Die nächste Fleischdebatte ist da

Politiker haben sich mal wieder auf ein vermintes Gebiet vorgewagt: Die Einschränkung des Fleischkonsums. Diesmal ist die Idee, Fleisch nicht mehr wie bisher mit sieben, sondern künftig mit 19 Prozent Mehrwertsteuer zu versehen. Seitdem wird das Thema eifrig diskutiert, inklusive der ein oder anderen Überraschung und einem konstruktiven Alternativvorschlag.

Es gibt Themen, da kann man sicher sein, dass jede kleine Meldung eine riesige, landesweite Debatte nach sich ziehen wird. Ganz oben in dieser Liga spielt der Fleischkonsum. Letzte Woche machte der Vorschlag aus den Reihen von SPD und Grünen die Runde, Fleisch statt wie bisher mit sieben, künftig mit 19 Prozent Mehrwertsteuer zu versehen – und Teile der Christdemokraten stehen dem sogar aufgeschlossen gegenüber. Das würde Steak und Co. teurer machen und soll damit die Bürger animieren, weniger davon zu kaufen, was die Nachfrage senken und damit im Idealfall zu weniger industriellen Verhältnissen in der Fleischproduktion führen würde. Die Mehreinnahmen sollen zweckgebunden für mehr Tierschutz investiert werden.

Schnell wurde aus der Mehrwertsteueranpassung die "Fleischsteuer", obwohl es lediglich darum ging, die ermäßigte Variante, die für Produkte der Grundversorgung gilt, beim Fleisch nicht mehr anzuwenden. Was gar nicht mal so abwegig ist, wenn man bedenkt, dass auch Hafermilch, Strom, Damen-Hygieneprodukte und Babynahrung mit 19 Prozent veranschlagt werden, Schnittblumen, Brennholz und Gemälde aber unter den ermäßigten Satz fallen. Eine Logik ist hier nicht erkennbar, obwohl seit Jahren Anpassungen gefordert werden.

Im Kontext der Maßnahmen gegen den Klimawandel erscheint es zudem naheliegend, einerseits den Mehrwertsteuersatz auf Bahnfahrten zu senken, wie es Ende Juli Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gefordert und damit auf einen Vorschlag der Grünen reagiert hatte, und andererseits den auf Fleisch zu erhöhen, dessen Herstellung sich besonders schädlich auf das Klima auswirkt. In diese Richtung wurden auch schon andere Forderungen gestellt: Ein verminderter Mehrwertsteuersatz für Haushaltsgeräte der höchsten Energieeffizienzklasse zum Beispiel oder deren Reparatur statt Neukauf.

Dass der Bauernverband von einer 19-Prozent-Besteuerung nicht begeistert ist, dürfte niemanden überraschen. Ebensowenig, dass Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) lieber über die Verantwortung der Verbraucher spricht und sich ansonsten in uneindeutige Worthülsen hüllt. Interessanterweise ist aber auch der Deutsche Tierschutzbund dagegen, da "bestimmte Verbrauchergruppen (...) zu sehr abgestraft" würden, berichtet die Welt. Und da ist er sich ausgerechnet mit dem Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie einig, der ebenfalls davor warnte, dass weniger wohlhabende Bürger durch die Mehrwertsteueranhebung belastet würden.

Achim Spiller, Agrarökonom und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, schätzt die Summe, die nötig wäre, um die Haltungsbedingungen von Nutztieren spürbar zu verbessern, auf fünf Milliarden Euro. Zwar könnte die erhöhte Mehrwertsteuer genau diese Einnahmen generieren, allerdings wäre nicht garantiert, dass das Geld auch für das Tierwohl eingesetzt wird. Thomas Schröder, Präsident des Tierschutzbundes, schlug eine Alternative vor: Nämlich die Einführung einer (tatsächlichen) Fleischabgabe, die sich nach den Haltungsbedingungen der Tiere richten soll – je schlechter sie sind, desto höher die Abgabe. Hier könne man auch eine zweckgebundene Nutzung sicherstellen – beispielsweise, dass die Mehreinnahmen dazu verwendet werden, die Ställe auszubauen, was bei einer Steuer nicht der Fall wäre.

Und es kommt noch ein weiterer Aspekt dazu, den der Spiegel zu bedenken gibt: Teurere Produkte würden im Preis stärker ansteigen als billigere. Ergo würden diejenigen, die sich durch den Kauf von Bio-Produkten für bessere Haltungsbedingungen einsetzen wollen, bestraft, was ein falsches Signal wäre.

Kommentare (27)

David See (nicht überprüft)

Mi. 14 Aug 2019 - 13:23

man kann mit Tieren so nicht umgehen. das sind fühlende und denkende wesen. sie sind viel sensibler als Menschen. vielleicht kommt ein umdenken und wenn dann sehr spät.

