Kritik

Opfer als Helden

Der Journalist Matthias Lohre erörtert in seinem Buch "Das Opfer ist der neue Held. Warum es heute Macht verleiht, sich machtlos zugeben", dass ein angeblicher oder tatsächlicher Opferstatus auch instrumentalisiert werden kann.

Ein Kritiker ist kein Gegner

Die stellvertretende Chefredakteurin des hpd, Daniela Wakonigg, unterzog das neue Buch "Isch geh Bundestag" des Bestseller-Autoren Philipp Möller einer scharfen Kritik. Der bekannte Religionskritiker antwortet nun in einer Replik, die der hpd im Originalwortlaut veröffentlicht.

Museologisch besonders gelungen ist das Arrangement von 30 Sammelbüchsen des NS-Winterhilfswerks ...

Unheimlich bayerisch

Das muss man gesehen haben, so lange der Eintritt ins neue graue Museum der überbayerischen Geschichte frei ist. Regensburg ist eine Reise wert, ob das Museum den Wert erhöht, mag dahingestellt bleiben. Beachtlich ist jedenfalls, wie mit vielen Millionen die Geschichte Bayerns höchstoffiziell und staatsgetragen abgehandelt wird.

Wie Papst Franziskus die "Kapitalismuskritik" entsorgt

Nun gibt es auch noch einen Film von Wim Wenders mit Franziskus. Bei einem Regisseur, dem ein Ehrendoktortitel in Theologie verliehen wurde, ist das wenig verwunderlich. Aber auch bei vielen, die sonst eher kaum Positives an der katholischen Kirche entdecken können, genießt Franziskus Sympathie. Demgegenüber lautet die These dieses Artikels: Vorbehalte, die Papst Franziskus gegenüber der kapitalistischen Wirtschaft formuliert, sind nicht mit Gesellschaftskritik zu verwechseln. Er meint sie anders: Als Erinnerung daran, dass die Welt nie der Boden des Glückes sein kann, der Christenglaube aber schon.

Chor, Mirko Roschkowski (Énée), Katrin Adel (Didon), Statist, Irina Maltseva (Anna)

Das Heil des Besiegten ist es, nichts mehr zu erwarten

Das Staatstheater Nürnberg bringt in der Sparte Musiktheater zum Saison-Auftakt ein selten gespieltes Werk aus dem Genre der Grand opéra. Hector Berlioz‘ 5-aktiges Drama über Teile aus der Ilias dauert inklusives Pause gerade einmal 3,5 Stunden, die so manches zu Tage fördern und gleichzeitig Wesentliches verschweigen.

Alter Mythos neu gedacht

George Bizets "Carmen" ist eine der meistgespielten Opern weltweit. Diesem Werk neue Töne und Facetten abzulocken ist eine Herausforderung, der sich die Opera Incognita gemeinsam mit dem Verein Zuflucht Kultur e.V.  in einer Münchner Neuproduktion unter dem Titel "Carmen – Chronik eines angekündigten Todes" erfolgreich stellt. Im Mixed Munich Arts, einem ehemaligen Heizkraftwerk im Hof der Katharina-von-Bora-Straße 8a, feiert ein hervorragend aufgestelltes junges Ensemble einen uralten Mythos ab.