Nach einer Auseinandersetzung
Universität Kiel untersagt Vollverschleierung
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Nach einem Streit mit einer muslimischen Studentin untersagt die Universität Kiel das Tragen einer Vollverschleierung in Hörsälen und Seminarräumen. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin möchte das Verbot auch auf alle Schulen des Landes erweitern.
Wie die Kieler Nachrichten (KN) in der Mittwochsausgabe berichten, reagierte die Christian-Albrechts-Universität in Kiel auf einen Vorfall, der sich im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten zugetragen hatte: Als eine zum Islam konvertierte Studentin im Niqab zu einer Botanik-Veranstaltung erschien, protestierte der Dozent und meldete den Vorfall der Hochschulleitung. Diese beschloss daraufhin ein Verbot der Vollverschleierung in den Veranstaltungsräumen der Universität.
Mit dem Verbot solle Sorge getragen werden, dass "die Mindestvoraussetzungen für die zu Erfüllung universitärer Aufgaben erforderliche Kommunikation in Forschung, Lehre und Verwaltung sichergestellt sind", so das Universitäts-Präsidium. Eine offenen Kommunikation beruhe nicht nur dem gesprochenen Wort, sondern auch auf Mimik und Gestik. Deshalb dürfe ein Gesichtsschleier "in Lehrveranstaltungen, Prüfungen und Gesprächen, die sich auf Studium, Lehre und Beratung im weitesten Sinne beziehen, nicht getragen werden."
SPD, CDU und FDP begrüßten den Vorstoß der Universitätsleitung. So erklärte SPD-Vize Ralf Stegner laut Märkischer Allgemeine: "Vollverschleierung widerspricht unseren Gepflogenheiten und den Regeln des Umgangs miteinander". Grundsätzlich gelte: "Religionsfreiheit ja – Provokation nein." Der Grünen-Abgeordnete Lasse Petersdotter widersprach dieser Einschätzung: "Die Entscheidung der Universität ist ein Fehler. Dozierende und Professoren sind weder in der Lage noch beauftragt, die Mimik und Gestik der Studierenden zu bewerten."
Verbot auch in Schulen gefordert
Bildungsministerin Karin Prien (CDU) begrüßte die Entscheidung der Universität und kündigte ein Verbot der religiösen Vollverschleierung in allen Schulen des Landes an. Zwar sei kein Fall einer vollverschleierten Schülerin in Schleswig-Holstein bekannt. Dennoch solle eine entsprechende Gesetzesinitiative bis zum Sommer 2020 durchgesetzt werden.
Kommentare (15)
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"Dozierende und Professoren
"Dozierende und Professoren sind weder in der Lage noch beauftragt, die Mimik und Gestik der Studierenden zu bewerten."
Was soll denn das für eine Aussage sein? Mimik und Gestik fließen ganz natürlich in die Kommunikation ein, sie werden unterschwellig wahrgenommen. Z.B. kann die Mimik zeigen, ob jemand interessiert und desinteressiert ist, müde oder hellwach etc.
Aber letztlich ist das sowieso egal, weil die Klamotte im Islam - gerade bei Konvertiten - ausschließlich der Provokation dient und keinerlei "spiritistischen" Nährwert besitzt...
Die Aussage scheint mir
Die Aussage scheint mir schlicht der Dummfug eines Überforderten zu sein. Die 'Nie Kapp'-Entscheidung (außer im Carneval) hätte ich persönlich unterschrieben.
Sie wissen doch: In der
Sie wissen doch: In der grandiosen Parteiendemokratie müssen die Akteure stets und ständig ihr "Profil schärfen". Ein Lasse Petersdotter sah dazu die Gelegenheit gekommen, so what? Ein Grünschnabel im doppelten Sinn erklärt uns die Aufgaben der Universität – und wer weiß, ob in China nicht vielleicht schon wieder ein Sack umgefallen ist...
Richtig so.
Richtig so.
Seit Jahrtausendenden werden die Menschen mit den unterschiedlichsten Religionen an der Nase herum geführt - von Priestern, in deren eigenem Machtinteresse. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Dass Priester ihre Mitmenschen im ganz großen Stil verar... verdient keine Toleranz.
Der Grüne-Abgeordnete Lasse
Der Grüne-Abgeordnete Lasse Petersdotter [...]: "Die Entscheidung der Universität ist ein Fehler. Dozierende und Professoren sind weder in der Lage noch beauftragt, die Mimik und Gestik der Studierenden zu bewerten."
Wenn man die Entscheidung der Universität schon kritisiert, dann bitte mit Argumenten und nicht mit solchem Unfug! Ich würde mich auch nicht mit einer Person unterhalten wollen, die absichtlich ihr Gesicht vor mir verbirgt. Besonders (un)lustig stelle ich mir da Prüfungssituationen vor. Vollverschleirung als Einladung zu Betrug?
Der liebe Lasse (28) hat
Der liebe Lasse (28) hat einen Bachelorabschluss in Politik- und Islamwissenschaft und ist bis heute Mitglied des Studierendenparlaments Uni Kiel. Erklärt wohl einiges und macht mir Angst.
Herr Schiele, ich würde gerne
Herr Schiele, ich würde gerne Ihren Kommentar verstehen. leider schreiben Sie nicht, WAS Sie an dem Artikel für "Unfug" halten?
Es wird doch nicht der
Es wird doch nicht der Artikel kritisiert, sondern der Grünen-Politiker Lasse Petersdotter!
Lieber Herr Krause, wie
Lieber Herr Krause, wie Michael Fischer richtig erkannt hat, kritisiere ich die Aussage von Lasse Petersdotter.
"...sind weder in der Lage
"...sind weder in der Lage noch beauftragt, die Mimik und Gestik der Studierenden zu bewerten." Diese Bewertung geschieht automatisch während eines Gesprächs, sie ist Teil der Metakommunikation. Die Wörter allein sagen zu wenig. Das müsste jeder Politiker wissen.
Die Grünen mal wieder als
Die Grünen mal wieder als Verteidiger fundamantalistischer Religionspraktiken, wie es schon bei §1631 zu erleben war. Einfach unwählbar, solange die Vielzahl dieser irrlichternden Mitglieder innerparteilich nicht aufgeklärt wird!
So wie es aussieht, war das
So wie es aussieht, war das nur EIN Grüner. Aber interessant wäre natürlich, was die anderen dazu sagen.
Schön wäre es, wenn es sich
Schön wäre es, wenn es sich nur um Einen Grünen handeln würde...
Diese proreligiöse Haltung sitzt aber in dieser Partei viel tiefer. Für §1631d haben damals 34 Grüne gestimmt, 16 dagegen. Also doppelt so viele JA- als NEIN-Stimmen! Das Religiöse ist da immer noch sehr tief verankert. Nicht von ungefähr, geht doch die Umweltagenda der Grünen maßgeblich mit auf die kirchliche Bewegung zur Bewahrung der Schöpfung zurück.
Gemessen an dem Votum von 434
Gemessen an dem Votum von 434:100 der Abgeordneten aller Parteien war das aber sogar richtig gut!
Moin,
Moin,
eine gute Entscheidung!
Religiöse haben nichts an Universitäten zu suchen,
denn Religion ist keine Wissenschaft, sondern eine
eingeübte Glaubenssache.
Gruß
Arno Gebauer