboten...bitte mit wenig Verpackung
Ich kann mich des Eindrucks
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass einige hier einfach ihre Vorurteile aufwärmen, ohne das Buch, um das es hier geht, gelesen zu haben.
Leitzmann schreibt in seiner Schlussbemerkung: "Der Veganismus ist eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Ernährungsweise. Immer mehr Studien haben in letzter Zeit die Vor- und Nachteile veganer Kost untersucht. Dabei hat sich deutlich gezeigt, dass eine vollwertige vegane Ernährung nicht nur für eine optimale Versorgung mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen (Ausnahme Vitamin B12) sorgt, sondern in erheblichem Maße dazu beitragen kann, ernährungsmitbedingten Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes mellitus Typ 2, Atherosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und verschiedenen Krebserkrankungen vorzubeugen. Mittlerweile wird von ernährungswissenschaftlicher und medizinischer Seite aus präventiven Gründen auch eine vegane Ernährung empfohlen. Bei bereits vorhandenen Krankheiten kann eine vegane Ernährung mit viel Frischkost den Heilungsprozess aktiv unterstützen. ... Die pflanzliche Ernährung hat gute Chancen, die wichtigste Ernährungsform der Zukunft zu werden. Die Entwicklungen im Gesundheitsbereich, in der Umwelt und bei der Ressourcenverfügbarkeit werden die Geschwindigkeit dieses Wandels bestimmen. Wenn sich eine Mehrheit der Menschen für eine pflanzliche Ernährung entscheidet, ist das der beste Beitrag zur Gesundheit von Menschen, Umwelt und unseres Planeten."
Dem ist nicht hinzuzufügen.
"in erheblichem Maße dazu
"in erheblichem Maße dazu beitragen kann, ernährungsmitbedingten Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes mellitus Typ 2, Atherosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und verschiedenen Krebserkrankungen vorzubeugen."
Und nichts davon ist wissenschaftlich belegt. Einmal mehr Korrelation und Kausalität verwechselt.
In den immer wieder hitzig
In den immer wieder hitzig geführten Debatten rund um das Thema Veganismus beobachte ich bei den in der Regel ach so reflektierten Humanisten oft die gleiche Reflexhaftigkeit in ihrer Abwehrhaltung, die sie ihrerseits den Religioten vorwerfen. Diese Religioten sind ja in aller Regel für eine faktenbasierte Argumentation nicht (mehr) zu kriegen. Zu tief sitzen die meistens schon in der Kindheit eingepflanzten Hirnwürmer namens Religion, Glaube, Gott. Deshalb kann man sich eine Diskussion mit ihnen in der Regel schenken.
So ähnlich empfinde ich die Abwehrhaltung, bzw. die "Argumente", die letztlich alle keine sind, der sich in der Defensive wähnenden Fleischesser,
wenn sie mit Veganismus bzw. der dahinterstehenden Ethik konfrontiert werden. (Niemand kann diese Scheinargumente übrigens so messerscharf auseinandernehmen, wie der Diskutant Thomas. Da bleiben regelmäßig nur noch Brösel übrig. Herrlich ! Siehe seine Kommentare auf die Kommentare. Deshalb brauche ich hier seine Argumentationen, denen ich mich ausnahmslos anschließen kann, auch nicht zu wiederholen.) Vermutlich ist auch bei den Humanisten der Hirnwurm Speziesismus so früh eingepflanzt worden, ("Darf ich Ihrem Kind ein Rädchen Wurst geben ?") dass die meisten nicht mehr in der Lage sind, diesen als solchen überhaupt wahrzunehmen.
Ich habe selber ca. 50 Jahre lang gern und viel Fleisch gegessen. Unreflektiert, ignorant, egoistisch. Wie die meisten eben. Heute schäme ich mich dafür.
Erst wenn man den Sprung aus diesem auf Gewaltherrschaft basierenden System geschafft hat, erkennt man mit dem nun frei gewordenen Blick von außen,
wie krank und pervertiert das ganze in Wirklichkeit ist.
Leider berücksichtigt meiner Meinung nach auch der Humanismus viel zu wenig, dass wir Menschen nicht alleine auf diesem Planeten leben. Wenn dieser demnächst unbewohnbar sein wird (was vermutlich keine 100 Jahre mehr dauern wird), dann hat das nicht irgendein eingebildeter Gott zu verantworten und auch nicht die sehr realen Tiere, sondern einzig und allein homo sapiens. Aber wir tun immer noch so, als sei einzig der Mensch das Maß aller Dinge. Welch grenzenlose Schwarmdummheit !
Neulich habe ich einen wunderbaren Cartoon mit nur zwei Bildern gesehen:
Auf dem ersten Bild fragt ein Redner eine große Menschenmenge:
"Wer will, dass sich etwas ändert ?" Alle recken ihre Arme in die Höhe.
Auf dem zweiten Bild fragt er: "Wer will sich ändern ?"
Na, wieviele Arme gingen bei dieser zweiten Frage wohl in die Höhe ?
Die Moralkeule "Du musst Dich
Die Moralkeule "Du musst Dich vegan ernähren, sonst sterben Deinetwegen viele Tiere !" schafft doch nur reflexartigen Widerstand. Man muss sich mit dem Thema auseinandersetzen, die Zusammenhänge verstehen, wozu dieses Buch durchaus anregt.
Allerdings hätte ich mir auch gewünscht, daß der Autor mehr auf die ökologischen und ethischen Aspekte eingeht.
Grundsätzlich halten viele Menschen vegane/vegetarische Ernährung immer noch für zu teuer und zu aufwändig. Blogs von Aktivisten wie www.veggietobi.de oder die "Vegan Taste Week" der Albert Schweizer Stiftung (albert-schweitzer-stiftung.de/aktuelles/newsletter/vtw-lf) müssten bei der Betrachtung des Themas mehr in den Fokus gerückt werden.
> Die Moralkeule "Du musst
> Die Moralkeule "Du musst Dich vegan ernähren, sonst sterben Deinetwegen viele Tiere !" schafft doch nur reflexartigen Widerstand.
> Man muss sich mit dem Thema auseinandersetzen, die Zusammenhänge verstehen, wozu dieses Buch durchaus anregt.
Wenn jemand (der Sender) vorsichtig sagt: "Je mehr Menschen sich vegan ernähren, desto besser für die Tiere und die Umwelt", dann kommt bei vielen Menschen (dem Empfänger) oft genau Ihre Moralkeule an. Wie soll man diese unangenehme Botschaft denn am besten verpacken?
Der reflexartige Widerstand wird erfahrungsgemäß häufig sogar schon dann getriggert, wenn sich ein Mensch beim Essen mit anderen einfach nur als vegan outet. Die psychologischen Mechanismen kann man z. B. nachlesen in "Living Among Meat Eaters" (https://www.bloomsbury.com/us/living-among-meat-eaters-9780826415530/) aus dem Jahr 2003; damals ging es "nur" um die vegetarische Ernährung).