Internationales

Marina Owsjannikowa hielt im russischen Staatsfernsehen ein Protestplakat gegen den Krieg hoch

"Eine ganze Generation ist mit Putins Propaganda aufgewachsen"

Mit ihrer sechs-sekündigen Plakataktion in der Hauptnachrichtensendung "Wremja" des russischen Staatsfernsehens wurde Marina Owsjannikowa über Nacht zur weltweit gefeierten Ikone für Presse- und Meinungsfreiheit. Sechs Sekunden, die das Leben der 43-jährigen Redakteurin für immer verändern sollten. Sven Lilienström, Gründer der Initiative "Gesichter der Demokratie", sprach mit Marina Owsjannikowa über die Beweggründe ihrer mutigen, wenngleich auch folgenreichen Störaktion, die Minuten danach und die Frage, wie ihre Familie reagiert hat.

Pakistan: Blasphemie-Anschuldigungen und ihre Konsequenzen

In regelmäßigen Abständen hagelt es Blasphemie-Anschuldigungen in Pakistan. Diese können lebensgefährlich für die Beschuldigten werden, wie eine Auswertung des pakistanischen Centre for Social Justice für das Jahr 2021 zeigt. Im Human Rights Observer führt das Zentrum für das vergangene Jahr 84 nach pakistanischem Strafgesetzbuch Beschuldigte und drei Lynchmorden zum Opfer gefallene Personen auf. Die Gesetzgebung bietet Spielraum für Missbrauch, um missliebige Mitmenschen loszuwerden.

Guatemala: Kongress nimmt Gesetz zum Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen und höhere Strafen für Abtreibung zurück

Ausgerechnet am 8. März, dem Weltfrauentag, stimmte der guatemaltekische Kongress für "Ley 5272", ein Gesetz, dass Leben und Familie schützen sollte. Da dieses Gesetz jedoch de facto nur dazu gedient hätte, Abtreibung noch härter zu bestrafen, Schwangere unter Generalverdacht zu stellen und gleichgeschlechtliche Ehen zu verbieten, war der folgende Protest im Land riesig. So riesig, dass das Gesetz bereits am 15. März wieder zurückgenommen wurde.

Solidarität mit Raif Badawi und seiner Familie!

Die Giordano-Bruno-Stiftung hat im Verbund mit anderen Organisationen eine Spendenkampagne für den saudischen Blogger Raif Badawi gestartet, der vor einer Woche aus dem Gefängnis entlassen wurde, aber Saudi-Arabien noch immer nicht verlassen darf. Spenden sind ab sofort über die Plattformen betterplace.me (deutschsprachig/Europa) und gofundme.com (international) oder per Überweisung auf ein Treuhandkonto in Deutschland möglich.

Afrin (2009)

Afrin ist seit vier Jahren besetzt

Putins Überfall auf die Ukraine wertet die Türkei geopolitisch auf. Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnt daher vor neuen Angriffen der Türkei auf Nachbarländer. Nachrichten über Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen in Afrin reißen nicht ab.

Palacio de las Cortes, Sitz des Abgeordnetenhauses

Spanien: Ombudsmann soll kirchlichen Missbrauch untersuchen

Lange hatte die spanische katholische Kirche sexuelle Übergriffe auf Minderjährige aus ihren eigenen Reihen vertuscht. Erst eine große Medienrecherche hatte zahlreiche Fälle aufgedeckt. Nachdem es bereits andere Länder vorgemacht haben, soll nun auch in Spanien eine unabhängige Stelle Untersuchungen durchführen. Nachdem zunächst eine Wahrheitskommission im Raum stand, wird sich das Parlament nun wohl doch für eine Prüfung durch den Ombudsmann entscheiden.

Barbarischer Rekord

Nachdem am 11. März freudig verkündet werden konnte, dass der saudische Blogger Raif Badawi nach zehn Jahren aus der Haft entlassen wurde, ließ Saudi-Arabien am 12. März 81 Menschen wegen unterschiedlicher Verbrechen hinrichten – an einem einzigen Tag. Es war die größte Massenhinrichtung seit Langem. Damit sind in diesem Jahr schon jetzt mehr Menschen hingerichtet worden als in den beiden Vorjahren.

Mahnwache für Raif Badawi

Raif Badawi aus Gefängnis entlassen

Der saudische Blogger Raif Badawi wurde nach jahrelangen internationalen Protesten und Bemühungen zahlreicher Organisationen am vergangenen Freitag endlich aus der Haft entlassen. 2014 war Badawi wegen "Beleidigung des Islams" zu zehn Jahren Haft und tausend Peitschenhieben verurteilt worden.