Gesellschaft

Fritz Bauer (1903 – 1968)

Der posthume Demokrat

Vor 55 Jahren, am 1. Juli 1968, starb Fritz Bauer. Wie kein anderer Jurist in der Bundesrepublik hatte er als hessischer Generalstaatsanwalt nach dem Krieg die NS-Verbrechen verfolgt. Dafür wurde er von vielen bekämpft und geschmäht – vor allem von der CDU. Ende des letzten Jahres hat Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) ihn posthum mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille geehrt. Fritz Bauer konnte sich dagegen nicht mehr wehren.

Humanismus und Krieg: Auf der Suche nach Menschlichkeit inmitten von Konflikten

Kriege sind ein ständiges Merkmal der menschlichen Geschichte und haben eine Spur der Verwüstung, des Verlustes und des Leids hinterlassen. Dazu gab es immer auch "Kollateralschäden" wie die Einschränkung von Grundrechten wie zum Beispiel der Meinungsfreiheit, enorme Umweltschäden (radioaktive Kampfmittel bis hin zu Atombomben), zerstörte Staudämme usw. Inmitten des Chaos und der Zerstörung gab es jedoch immer wieder Einzelpersonen und Bewegungen, die von dem Glauben an den Wert und das Potenzial der Menschheit getragen wurden.

Terre des Femmes klärte an Schulen über Zwangsheirat auf

Das Ende des Schuljahres rückt näher, bald beginnen die Sommerferien. Für die meisten ein Grund zur Freude – für viele SchülerInnen aus streng patriarchalen Familien hingegen steigt damit das Risiko einer Zwangsverheiratung in den Sommerferien. Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes startete deshalb zum zweiten Mal die "Weiße Woche" und ging vom 6. bis 9. Juni gemeinsam mit der Berliner Polizei an Berliner Schulen, sensibilisierte Schülerschaft und Lehrkräfte und stellte Hilfsmöglichkeiten und Anlaufstellen vor.

Empfindsame Tiere: Schweine

Tierquälerei wird kaum bestraft

Die Tierrechtsorganisationen Deutsches Tierschutzbüro, SOKO Tierschutz, Animal Rights Watch (ARIWA) und tierretter.de haben die Website www.tierschutz-skandale.de veröffentlicht. Hinter der Website verbirgt sich eine Datenbank der Tierschutz-Skandale, die diese Organisationen seit 2016 dokumentiert und veröffentlicht haben. Ohne die Organisationen wären die 163 Fälle von Tierquälerei in der tierhaltenden Landwirtschaft vermutlich niemals entdeckt und aufgedeckt worden, denn die Behörden hatten keine Kenntnis davon.

Die Kirche haftet

Die Kirche haftet für die Missbrauchstaten ihrer Kleriker, die ihr Amt zur Tatbegehung nutzen, und zwar unabhängig von einem Verschulden der Leitungsverantwortlichen. Das folgt aus den Grundsätzen der Amtshaftung, wie sie von Gerecke/Roßmüller letztes Jahr in der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW) ausführlich dargestellt wurden. Diese in der Rechtspraxis herrschende Auffassung wurde nunmehr vom Landgericht Köln in seinem Urteil vom 13. Juni bestätigt.

Die Welt der Desinformationen, Lügen, Manipulationen und Verschwörungsmythen

"Heute kann jeder und jede jeden Unsinn veröffentlichen und über Soziale Netzwerke in die Welt hinausblasen. Wenn der richtige Ton angeschlagen wird, sorgen Algorithmen dafür, dass er oder sie gehört wird". Angriffe aktivieren auch Abwehrkräfte; vor zwei Jahrzehnten begann der Kampf gegen Fake News in den USA, 2014 stellte sich "CORRECTIV.Faktencheck" als erstes gemeinnütziges Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum der Aufgabe, Falschnachrichten zu kennzeichnen und Fakes Recherchen entgegenzusetzen.

Immer mehr Religionslose: Die Politik muss nun handeln

32,3 Prozent der Schweizer Bevölkerung bezeichnen sich gemäß neusten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) als "ohne Religionszugehörigkeit". Weitere 36,6 Prozent gehören zwar formal einer Religion an, bezeichnen sich selbst aber weder als religiös noch als spirituell. Angesichts dieses rasanten Bedeutungsverlusts der Religionen fordert die Freidenker-Vereinigung der Schweiz (FVS) eine konsequent säkulare Politik auf allen Ebenen.

300.000 Euro für Missbrauchsopfer

Am Dienstag hat das Landgericht Köln das Erzbistum Köln zur Zahlung von 300.000 Euro Schmerzensgeld an einen Missbrauchsbetroffenen verurteilt. Das ist der erste Fall, in dem ein Gericht einem Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs durch Priester der katholischen Kirche eine Entschädigung in Form eines Schmerzensgelds zuspricht.

Entscheidung über die Klage des bfg vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof

Morgen wird der Bayerische Verfassungsgerichtshof über die Klage des Bundes für Geistesfreiheit gegen das Polizeiaufgabengesetz (PAG) entscheiden. Mit dem PAG steht die Tür zum autoritären Polizei- und Überwachungsstaat weit auf. Zahlreiche Grundrechtseinschränkungen und Überwachungsmaßnahmen sind verfassungswidrig und können bei "drohender Gefahr" noch immer unbefristet verlängert werden.