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Gesundheit 22 Jan 2008 - 14:01 Nr. 3661
Der Toxikologe hatte insgesamt 16 in Deutschland und der Schweiz erhältliche Produkte untersucht, die u. a. aus so genannten AFA-Algen hergestellt werden. Dabei fand er in zehn Präparaten bedenkliche Mengen der Leber schädigenden Microcystine mit "eine(r) ähnliche(n) Wirkung ... wie das Gift in Knollenblätterpilzen." Prof. Dietrich meint, die Microzystine könnten auch giftig für das Hirn und für die Nieren sein.
Für Nahrungsergänzungsmittel, die u. a. Kindern mit dem „Zappel-Phillip"-Syndrom (ADHS) verabreicht werden und gegen Demenzerkrankungen helfen sollen, ein vernichtendes Urteil. Derzeit liege der noch provisorische Richtwert für Microcystine bei 1 Mikrogramm pro Gramm Algenpräparat. Dieser Wert beziehe sich auf einen täglichen Konsum von 2 Gramm dieser Produkte bei einem erwachsenen Menschen, Kinder seien aufgrund ihres geringeren Gewichtes natürlich mehr gefährdet. In einem der untersuchten Mittel fand der Professor mehr als die achtfache Menge des empfohlenen Richtwerts.
Insofern sind die Bedenken der DFG-Senatskommission zur Beurteilung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Lebensmitteln und die Vorbehalte des Bundesamts für Gesundheit der Schweiz bestärkt.
Gerade der tägliche Konsum dieser Produkte macht dem Experten Sorge. Er rät von jeglichem Verzehr von AFA-Produkten ab. Seiner Ansicht nach ist es nicht nur gefährlich, bei bestehenden Erkrankungen erprobte Medikamente durch die Algenmittel zu ersetzen. Der Wissenschaftler sieht generell den Verkauf der Präparate als "Allheilmittel" als fahrlässig an.
GWUP / HvR