Evolutionsbiologie

Das räuberische Wimperntierchen Tetrahymena thermophila ernährt sich von Bakterien.

Verteidigung um fast jeden Preis

Auch Bakterien haben Feinde – im Wasser ernähren sich zum Beispiel einzellige Wimperntierchen, die sogenannten Ciliaten, mit Vorliebe von den Mikroben. Diese schützen sich mit diversen Tricks vor den Räubern, welche die Ciliaten wiederum auszuhebeln versuchen. So entsteht ein evolutionärer Wettlauf um die besten Verteidigungs- und Angriffswaffen.

Bohren am Knochenfragment: Forscher benötigen nur winzige Mengen Knochenpulver für die Erbgutanalyse.

Neandertaler-DNA beeinflusst, wie leicht wir bräunen

Als Menschen und Neandertaler vor vielen Tausend Jahren aufeinandertrafen, begannen beide Arten, sich miteinander zu vermischen. Daher stammen etwa zwei Prozent der DNA von heute lebenden nicht-afrikanischen Menschen von ihnen. Jüngste Studien haben gezeigt, dass einige dieser Neandertaler-Gene noch heute Einfluss auf das Immunsystem haben und zu modernen Krankheiten beitragen.

Eingang der Vindija-Höhle in Kroatien, einer der Fundstätten, in denen die Wissenschaftler Urmenschen-DNA im Sediment nachweisen konnten.

Forscher entschlüsseln neues Neandertaler-Genom

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben das Erbgut eines Neandertalers in hoher Qualität entschlüsselt, das 1980 in der Vindija-Höhle in Kroatien entdeckt worden war. Nach dem Erbgut eines Neandertalers aus dem Altai-Gebirge in Sibirien, das die Forscher 2014 entschlüsselt hatten, ist dies das zweite in dieser Qualität analysierte Neandertaler-Genom. 

Am Mount Hora in Malawi wurde die älteste DNA-Probe der Studie gefunden. Sie stammt von einer Frau, die vor mehr als 8.000 Jahren lebte.

Neue Einblicke in Afrikas Bevölkerungsgeschichte

Die erste großangelegte Untersuchung frühzeitlicher menschlicher Genome aus verschiedenen afrikanischen Ländern südlich der Sahara eröffnet ganz neue Einblicke in die menschliche Entwicklung und die Siedlungsgeschichte auf dem afrikanischen Kontinent. Damit konnte das internationale Forschungsteam wichtige Erkenntnisse gewinnen, wo die Menschen in Afrika in den vergangenen 8.000 Jahren umherzogen und miteinander in Kontakt traten.

Alesi, der Schädel der neuen ausgestorbenen Menschenaffenart Nyanzapithecus alesi (KNM-NP 59050).

Affenschädel belegt Ursprung von Menschenaffen und Menschen in Afrika

Die Entdeckung eines bemerkenswert gut erhaltenen fossilen Affenschädels in Kenia zeigt, wie der gemeinsame Vorfahr aller heute lebenden Menschenaffen und Menschen ausgesehen haben könnte. Der Fund gehört zu einem Affen-Kleinkind, das vor etwa 13 Millionen Jahren lebte. Dem internationalen Forscherteam unter der Leitung von Isaiah Nengo vom Turkana Basin Institute der Stony Brook University und vom De Anza College, USA, gehörte auch Fred Spoor vom UCL in Großbritannien und dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig an.

Dodo im Oxford museum of natural history

"An den letzten Dodo"

Die Natur besangen die Dichter erst, als sie durch die industrielle Revolution zu schwinden begann. Naturlyrik kam mit der Dampfmaschine auf, die Öko-Lyrik mit den Atomkraftwerken. Lyrik im Wissen, dass wir im Anthropozän leben, setzt sich von jenen Vorgängern durch das Fehlen von Pathos ab, durch das genaue Hinsehen. Das zeigt die Anthologie "All dies hier, Majestät, ist deins: Lyrik im Anthropozän", herausgegeben von Anja Bayer und Daniel Seel.

Treffen sich zwei Gene

"Gene sind Prozesse. Deshalb ist die lieb gewordene Auffassung von Genen als Kausalfaktoren mit festem Ort und klar definierten Aufgaben mit den neuen Erkenntnissen nicht mehr vereinbar". Diese Feststellung im Vorwort beschreibt den Inhalt des Buches und vermittelt indirekt die Absicht des Autors, den neuesten Wissensstand zu den Themen Gene – Genetik - Bauplan des Lebens – Geheimnis des Lebens – Gentechnik zur Verbesserung des Menschen, einem breiten Leserkreis verständlich zu vermitteln. Der renommierte Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer unterzieht sich dieser Aufgabe mit Akribie und erkennbarer Begeisterung.

Die ersten unserer Art

Der Homo sapiens ist älter als gedacht

Neue Fossilien und Steinwerkzeuge aus Jebel Irhoud (Marokko) belegen den Ursprung des heutigen Menschen vor etwa 300.000 Jahren in Afrika. Diese Fossilien sind rund 100.000 Jahre älter als die ältesten bislang bekannten Homo sapiens-Funde und dokumentieren, dass bereits vor zirka 300.000 Jahren wichtige Veränderungen im Aussehen und Verhalten des modernen Menschen in ganz Afrika stattgefunden haben.

Das wichtigste Buch der Biologie

Ohne die alles miteinander verbindende Evolutionstheorie wären die vielen Teildisziplinen der Biologie jede für sich einsame Inseln, getrennt voneinander in einem großen Meer der Wissenschaft: Die Neurobiologen wären zwar immer noch gefesselt von zuckenden Nervenzellen, die Botaniker trotzdem fasziniert von der Vielfalt der Pflanzenwelt und die Paläontologen würden dennoch die spannenden Knochenfunde vergangener Epochen vergleichen können. Jede Disziplin würde aber irgendwann immer an die gleiche Grenze mit der gleichen Frage stoßen: Warum? Sie könnten sich nicht untereinander auf Konferenzen austauschen und ihre Befunde vergleichen, denn ihnen fehlte das Konzept, mit dem sie ihre doch so völlig verschiedenen Erkenntnisse über die Natur in Einklang bringen könnten.

Altägyptischer Pfostensarg

Forscher entschlüsseln erstmals Genome ägyptischer Mumien

Einem internationalen Forschungsteam unter Federführung der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena ist es erstmals gelungen, das komplette Erbgut ägyptischer Mumien zu entschlüsseln. Die in Nature Communications veröffentlichte Studie zeigt: Während heutige Ägypter genetisch enger mit den Bewohnern Afrikas südlich der Sahara verwandt sind, ähnelten die alten Ägypter genetisch den damaligen Bewohnern des Nahen Ostens.