Erzbischof von Canterbury zweifelt an Gott
Der Erzbischof von Canterbury, der eine Art von geistlichem Oberhaupt der Kirche von England (Primate of All England) und das Ehrenoberhaupt der anglikanischen Kirche weltweit ist, fragt sich, ob es "Gott" gibt.
Beim Joggen sei es dazu gekommen, dass er in Gedanken zu Gott sagte: "Das ist ja alles schön und gut, aber wäre es nicht an der Zeit, dass du etwas unternimmst - wenn du denn da bist."
Das ist - so die Süddeutsche - ganz sicher nichts, was ein Erzbischof von Canterbury öffentlich sagen sollte.
Kommentare (6)
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Es ist schon erstaunlich,
Es ist schon erstaunlich, dass der Erzbischof so viele Jahrzehnte für diese Erkenntnis benötigte. Mein Vater, der 1940 eingezogen wurde, stellte sich damals die gleiche Frage. Unschuldige Frauen und Kinder wurden von Granaten zerfetzt, dessen Kanonenrohre zuvor von religiös verblendeten Priestern gesegnet wurden. Diese Erkenntnis erlangte er allerdings innerhalb weniger Kriegsmonate.
Wenn es nicht so lächerlich wäre : Herr lass Hirn vom Himmel fallen.
Das ist ja mal ein
Das ist ja mal ein ungewöhnlich ehrlicher Geistesblitz, den man all den anderen Irrgläubigen auch wünschen würde.
Alles Show. Kein Bischof
Alles Show. Kein Bischof glaubt an einen alten Mann im Himmel. Gott ist der Heilige Geist, der aus der Sonne herauskommt und zur Lebenskraft der Natur wird.
Und der Heilige Geist hat schon so manchen erleuchtet: http://www.atheisten.org/forum/viewtopic.php?f=5&t=10794
In aller Klarheit:
In aller Klarheit:
Es gibt keinen Gott, es gibt keine Götter!
Ich bin sehr verwundert, dass
Ich bin sehr verwundert, dass die Süddeutsche das einer Meldung wert hält und bezweifelt dass solche Aussagen mit der Rolle eines Erzbischofs unvereinbar seien. Offenbar hat man in der Redaktion der Süddeutschen nicht die geringste Ahnung von zeitgenössischer Theologie.
Was der Erzbischof dort erzählt, kann man zuhauf in den theologischen Dogmatiken der letzten 70 Jahre in bunter Vielheit nachlesen. Das Muster dererart Aussagen ist folgendes: Der moderne Theologe ist auf der Höhe der Fragen der Zeit und formuliert sie explizit (etwa das Theodizeeproblem, die Existenz Gottes, die Göttlichkeit Christi usw.). Er demonstriert diese Fragestellungen eindrücklich und beruhigt so seine Hörer oder Leser, die den Eindruck gewinnen, dass die aktuellen Fragestellungen bei der Theologie offenbar in guten Händen ist und ernsthaft bedacht werden. Dann kommt der geniale Kniff: Der Theologe bleibt regelmäßig die Antworten auf die gestellten Fragen schuldig. Stattdessen präsentiert er eine vernebelnde Scheinantwort. Im konkreten Fall sieht sie so aus: "Letztendlich gehe es aber nicht um diese Zweifel und Gefühle, sondern um den Fakt, dass Gott selbst gläubig sei - und das Außerordentliche am Christsein sei, 'dass Gott glaubt, auch wenn wir es nicht tun'." Ist das nicht genial? Die scheinbare Antwort auf die Unmöglichkeit des Glaubens ist die wunderbare Erkenntnis, dass es gar nicht der Mensch zu sein braucht, der glaubt, sondern dass Gott das für ihn übernimmt. Ist das nicht tröstlich? Da kann man sich doch aufgehoben fühlen!
Dass das gesamte Aussagenkonstrukt natürlich Unsinn hoch drei ist und sich selbst ad absurdum führt, fällt aufgrund der mit ihm erreichten Trostopitimierung gar nicht mehr auf.
Soetwas geschieht tagtäglich im Gottesdienst, im Wort zum Sonntag und in den Hörsälen theologischer Fakultäten. Es ist Standard. Warum die Süddeutsche darüber berichtet, ist die eigentliche unlösbare Frage, auf die wohl selbst Theologen keine Scheinantworten finden dürften.
Der erste gute Weg zur
Der erste gute Weg zur Erkenntnis. Weiter so.
"Der Mensch schuf sich einen Gott nach seinem Bilde."
Aufschrift am Ludwig Feuerbach-Denkmal