Segen für homosexuelle Paare: Vatikan irritiert über Beschluss des Synodalen Wegs

Auf der Vollversammlung des Synodalen Wegs vom 9. bis 11. März 2023 wurde die Möglichkeit zur Segnung homosexueller Paare in der katholischen Kirche Deutschlands beschlossen.

Der "Synodale Weg" hatte am vergangenen Wochenende beschlossen, dass in der katholischen Kirche Deutschlands Segensfeiern für homosexuelle Paare erlaubt sein sollen. Der Vatikan zeigt sich über die Eigenmächtigkeit der deutschen katholischen Kirche irritiert.

Ins Leben gerufen wurde der Synodale Weg 2019 als Reaktion auf den Vertrauensverlust der Gläubigen in die katholische Kirche Deutschlands. Gemeinsam mit den kirchlichen Laien wollten dort die Funktionäre der deutschen katholischen Amtskirche über mögliche Reformen sprechen. Während der Vollversammlung am vergangenen Wochenende fasste der Synodale Weg unter anderem den Beschluss, in der deutschen katholischen Kirche auch Segensfeiern für Homosexuelle zuzulassen.

Medien und reformorientierte Mitglieder des Synodalen Wegs feierten den Beschluss. Allerdings hätte allen Beteiligten bereits zum Zeitpunkt der Beschlussfassung klar sein müssen, dass der vermeintlich große Schritt in Richtung Modernisierung keineswegs so groß ist wie dargestellt – und möglicherweise nicht einmal stattfinden wird.

Zum einen kam die Entscheidung mit der notwendigen Mehrheit nur deshalb zustande, weil sich die reformskeptischen Bischöfe enthielten, statt mit "Nein" zu stimmen, und zum anderen haben die Reformvorschläge keine bindende Wirkung, sie sind Empfehlungen – Kann-Bestimmungen, keine Muss-Bestimmungen. Aber gut, "immerhin" möchte man sagen, für die katholische Kirche trotzdem erstaunlich.

Doch selbst diese erstaunliche Mini-Modernisierung wird möglicherweise verpuffen, denn der Vatikan zeigt sich bereits äußerst irritiert über die geplante Zulassung von Segensfeiern für homosexuelle Paare in der katholischen Kirche Deutschlands. Laut übereinstimmenden Medienberichten erklärte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bei einer Buchpräsentation am Montagabend vor Journalisten in Rom, dass eine Ortskirche keine Entscheidungen treffen könne, die die Weltkirche beträfen. Im Übrigen habe sich der Heilige Stuhl bereits deutlich zu dem Thema geäußert. In der Tat hatte die vatikanische Glaubenskongregation bereits 2021 explizit erklärt, dass die katholische Kirche keine Vollmacht habe, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts zu segnen.

Pietro Parolin ist einer der drei mächtigen Kurienkardinäle im Vatikan, die dem "Synodalen Rat" im Januar eine Absage erteilt hatten – mit deutlicher Unterstützung des Papstes. Der "Synodale Rat" war geplant als eine Art dauerhafter Nachfolger des "Synodalen Wegs" und als Kernelement des deutschen katholischen Reformprozesses. Ein Rat auf Ebene der Bischofskonferenz, zu gleichen Teilen besetzt aus Bischöfen und katholischen Laien, der nicht nur gemeinsam beraten, sondern auch gemeinsam Entscheidungen treffen sollte. 

Rom betrachtete den Synodalen Weg in Deutschland von Anfang an mit Skepsis. Man befürchtet im Vatikan eine Kirchenspaltung, sollte die deutsche katholische Kirche zu eigenmächtig handeln. Entsprechend streng waren bisher die Ansagen aus Rom. Wie der Vatikan nun offiziell auf die jüngsten Beschlüsse des Synodalen Wegs reagieren wird, bleibt spannend. Reformwillige Katholiken sollten sich diesbezüglich aber wohl keine großen Hoffnungen machen.  

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Kommentare (7)

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Do. 16 Mär 2023 - 15:09

Dies sinnlose Schmierenkomödie fürs Volk wurde absolut umsonst veranstaltet.
Es ist wie immer, nur Worte ohne reale Bedeutung und die einfältigen Menschen klammern sich wieder an eine Hoffnung, welche nie Realität werden wird.
Wie lange lasst Ihre euch noch verarschen von einem Betrüger, dem jetzigen Papst sowie allen Päpsten vor Ihm, der euch Märchen vorgaukelt.

Gerhard Lein (nicht überprüft)

Do. 16 Mär 2023 - 15:47

Es sind und bleiben alte erstarrte Patriarchen im fernen Rom.

Thomas B. Reichert (nicht überprüft)

Do. 16 Mär 2023 - 16:51

Nichts anderes als eine schlechte Theatervorstellung. Der Papst spielt hier den "Bad Cop" und der "Synodale Weg" spielt hier den "Good Cop". Hier wird also vom eigentlichen Problem abgelenkt - ein Schmierentheater.
Wie schon öfters mitgeteilt: Das Christentum ist eine logisch konstruierte Irrlehre - bewusste Volksverdummung. Hier hat man bewusst das Volk in Gruppen gespaltet, Menschen desinformiert, desorientiert, manipuliert ...
Beim Christentum muss man nichts Glauben, da es sich hierbei um eine bewusst erschaffene Irrlehre handelt. Die Tora, Bibel, Koran ... sind ausgedachte, mehrdeutige Texte ... unter anderem Anleitungen wie man Menschen ködern, führen, formen, trösten, beherrschen und schlussendlich wie man Sozialstrukturen aufbaut und von dem einfachen Volk profitieren, wie man es geistig versklaven kann.

AW (nicht überprüft)

Fr. 17 Mär 2023 - 05:24

Das Verständnis oder gar Solidarität mit homosexuellen Paaren die sich den Segen der katholischen Kirche wünschen, hält sich in Grenzen.

Tobias Seyb (nicht überprüft)

Fr. 17 Mär 2023 - 22:31

Schwule respektieren?
Klar. Ist doch keine Frage.

Schwule Katholiken respektieren?
Noch weniger als "konventionelle" Katholen, ist schwul sein doch im klaren Gegensatz zur kath. Ideologie.
Ich geh ja auch nicht als Vegetarier und Tierschützer zum Angelverein.

Katholisch macht blöd. Sorry.

wolfgang (nicht überprüft)

So. 19 Mär 2023 - 07:58

Erst kam ein Gott, dann kam ein Jesus, dann kam die Kirche. Synodaler Weg.

Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Di. 21 Mär 2023 - 14:30

Der "Weg" scheint in die Richtung zu führen, dass dem Papst genauso egal ist, was der Synodale Weg sagt wie dem letzteren das, was der Papst sagt. Kommt es zum Schisma im 21. Jahrhundert? Vielleicht. Was aber nichts heißt, denn letztlich ist es - da bin ich ziemlich sicher - der Mehrheit der Bevölkerung hierzulande inzwischen sowohl egal, was der Papst, als auch, was der Synodale Weg sagt.

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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