Breites Bündnis fordert:

Bekämpfung der Kinderarmut muss zentrale Rolle in den Koalitionsverhandlungen spielen

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61 Verbände, Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Einzelpersonen fordern die nächste Bundesregierung auf, Kinderarmut endlich effektiv zu bekämpfen und konkrete Maßnahmen im Koalitionsvertrag festzuhalten.

Die unterzeichnenden Organisationen des "Ratschlag Kinderarmut", darunter der Humanistische Verband Deutschlands (HVD), fordern in der gemeinsamen Erklärung "Vier Jahre Zeit, um Kinderarmut endgültig zu beseitigen!", Armut von Kindern und Jugendlichen nicht länger hinzunehmen und entschlossene Maßnahmen im Koalitionsvertrag zu verankern. Dazu zählen eine grundlegende Reform der Leistungen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien, die Sicherstellung sozialer Infrastruktur sowie ihre umfassende Beteiligung. Ebenso brauchen Kinder und Jugendliche eine intensive Begleitung zurück in ihren Kita- und Schulalltag und psycho-soziale Unterstützung bei der Bewältigung der Auswirkungen der Pandemie.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der "Ratschlag Kinderarmut" an die politisch Verantwortlichen appelliert, endlich konkrete Konzepte mit notwendigen Umsetzungsschritten vorzulegen, die allen Kindern und Jugendlichen ein gutes Aufwachsen ermöglichen. Zwar ist die Politik nicht untätig gewesen, doch reichen die bisherigen Maßnahmen nicht aus: Die Armut von Kindern und Jugendlichen stagniert auf hohem Niveau, in Deutschland leben fast drei Millionen Kinder in Armut. Zudem hat die Corona-Pandemie die Situation noch weiter verschärft.

"Es ist eine Schande, dass in unserem wohlhabenden Land so viele Kinder und Jugendliche von Armut betroffen sind", kritisiert Anna Ranneberg, Vorstand des HVD Bundesverbandes für das Ressort Jugend. "Die politischen Entscheidungsträger*innen müssen in den kommenden vier Jahren konkrete Maßnahmen ergreifen, um diesen unsäglichen Zustand zu beenden! Alle Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf gleichwertige Lebensverhältnisse in Bildung und Gesundheit, auf die gleichen sozialen und kulturellen Chancen."

Die Bekämpfung der Armut von Kindern und Jugendlichen erfährt in der Bevölkerung sowie parteiübergreifend breite Zustimmung und muss in der nun beginnenden 20. Legislaturperiode eine zentrale Rolle spielen. Alle Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf ein gutes Aufwachsen!

Die Gemeinsame Erklärung basiert auf vier Grundsätzen:

  • Armut ist kein Versagen der/des Einzelnen!
  • Alle Kinder und Jugendlichen haben Anspruch auf gleichwertige Lebensverhältnisse!
  • Jedes Kind ist gleich viel wert!
  • Unterstützung muss dort ankommen, wo sie gebraucht wird!

Der vollständige Text der Erklärung "Vier Jahre Zeit, um Kinderarmut endgültig zu beseitigen!" sowie die Liste der Unterzeichnenden steht hier zum Download bereit.

Der Humanistische Verband Deutschlands setzt sich außerdem seit vielen Jahren dafür ein, dass Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden – und zwar in einer Weise, die den Ansprüchen der UN-Kinderrechtskonvention gerecht wird. Doch die Bundesregierung der nun vergangenen Legislaturperiode konnte sich nicht dazu entschließen, Kinderrechte unabhängig von Elternrechten ins Grundgesetz aufzunehmen. Die fehlende Entschlussfähigkeit der scheidenden Bundesregierung kritisiert der Verband scharf. "Wir nehmen die politischen Entscheidungsträger*innen beim Wort und fordern sie dazu auf, ihren Worten endlich Taten folgen zu lassen: In den Antworten zu unseren Wahlprüfsteinen zur Bundestagswahl 2021 hatten insbesondere Bündnis 90/Die Grünen, die FDP, Die Linke sowie die SPD zugesagt, Kinderrechte stärken und ins Grundgesetz aufnehmen zu wollen."

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