Missbrauch

"Hängemattenbischof" vor dem Kölner Dom

Die "schonungslose Aufarbeitung" des Missbrauchsskandals in Paderborn

Anlässlich der Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens der Universität Paderborn zu den Missbrauchsfällen im dortigen Bistum ist das "Aktionsbündnis Betroffeneninitiativen" mit dem "Hängemattenbischof" der Giordano-Bruno-Stiftung vor Ort. Der Protest richtet sich dabei nicht nur gegen die schleppende Aufarbeitung der Missbrauchsfälle, sondern auch gegen ein kürzlich aufgestelltes "Mahnmal" im Paderborner Dom.

In der Ausstellung

Der Blick in die Augen der Betroffenen

Es sind 50 große Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die in einer Osnabrücker Kunstgalerie hängen. Der Betrachter sieht den dargestellten Frauen und Männern in die Augen. Und liest dann die Geschichte dieser ihm bislang unbekannten Menschen. Die Geschichte von Menschen, die Opfer meist sexualisierter Gewalt geworden sind.

Als die "Prügelnonne" die Kirchen herausforderte

In diesem Jahr feiert der Humanistische Pressedienst (hpd) sein 20-jähriges Jubiläum. Die Redaktion möchte diese Zeit Revue passieren lassen und jeden Monat auf einen Artikel hinweisen, der die Gesellschaft mitverändert hat. Den traurigen Anfang macht dabei die "Prügelnonne", die sichtbares Symbol der bis heute nicht abschließend geklärten Missbrauchsskandale ist.

Passauer Dom

Missbrauchsgutachten für die Diözese Passau: Die Dimension der Abgründe ist unfassbar

Vor kurzem wurde das Missbrauchsgutachten präsentiert, das ein Historiker der Universität Passau im Auftrag der Diözese erstellt hat. Bischof Stefan Oster bittet in einem Videostatement mit "großer Hilfslosigkeit" um Verzeihung. Allein die Fakten machen sprachlos: Seit 1945 wurden im Bistum von kirchlichen Amtsträgern weit über 672 Kinder und Jugendliche sexuell und körperlich missbraucht. Das Versagen der Kirche ist historisch – und moralisch verheerend.

Für unabhängige staatliche Aufarbeitung von Kindesmissbrauch

In Bayern wird es keine unabhängige Aufarbeitungskommission, keinen landesweiten Betroffenenbeirat und keine Ombudsstelle für Missbrauchsbetroffene geben. Das hat das bayerische Sozialministerium entschieden. Vor dem erneuten Zusammenkommen des Sozialausschusses hat sich der Bund für Geistesfreiheit (bfg) Bayern an die zuständige bayerische Staatsministerin gewandt.

Böser Glaube verjährt nicht

Der Kölner Jurist und Referent für Aufarbeitung beim Erzbistum Köln Jan-Luca Helbig beschäftigt sich in einem aktuellen Beitrag im Onlinemagazin "feinschwarz" mit der Frage, ob sich die katholische Kirche bei Schmerzensgeldklagen von Missbrauchsopfern nach katholischem Kirchenrecht auf die Verjährung berufen darf.

Aktenberge

"Wir brauchen nach 15 Jahren keine Bitte um Verzeihung mehr"

Ein stetiges Verharmlosen und Wegschauen – das attestiert die Unabhängige Aufarbeitungskommission Augsburg dem Bistum in ihrer kürzlich veröffentlichten Studie zum Umgang mit sexueller Gewalt an Minderjährigen durch Kirchenleute. Bischof Bertram Meier zeigte sich von den Ergebnissen "entsetzt", die Kommission empfiehlt Präventionsarbeit und Betroffenenfürsorge. Doch all diese Maßnahmen bleiben Makulatur, solange die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals allein in den Händen der Kirche liegt, sagt David Farago von der Giordano-Bruno-Stiftung. Er fordert, dass staatliche Ermittler die Sache übernehmen.