Humanisten kämpfen weiter für Mubarak Bala

Vor mehr als drei Jahren wurde Mubarak Bala, Präsident der Humanistischen Vereinigung von Nigeria, wegen Blasphemie verhaftet und schließlich zu 24 Jahren Haft verurteilt. Weltweit kämpfen Humanisten noch immer für seine Freilassung.

Am 28. April 2020 wurde Mubarak Bala wegen angeblicher Blasphemie in einem Facebook-Post verhaftet. Im streng islamischen nigerianischen Bundesstaat Kano war bei der Polizei eine entsprechende Beschwerde eingegangen. Monatelang war Balas Schicksal nach der Verhaftung ungewiss. Er wurde in Isolationshaft gehalten und nicht einmal seinem Anwalt wurde Zugang zu ihm gewährt. Im April 2022 wurde er schließlich zu 24 Jahren Haft verurteilt.

Seit Balas Verhaftung kämpfen Humanisten weltweit für seine Freilassung. Auch drei Jahre nach seiner Verhaftung und dem Urteil im vergangenen Jahr lässt ihr Engagement nicht nach. Anlässlich des Jahrestags seiner Verhaftung reichten Humanists International, Freedom Now und Freedom House gemeinsam eine Petition bei der Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für willkürliche Inhaftierungen ein, um Mubarak Bala zu befreien.

"Mubarak Bala ist ein wichtiges und geschätztes Mitglied der weltweiten humanistischen Gemeinschaft. Als Präsident der Humanist Association of Nigeria hat sich Bala unermüdlich für Menschenrechtserziehung, Religions- und Glaubensfreiheit für alle, Frieden und Stabilität eingesetzt", so Emma Wadsworth-Jones, Kampagnen-Managerin bei Humanists International. "Seine Verhaftung hat Schockwellen durch unsere Gemeinschaft geschickt, nicht zuletzt in Nigeria, wo viele Mitglieder unserer Gemeinschaft mit einer Eskalation der Drohungen gegen sie konfrontiert waren, nur weil sie ein Leben im Einklang mit ihren Werten führen."

Auch die Agenda des Europäischen Parlaments haben der Fall Mubarak Bala sowie weitere Fälle von Verurteilungen wegen Blasphemie in Nigeria erreicht. In einer auf der April-Plenartagung angenommenen Resolution hat das Europäische Parlament die Anwendung von Blasphemie-Gesetzen verurteilt und die Freilassung von Mubarak Bala und dem Sänger Yahaya Aminu gefordert. Die Annahme der Resolution erfolgte im Anschluss an eine Debatte über die Gefahr der Todesstrafe und der Hinrichtung des Sängers Yahaya Sharif Aminu wegen "Blasphemie" in Nigeria. Im Jahr 2020 wurde der damals 13-jährige Yahaya Sharif-Aminu von einem Scharia-Gericht im Bundesstaat Kano zum Tod durch den Strang verurteilt. Ihm war vorgeworfen worden, ein Lied komponiert und in den sozialen Medien verbreitet zu haben, das angeblich abfällige Bemerkungen über den Propheten Mohammed enthielt.

In der Resolution werden die nigerianischen Behörden aufgefordert, Yahaya Sharif-Aminu unverzüglich und bedingungslos freizulassen und alle Anklagen gegen ihn fallen zu lassen. Sie forderte auch die Freilassung von Mubarak Bala, Rhoda Jatau und anderen, die in dem afrikanischen Staat der Blasphemie beschuldigt werden.

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Kommentare (2)

Roland Fakler (nicht überprüft)

Di. 16 Mai 2023 - 14:00

„O heilige Einfalt!“ (lat.: „O sancta simplicitas!“)
So war es auch im christlichen Abendland...vor 500 Jahren.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Di. 16 Mai 2023 - 15:21

Solange im "freien" Teilen der Welt noch Humanisten und Freidenker missachtet werden,
solange werden in streng "Gläubigen" Ländern andersdenkende hingerichtet.
Bis die gesamte Menschheit erkennt in welcher Sackgasse sie sich mit Religion befindet,
wird noch ein langer steiniger Weg zu gehen sein, aber er muss gegangen werden, bevor
die Menschheit sich ausrottet.

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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