Argentinien

Symbolbild

Haft wegen Missbrauchs für Papst-Vertrauten

Die seit Anfang 2019 laufenden Ermittlungen gegen den ehemaligen Bischof von Orán wegen Missbrauchs von Seminaristen endeten nun mit einer Verhandlung samt Verurteilung. Gustavo Óscar Zanchetta erhielt eine Haftstrafe von viereinhalb Jahren. Dem argentinischen Ex-Bischof wird ein enges Verhältnis zum aktuellen Papst nachgesagt.

Grüne Tücher sind in Latein- und Südamerika das verbindende Symbol der Frauenrechtler:innen

Argentinien: Südamerikanisches Vorbild zur Abtreibungsgesetzgebung?

Ende 2020 legalisierte Argentinien die Abtreibung bis zur 14. Schwangerschaftswoche. Für viele Lateinamerikaner:innen ein Hoffnungsschimmer, dass andere Länder wie Kolumbien, Mexiko oder Chile nachziehen. Während der Kongress im mexikanischen Bundesstaat Quintana Roo Anfang März eine Entkriminalisierung ablehnte und das Land weiterhin einen Flickenteppich an Abtreibungsgesetzen aufweist, könnte es in Kolumbien und Chile in Richtung Legalität gehen.

Proteste für die Legalisierung der Abtreibung in Argentinien

Argentinien legalisiert Abtreibungen

Ein Ruck geht durch Argentinien, das Heimatland des amtierenden Papstes. Kurz vor dem Jahreswechsel bestätigte der argentinische Senat ein Gesetz, das Abtreibungen bis zur 14. Schwangerschaftswoche erlaubt. Der Senat nickt damit einen von Präsident Alberto Fernández eingebrachten Vorschlag ab, nachdem ein ähnlicher Vorstoß seines Vorgängers im Jahr 2018 gescheitert war.

Argentinien: Wird Abtreibung legalisiert?

Abtreibung im überwiegend katholischen Argentinien ist mit wenigen Ausnahmen verboten. Hunderttausende Frauen unterziehen sich jedes Jahr illegalen und teilweise unter katastrophalen Bedingungen durchgeführten heimlichen Abtreibungen. Präsident Alberto Fernández hat nun einen Gesetzes-Entwurf vorgebracht, der Straffreiheit für Schwangerschaftsabbrüche bis zur 14. Schwangerschaftswoche und kostenlose medizinische Begleitung vorsieht. Während Befürworter*innen den Entwurf loben, gibt es auch harsche Kritik von Kirche und Anti-Abtreibungsverbänden.

Argentinien: Katholische Kirche verliert massiv Gläubige

Obwohl sich noch die Mehrheit der Menschen in Argentinien zum Katholizismus bekennt, verliert die katholische Kirche doch massiv Gläubige. Eine staatlich beauftragte Befragung kommt zum Ergebnis, dass sich über 13 Prozent der Menschen von der katholischen Kirche abgewandt haben. Zugenommen hat die Anzahl der Konfessionsfreien und der Evangelikalen.

trauriges Mädchen

Argentinien: Jungen Mädchen nach Vergewaltigung legale Abtreibung verweigert

Für weltweite Empörung sorgt aktuell der Fall eines elfjährigen Mädchens in Argentinien, dem eine Abtreibung verweigert wurde. Das Kind wurde vergewaltigt und schwanger. Obwohl auch im überwiegend katholischen Argentinien eine Abtreibung nach einer Vergewaltigung erlaubt ist, gab das Gesundheitsministerium die Order "beide Leben zu retten". Im Krankenhaus wurde diese Anweisung mittels Kaiserschnitt umgesetzt.

Buenos Aires

Finanzielle Unterstützung des Klerus, trotz Missbrauch und Homophobie

Die katholische Kirche erhält in Argentinien jährlich 130.000.000 argentinische Pesos (etwas über drei Millionen Euro) vom Staat. Dabei gäbe es neben der dringend notwendigen Trennung von Staat und Kirche noch weitere Gründe, die großzügige finanzielle Unterstützung zu beenden. Werden doch auch dort sexuelle Übergriffe auf Minderjährige und menschenverachtende Aktionen in katholischen Schulen aufgedeckt.