Der Plan, soziale Angebote wie Kitas, Pflege und Beratung unter einem eigenen muslimischen Wohlfahrtsverband zu bündeln, sorgt für Diskussionen. Kritiker warnen vor Parallelstrukturen und mangelnder Integration. Die Teilnahme von Schura-Vertretern an umstrittenen religiösen Veranstaltungen zu Neujahr sorgte für zusätzliche Brisanz.
Was haben Unternehmen wie "Haribo", "Nordzucker", "Biofino" oder die "Pommes Freunde" mit Islamismus zu tun? Dieser Frage geht Sineb El Masrar nach und rückt den wachsenden Halal-Markt jenseits rein ökonomischer Betrachtungen in den Fokus. Denn unter den Halal-Zertifizierungsstellen befinden sich Organisationen, die von Sicherheitsbehörden als islamistisch eingestuft werden.
Die schwarz-rote Senatskoalition in Berlin hat den 15. März zum "Internationalen Tag gegen Islamfeindlichkeit" gemacht. Diese Fokussierung auf eine einzelne diskriminierte Gruppe bringt auch die Gefahr mit sich, dass jegliche Islamkritik als Islamfeindlichkeit delegitimiert wird.
Islamfeindlichkeit hänge vor allem mit Fremdenfeindlichkeit und Autoritarismus zusammen, weit weniger mit christlicher Religiosität. Zu diesem Befund kam eine groß angelegte Erhebung der Universität Mainz unter der Leitung des Politikwissenschaftlers Kai Arzheimer. In der Studie finden sich jedoch einige Ungereimtheiten, die legitime Ansichten leichtfertig in die Nähe von Rechtsaußen rücken.
In Hamburg präsentierte sich die neue Partei "Frau in Führung" erstmals der Öffentlichkeit. Die Partei, die Frauen- und Menschenrechte in den Mittelpunkt eines "weiblichen, modernen und mutigen" Politikansatzes stellen möchte, tritt klar gegen patriarchale Strukturen sowie religiösen und rassistischen Extremismus auf. Die Parteiführung betonte zum Auftakt, dass echte Freiheit nur dort herrsche, wo Frauen frei sind.
Das rechtskonservative Medienportal Nius, bekannt für Stimmungsmache gegen Minderheiten, Paniknarrative und die regelmäßige Leugnung wissenschaftlicher Fakten zur Klimakrise, hat ein neues Thema für sich entdeckt: Die angebliche Verfolgung des Christentums in Deutschland.
Es war ein folgenschwerer Anschlag, der sich am 20. Dezember 2024 in Magdeburg ereignete. Ein damals 50-jähriger aus Saudi-Arabien stammender Arzt und Psychiater war mit einem Auto in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt gerast. Sechs Menschen starben, es gab mehr als 300 Verletzte. Am heutigen Montag beginnt am Landgericht Magdeburg der Strafprozess gegen den Mann. Dieser war zuvor nicht nur mit Behörden und der Ärztekammer aneinandergeraten, sondern hatte auch die Säkulare Flüchtlingshilfe und den Zentralrat der Ex-Muslime attackiert.
Nach den Äußerungen von Friedrich Merz zum "Stadtbild" folgte der bekannte Reflex: Empörung hier, Beifall dort. Doch weder moralische Entrüstung noch kulturkämpferischer Populismus bringen unsere Gesellschaft weiter. Ein Kommentar der Vorsitzenden des Zentralrats der Ex-Muslime, Mina Ahadi.
Es gibt heute Dating-Apps für alles und alle. Für Hundehalter, Veganer, Akademiker, Christen, Polyamoröse oder Menschen, die ihre Sternzeichenkompatibilität für wichtiger halten als ihre Hobbys. Natürlich auch für Muslime, die online nach dem oder der Richtigen suchen. Nur: Auf den muslimischen Plattformen geht es weniger um Zuneigung als um Frömmigkeit – und um soziale Kontrolle.
Berlin, Moabit: In der Carl-Bolle-Grundschule gibt es von streng muslimischen Eltern schon Beschwerden, wenn Lehrerinnen zu kurze Röcke tragen. Und dann sagt Oziel Inácio-Stech seinen Schülern, dass er schwul ist. Die Geschichte eines Albtraums.
In Nigeria ist erneut eine Frau wegen angeblicher Blasphemie von einem Mob getötet worden. Der Fall reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Vorfälle, die Fragen nach Rechtsstaatlichkeit und religiöser Gewalt im Land aufwerfen.
Im August trafen sich in Istanbul Islamisten aus der ganzen Welt auf einer Konferenz der Internationalen Union muslimischer Gelehrter (IUMS). Die 2002 in Katar gegründete IUMS nimmt für sich in Anspruch, Muslime der unterschiedlichsten Glaubensrichtungen zu vertreten. Wegen ihrer Nähe zum Regime in Katar wurde sie 2022 in Ägypten, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain verboten und als terroristische Organisation eingestuft, was in der Türkei für große Empörung sorgte.
Kaum ein Tier spiegelt im Iran die Brüche zwischen Antike, Religion und Moderne so deutlich wie der Hund. Von den alten Persern als Schutzwesen verehrt, in islamischen Überlieferungen zum unreinen Geschöpf erklärt und in der Gegenwart von Tierschützern verteidigt, ist der Hund im Iran längst zu einem Symbol gesellschaftlicher Auseinandersetzungen geworden.
Die Goethe-Universität wickelt das "Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam" ab. Damit gibt es in Deutschland keine kritische Forschung mehr zum Thema Islamismus. Die Leiterin des Forschungszentrums, Ethnologin Susanne Schröter, bedauert die Schließung und sieht sie im Kontext der an den deutschen Hochschulen dominanten postkolonialen Theorie.