Internationales

Symbolbild

Mädchen muss sterben, weil sie mit einem Jungen gelacht hat

Ariana soll in einem Park im Gespräch mit einem Jungen gelacht haben. Grund genug für ihren Vater, die 15-Jährige zu erschießen. Nach seiner Festnahme behauptete der Mann, die Schrotflinte versehentlich abgefeuert zu haben. Eine Verwandte spricht von einem sogenannten Ehrenmord. Ein solcher Mord ist keine Seltenheit im Iran und wird juristisch anders bewertet als ein "normaler" Mord.

Saudi-Arabien: Twitter-Userin muss für 34 Jahre ins Gefängnis

34 Jahre Haft für die saudische Studentin Salma al-Shehab, weil sie sich auf Twitter für Frauenrechte ausgesprochen und Tweets von Dissidenten retweetet hat: Das ist das höchste Urteil, das Saudi-Arabien jemals in einem solchen Fall ausgesprochen hat. Die Ereignisse werfen auch ein düsteres Licht auf die Verstrickungen des saudischen Königshauses mit der Social-Media-Plattform.

Masih Alinejad

"Der Iran tut alles, um mich zu brechen"

Die in New York lebende Journalistin Masih Alinejad ist Initiatorin des Projekts "My Stealthy Freedom" ("meine heimliche Freiheit"). Hier ruft sie Frauen dazu auf, Videos zu teilen, in denen sie öffentlich ihr Kopftuch ablegen. Nach neuen mutmaßlichen Anschlagsplänen steht Alinejad nun unter besonderem Schutz. Der hpd hat ausführlich mit der Frau gesprochen, die der Iran nur zu gern zum Schweigen bringen würde.

Strengere Sittengebote spalten Irans Bevölkerung

Präsident Ebrahim Raisi möchte, dass im Iran die Hijab-Regeln eingehalten werden. Gegen Verletzungen der Kleiderordnung geht die Regierung hart vor. Eine neue Polizeieinheit kontrolliert, ob die Iranerinnen islamisch genug gekleidet sind. Die Gesellschaft ist gespalten. Kritiker meinen, die Regierung wolle mit der Verschärfung des Hijab-Mandats nur von der wirtschaftlichen Not des Landes ablenken.

Indien: Religiöse Unruhen nehmen nicht ab

Ende Mai hatte sich die Politikerin Nupur Sharma in einer TV-Debatte kritisch zur Ehe des Propheten Mohammed mit einer Minderjährigen geäußert. Seitdem haben sich die religiösen Konflikte im Land noch einmal verstärkt. Es kam nicht nur zu diplomatischen Verstimmungen mit muslimischen Ländern, zu unzähligen Anzeigen und Bedrohungen – unter anderem von Sharma und der Moderatorin der Debatte – sondern gar zu Morden.

Deutsch-Iraner von Hinrichtung bedroht

Einem deutsch-iranischen Regimekritiker droht im Iran die Todesstrafe. Ein Revolutionsgericht in Teheran wirft dem 67-jährigen Jamshid Sharmahd "Verdorbenheit auf Erden" sowie die Beteiligung an einem Bombenanschlag vor. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International befürchtet, dass ein Todesurteil jederzeit erfolgen kann.

Pakistan: Wegen Blasphemie zum Tode verurteilt

Weil er auf die Bezahlung seiner Arbeitsleistung pochte und keinen Religionsrabatt einräumen wollte, wurde der heute 34 jährige Mechaniker Ashfaq Masih 2017 nach einer Blasphemie-Anschuldigung verhaftet. Nun hat ein Gericht in Lahore ihn zum Tode verurteilt. Ein Anwaltsteam will Masihs Fall nun vor Lahores Obersten Gerichtshof bringen.

UN erklärt eine saubere Umwelt zu einem Menschenrecht

Die UN-Vollversammlung hat das Recht auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt als eigenständiges Menschenrecht anerkannt. Am Donnerstag vergangener Woche wurde eine entsprechende Resolution in New York von 161 Staaten bei keiner Gegenstimme und acht Enthaltungen (unter anderem von Russland, China und dem Iran) angenommen.

Kansas: Knapp 60 Prozent stimmen für die Möglichkeit legaler Abtreibung

Nachdem der Oberste US-Gerichtshof Ende Juni das Roe v. Wade-Urteil, welches das Recht auf den legalen Schwangerschaftsabbruch festlegte, gekippt hatte, fiel den Bundesstaaten eine Entscheidung über neue Regeln und Verbote zu. Am Dienstag entschieden sich die Menschen im Bundesstaat Kansas bei einem Referendum für den Schutz der legalen Abtreibung: Nach dem vorläufigen Auszählungsergebnis stimmten 58,8 Prozent der Wähler*innen gegen einen massiven Eingriff in reproduktive Rechte.