Kunst und Kultur

Alexandre in einer Rückblende als Kind (Davan Collin)

Ein kompliziertes Mosaik des Missbrauchsskandals in Überlänge

Passend zur gleichzeitig stattfindenden Bischofskonferenz kam gestern ein Film über den Missbrauchsskandal in die Kinos: "Gelobt sei Gott". Das hochgelobte Werk von François Ozon erzählt die wahre Geschichte von ehemaligen Opfern aus Lyon, die sich zusammentun und öffentlich anprangern, was ihnen widerfahren ist. Der Stil des preisgekrönten Films in Überlänge ist leider sehr anstrengend, denn er macht es dem Zuschauer schwer, ihm zu folgen.

Vom Fischen und von der Liebe

Fast dreißig Jahre hat es gedauert, bis aus dem Nachlass von Benoîte Groult, ediert von einer ihrer drei Töchter, etwas herauskam, das ebenso interessant ist und wie eine Ergänzung von "Salz auf unserer Haut" wirkt. Jüngere kennen das damalige Werk der Bestsellerautorin vermutlich nicht, aber der Aufschrei damals, 1988 erst in Frankreich, 1989 in Deutschland, war riesengroß. Als sexistisch, feministisch, pornografisch wurde das Buch klassifiziert, hatte doch eine Frau mal über Sex und Gefühle geschrieben, was vornehmlich den Männern zugebilligt wurde – die dann natürlich von der Sicht der Männer über die Frauen und deren Sexabenteuer handelten, so als ob nur denen die wahre Sicht vorbehalten war.

Jesus auf dem E-Scooter

Aus Gründen des Tierschutzes forderte die Tierrechtsorganisation PETA vergangene Woche, bei den nächsten Oberammergauer Passionsspielen auf den traditionellen Jesus-Ritt auf einem Esel zu verzichten. Alternativ könne der Jesus-Darsteller einen Elektro-Tretroller nutzen. Ein Sturm der Entrüstung folgte.

Allen zu Diensten – Geschichte eines Geheimagenten

Der Historiker Bodo von Hechelhammer beschreibt in "Spion ohne Grenzen. Heinz Felfe – Agent in sieben Geheimdiensten" das Leben des Genannten, der sowohl für den BND wie für den KGB arbeitete. Der Autor arbeitet in der Biographie auf Grundlage von intensivem Quellenstudium einen früheren Skandal auf, wobei tiefe Einblicke in den Lebensweg eines Opportunisten deutlich werden.

Kunst am Bau für die Evolution

Am 21. Januar dieses Jahres wurde der erste Evolutionsweg feierlich eröffnet. Er hat nun eine weitere künstlerische Ergänzung erhalten. Das bisher eher unansehnliche Trafohäuschen der Süwag-Tochter Syna GmbH und der Energiegesellschaft Leimen erhielt durch den Graffiti-Künstler Raphael Joachim einen neuen, evolutionären Anstrich.

Spott sei Dank!

Seit November 2018 veröffentlicht der hpd wöchentlich eine Karikatur. Hier finden Sie die zwischen November 2018 und September 2019 erschienenen Werke in absteigender Reihenfolge ihres Erscheinens.

Das inszenierte Lesen

Die Lesungen sind vorbei, "Der Bewerb" oder der Betriebsausflug der Literatur, "das Wettlesen" – wie man das auch immer tituliert hat, der Bachmann-Wettbewerb hat Preise vergeben, die nach Höhe des Preisgeldes gestaffelt sind.

Museologisch besonders gelungen ist das Arrangement von 30 Sammelbüchsen des NS-Winterhilfswerks ...

Unheimlich bayerisch

Das muss man gesehen haben, so lange der Eintritt ins neue graue Museum der überbayerischen Geschichte frei ist. Regensburg ist eine Reise wert, ob das Museum den Wert erhöht, mag dahingestellt bleiben. Beachtlich ist jedenfalls, wie mit vielen Millionen die Geschichte Bayerns höchstoffiziell und staatsgetragen abgehandelt wird.

Wörter sind empfindlich

Die Autorin schreibt über Sex. Na und? Ist das verwerflich? Das tun doch andere Schriftsteller auch. Ja, Männer hauptsächlich. Unwillkürlich ertappt man sich, dass man fast in der Befangenheitsfalle sitzt, wenn man als Mann über das Buch einer Frau schreibt – doch dieses Gefühl kommt seltsamerweise bei diesem Buch von Doris Anselm überhaupt nicht auf, vielleicht weil es so unaufdringlich ist.