Türkei

Gleichberechtigung steigert die Selbstmordrate

Die türkische Regierung läßt wieder einmal aufhorchen mit undemokratischen und religiösen Äußerungen.

Dieses mal hat der türkische Premierminister gegen die Gleichberechtigung der Frauen gewettert. Ahmet Davutoglu will einen Zusammenhang zwischen hohen Selbstmordraten und der Gleichstellung von Mann und Frau erkannt haben.

Zwar kann er dafür keinerlei Belege nachweisen; aber es passt gut in das Konzept von Präsident Erdogan, der Anfang November kundgab, dass die Gleichstellung der Geschlechter "gegen die Natur" sei.

Die leicht widerlegbaren "Argumente" von Erdogan und Davutoglu kommentiert die WELT mit den Worten: "Es scheint (...) so, als versuche die türkische Regierung ihre religiös-konservative Weltsicht als wissenschaftlich belegt und damit unausweichlich darzustellen." 

Quelle

Kommentare (2)

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Di. 9 Dez 2014 - 11:30

Achtung Ironie: Man sollte vor dem Islam warnen! Laut gebetsmühlenartig propagierter Aussagen in deutschen Talkshows - auch oft von Frauen im muslimischen Glaubensgeflecht - habe gerade der Islam Frauen gleichberechtigt. Folglich - und wer mag an den hochwissenschaftlichen Beweisen der Regierung Erdogan zweifeln? - steigert der Islam die Selbstmordrate. Das würde auch erklären, warum so viele Selbstmordattentäter aus dem islamischen Umfeld stammen. Die sind einfach viel zu gleichberechtigt! Oder habe ich da was falsch verstanden?

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Mi. 10 Dez 2014 - 04:02

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Interessante satirische These, Bernd. Ich fürchte nur, dass Erdoğan und Davutoğlu * diese als Angriff auf ihre 'hoheitliche' Islam-Auslegung interpretieren.
* das ğ (nicht g) ist wichtig im Türkischen; es ist stumm und wirkt wie ein Dehnungs-h.

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