Evolution

Viren

Die faszinierende Welt der Viren

Viren sind weit mehr als Krankheitserreger, sie prägen das Leben auf unserem Planeten. Die emeritierte Professorin für Virusökologie der Pennsylvania State University, Marilyn J. Roossinck, führt mit ihrem Buch überaus eindrucksvoll durch die Welt dieser nahezu unsichtbaren Organismen.

Schimpansengruppe im Leipziger Zoo

Die Ursprünge der Sprache

Die menschliche Sprachfähigkeit ist möglicherweise nicht so einzigartig wie bisher angenommen. Schimpansen verfügen über ein komplexes Kommunikationssystem, mit dem sie Rufe zu neuen Bedeutungen kombinieren können, ähnlich der menschlichen Sprache. Forscher haben im Gehirn von Schimpansen eine neuronale Verbindung entdeckt, die mit Sprache in Zusammenhang steht.

Orang-Utans

Menschenaffen besitzen ein soziales Gedächtnis

Wie beeinflussen soziale Modelle das Gedächtnis von Menschenaffen? Das untersuchten Forschende des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, indem sie jungen und erwachsenen Menschenaffen Videos zeigten, in denen eine menschliche Hand oder ein mechanischer Greifarm einen Turm baute. Dabei erinnerten sich erwachsene Menschenaffen besser an die von Menschenhand gebauten Türme als an die von dem Greifarm gebauten. Welche Mechanismen dem zugrunde liegen, untersuchte das Team mittels einer KI-basierten Videoanalyse.

Schimpansengruppe im Leipziger Zoo

Schimpansen besitzen Dialekte

Eine neue Studie über wild lebende Schimpansen (Pan troglodytes verus) im Taï-Nationalpark in der Elfenbeinküste zeigt, dass die Gesten, mit denen Schimpansenmännchen aus vier benachbarten Gruppen Weibchen zur Paarung auffordern, unterschiedliche Dialekte widerspiegeln könnten. Eine Geste, die hauptsächlich in einer der Gruppen verwendet wurde, verschwand nach einem Wildereivorfall vor 20 Jahren aus dem Repertoire und wurde in dieser Gesellschaft nicht wieder beobachtet. 

Unsere Vorfahren lebten vor drei Millionen Jahren vegetarisch

Vormenschen wie der Australopithecus, der vor etwa 3,5 Millionen Jahren im südlichen Afrika lebte, haben kein oder kaum Fleisch gegessen – das haben Tina Lüdecke und ihr Team am Max-Planck-Institut für Chemie mithilfe einer Isotopenmessung an fossilen Zähnen nachgewiesen. Die Mainzer analysierten zusammen mit Forschenden von der Witwatersrand-Universität in Südafrika Zahnschmelzproben von sieben Vormenschen. Das Verhältnis von schweren zu leichten Stickstoffisotopen zeigte, dass Fleisch, wenn überhaupt, nur selten auf dem Speiseplan der Australopithecinen stand.

Illustration der Frau aus Zlatý kůň

Älteste Genome moderner Menschen entschlüsselt

Von den ersten modernen Menschen, die Europa erreichten, als dort noch Neandertaler siedelten, konnten bisher nur wenige Genome sequenziert werden. Einem internationalen Team unter der Leitung von Forschenden des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig ist es nun gelungen, die bislang ältesten Genome moderner Menschen zu entschlüsseln.

Während der Führung

In Österreich hat der erste Evolutionsweg eröffnet: in Gablitz bei Wien

Für die Leserschaft des hpd ist der Evolutionsweg, der von den Säkularen Humanisten – Giordano-Bruno-Stiftung Rhein-Neckar entwickelt worden ist, ein bekanntes Konzept. Der hpd hat schon mehrfach von Öffnungen dieses Freiluftmuseums berichtet, etwa in Egelsbach (Hessen), im brandenburgischen Templin oder in Ottersheim (Rheinland-Pfalz). Mehr als zehn Standorte befinden sich mittlerweile in Deutschland, nunmehr feierte der Evolutionsweg sein Debüt in Österreich, in der charmanten Marktgemeinde Gablitz – ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen im Wienerwald und Ausflüge in die Natur. Die Gemeinde ist überzeugt, dass dieser Evolutionsweg schnell viele Besucher anziehen wird.

Steffen Münzberg

Neue Theorie über Leben, Denken, Kultur und Technik

Wie kommt es, dass sich eine Schnecke so anders verhält als ein Stück Seife, obwohl sie doch aus ähnlichen Atomen bestehen? Und warum kann eine Affenart Gedichte schreiben und Raumstationen bauen, andere Affenarten jedoch nicht? Wieso überhaupt kann ein Zellklumpen im Schädel denken? Um zu erklären, wie diese erstaunlichen Eigenschaften in die Materie hineingeraten sind, hat Steffen Münzberg eine neue Theorie zur gemeinsamen grundlegenden Struktur von Leben, Denken, Kultur und Technik entwickelt, die er am 3.August auf dem XXV. Weltkongress für Philosophie in Rom 2024 vorgestellt hat.

"Im Lichte des Gerhard Vollmer"

Kaum jemand hat die Bedeutung der Evolutionstheorie für die Philosophie so umfassend beleuchtet wie der Physiker und Philosoph Gerhard Vollmer. Zum 80. Geburtstag des gbs- und HAI-Beirats ist nun der Sammelband "Im Lichte der Evolution" herausgekommen, der eindrucksvoll belegt, dass intellektueller Anspruch und Humor keineswegs im Widerspruch zueinander stehen.