Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Die Kritik des Islam und die Ignoranz der Linken

Der Journalist Samuel Schirmbeck fordert in seinen beiden Büchern "Der islamische Kreuzzug und der ratlose Westen" und "Gefährliche Toleranz" zu mehr Kritik am Islam auf, wobei insbesondere Ignoranz der Linken und ihre falsche Toleranz beklagt werden. Der Autor verschenkt indessen ein wichtiges Thema, hat doch Islamkritik nicht notwendigerweise etwas mit Muslimenfeindlichkeit zu tun, gleichwohl bedarf es hier doch einer differenzierteren und sachkundigeren Erörterung von komplexen gesellschaftlichen Phänomenen.

Die Leipziger Autoritarismus-Studie

Die beiden Leipziger Sozialwissenschaftler Elmar Brähler und Oliver Decker legen erneut ihre empirische Untersuchung zu rechtsextremistischen Einstellungen in Deutschland – diesmal unter dem Titel "Flucht ins Autoritäre. Rechtsextreme Dynamiken in der Mitte der Gesellschaft" – vor. Auch wenn berechtigte Detail-Kritik an verschiedenen Deutungen formuliert werden kann, machen sie erneut ein hohes rechtsextremistisches Einstellungspotential deutlich und liefern Daten zur Erfassung von Besonderheiten und zur Ursachenanalyse im Wirkungskontext.

Arbeiter und Rechtspopulismus

Der von den Sozialwissenschaftlern Karina Becker, Klaus Dörre und Peter Reif-Spirek herausgegebene Sammelband "Arbeiterbewegung von rechts? Ungleichheit – Verteilungskämpfe – populistische Revolte" enthält Aufsätze zur Erklärung der positiven Einstellung nicht weniger Arbeiter zum Rechtspopulismus. Wie dies bei vielen Sammelbänden so ist, geht es häufig thematisch durcheinander, aber es gibt viele analytische Rosinen zum Rauspicken mit hohem Erkenntnisgewinn.

Die AfD ist eine rechtsextremistische Partei

Hat die AfD nur Kontakte in den Rechtextremismus oder gehört sie diesem politischen Lager bereits als eigenständiger Teil an? Dass nicht wenige Aussagen von Führungspersonen dafür sprechen, macht die folgende Erörterung des Extremismusforschers Armin Pfahl-Traughber aus politikwissenschaftlicher Sicht deutlich.

Kritischer Rationalismus und offene Gesellschaft

Der Philosoph Kurt Salamun liefert mit "Ein Jahrhundertdenker. Karl R. Popper und die offene Gesellschaft" eine Einführung und Überblicksdarstellung zum Werk des Begründers des Kritischen Rationalismus. Es handelt sich um einen gut lesbaren und klar strukturierten Band, der auch immer wieder mal zu eher weniger bekannten Aspekten des Denkers interessante Ausführungen macht.

Eine komprimierte Geschichte al-Qaidas

Der Islamwissenschaftler Behnam T. Said liefert in "Geschichte al-Qaidas. Bin Laden, der 11. September und die tausend Fronten des Terrors heute" eine komprimierte historische Beschreibung der terroristischen Organisation bis in die Gegenwart hinein und bezogen auf unterschiedliche Länder. Der Autor erweist sich als guter Kenner der Materie, gliedert den Stoff auch klar und strukturiert, hätte aber hier und auch noch etwas mehr analytische Einschätzungen in den Text integrieren können.

Einsamer-Wolf-Rechtsterrorismus

Der Politikwissenschaftler Florian Hartleb liefert in seinem Buch "Einsame Wölfe. Der neue Terrorismus rechter Einzeltäter" eine Darstellung und Deutung zum Lone-Wolf-Terrorismus im Rechtsextremismus. Einerseits liefert er eine Fülle von relevanten Beispielen, Deutungen, Typologien, andererseits merkt man dem Text trotz formaler Gliederung eine gewisse Eile, mitunter fehlende Stringenz und Struktur an.

Plädoyer für einen anderen Umgang mit den Tieren

Der französische Schriftsteller und Wissenschaftler Frédéric Lenoir kritisiert in seinem Buch "Offener Brief an die Tiere und alle, die sie lieben" die Doppelmoral der Menschen gegenüber den Tieren und die Grausamkeiten entsprechender Praktiken. Dies geschieht mit leichter Hand, wobei der Autor für die Kenner der Materie wenig Neues bringt, gleichwohl zur Einführung ins Thema ein gutes Werk vorlegt.