Valentinstag

Romantik, rote Herzen – Zwangsheirat?

"Willst du mich heiraten?" Am Valentinstag werden traditionell viele Heiratsanträge gemacht. Doch was, wenn die Frau gar nicht gefragt wird? Oder wenn die Frau noch ein Kind ist? Auch in Deutschland leben Mädchen und Frauen, die früh- oder zwangsverheiratet werden oder minderjährig verheiratet einreisen. Wie viele es genau sind, wird nicht registriert.

Das "Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen" soll Betroffene schützen – doch Terre des Femmes sieht dabei Probleme: Noch immer bestehen bei Behörden viele Unsicherheiten über die Regelungen dieses Gesetzes. Das Gesetz ist scheinbar noch nicht bundesweit in der Praxis angekommen.

Zudem muss das Gesetz in den nächsten Monaten noch einmal geändert werden, das hat das Bundesverfassungsgericht im letzten Jahr entschieden. Unter anderem soll die Möglichkeit geschaffen werden, nichtige Ehen mit Minderjährigen mit Erreichen der Volljährigkeit fortzusetzen.

Sollte das Gesetz dahingehend geändert werden, steht zu befürchten, dass die Minderjährigen von ihren Familien und "Ehemännern" unter Druck gesetzt werden, mit Erreichen der Volljährigkeit die Ehe zu bestätigen und weiterzuführen.

Terre des Femmes fordert deshalb eine verpflichtende Beratung für minderjährig im Ausland Verheiratete – und zwar ohne Beisein anderer Familienmitglieder oder des "Ehemanns". Die Fortsetzung der Ehe darf auf keinen Fall mit Erreichen der Volljährigkeit automatisch erfolgen.

In einer neuen Broschüre klärt Terre des Femmes über die gängigsten "Mythen rund um das Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen" auf, liefert Fallbeispiele und beantwortet Fragen wie diese:

  • Wann ist eine im Ausland geschlossene Ehe mit einer Minderjährigen in Deutschland unwirksam? Wann ist sie aufhebbar?
  • Sind Einzelfallentscheidungen nicht prinzipiell besser, als alle Ehen mit Minderjährigen generalisierend zu behandeln?

Die kostenlos als Download erhältliche Broschüre bietet einen schnellen Überblick zum Gesetz für alle Interessierten, insbesondere für Fachkräfte, die mit potenziell Betroffenen in Kontakt stehen.

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