Jörn (nicht überprüft)

Mi. 14 Aug 2019 - 13:25

Sieben Prozent hier, zehn Prozent da: Das hält doch niemandem vom Fleischkonsum ab, und das bringt auch niemanden vom Auto auf die Schiene. Stattdessen kosten 5 kleine Schweineschnitzel eben nicht mehr 2,99 Euro, sondern 3,19 Euro -- wen kümmert's? Im Zweifel wird einfach noch mehr Druck auf die Bauern ausgeübt, der Preis sinkt wieder, und dann essen alle so viel Fleisch wie zuvor, und den Tieren geht es nochmal eine Runde schlechter.

Dasselbe mit den Bahn-Tickets. Man nimmt eben hin, was die Bahn-App als Preis ausspuckt. Wer würde sich denken: "Oh, ich hatte mit 67 Euro gerechnet, aber nun sind es ja nur 62 Euro, dann lasse ich den Wagen mal stehen!" Das ist doch nicht realistisch. Wer ein Auto besitzt, fährt Auto, und den kümmert der Bahn-Preis nicht. Und wer kein Auto hat, der zahlt eben, was die Bahn verlangt. Was ändert sich also? Nichts.

Diese Steuern wirken viel zu gering und viel zu indirekt. Das löst die anstehenden Probleme (Klimawandel, Tierschutz) nicht, und vor allem nicht schnell genug.

Was den Fleischkonsum und die Tierhaltung angeht: Es muss ein Gesetz her, welches klipp und klar festlegt, wie Tiere mindestens gehalten werden müssen, und dieses Gesetz muss *deutliche* Änderungen erbringen. Es geht nicht darum, dass jemand bei 180.000 Hühnern in einem einzigen Fabrikgebäude ("Stall") mal ein Fenster aufmacht und dadurch für "Naturklima" sorgt. Sondern es geht darum, dass 180.000 Hühner in einem einzigen Fabrikgebäude schlicht illegal sein müssen. Warum? Weil man sie in dieser Menge nicht artgerecht halten kann, egal wie man sich anstrengt.

Dasselbe gilt für 30.000 Schweine auf einem einzigen "Bauernhof", der so bestialisch stinkt, dass es ringsum ganze Dörfer entvölkert. Warum ist das überhaupt noch legal?

Wenn man diesen offensichtlichen Irrsinn auf ein normales Maß zurückfährt, dann ergibt sich ein vertretbares Tierwohl automatisch, und der dafür notwendige Preis findet sich ebenso automatisch. Auch die Menge an CO2 verringert sich.

Fleisch muss als Ware knapper werden, daran führt kein Weg vorbei. Wer das den Leuten nicht klipp und klar sagt, der verschleppt nur die Debatte und hält den Laden auf. Am Ende muss weniger Fleisch auf den Tisch, Feierabend! Die Menge muss auf die Hälfte oder ein Drittel sinken, dies ist für unsere CO2-Bilanz unausweichlich. Sagt den Leuten die Wahrheit!

Die Leute müssen wieder lernen und wertschätzen, leckere Speisen ohne Fleisch zu kochen, und am Sonntag gibt's von mir aus ein Schnitzel. Das ist überhaupt kein Problem (aber es kann als solches erscheinen).

Anstatt also ein paar Schachfiguren missmutig ein paar Felder nach link oder rechts zu schieben, braucht's eine positive Aufbruchstimmung! Macht doch eine gut gelaunte TV-Kampagne, in der Promis und Sportler ihre Lieblingsgerichte kochen, ohne Fleisch, und kloppt diese Videos massenweise zu Facebook und Youtube. Dann bekommen die Leute auch Lust drauf und es sieht nicht mehr so bedrohlich aus. Wo sind die berühmten Lafers und Schubecks, die uns tolles Kochen vorführen, ohne Fleisch? Wir brauchen jetzt einen Aufbruch, anstatt uns mit mies gelaunten 7 Prozent herumzuärgern, die am Ende nichts bewirken.

"Das ist überhaupt kein Problem"
-
Doch, das ist es, und wir haben es hier auch schon wiederholt in Breite und Tiefe diskutiert. Einfach mal die Suche anschmeißen und nachlesen.

Jörn Dyck (nicht überprüft)

Do. 15 Aug 2019 - 23:57

Antwort auf von Thomas R. (nicht überprüft)

Dann sind wir hier unterschiedlicher Meinung, da ich weiterhin der Auffassung bin, dass der Fleischkonsum reduziert werden kann, ohne dass es irgendwem schlechter geht.

Außerdem: wen kümmert‘s? Wir müssen CO2 reduzieren, so oder so. Das wird ohne eine verringerte Tierhaltung wohl nicht klappen.

Thomas R. (nicht überprüft)

Sa. 17 Aug 2019 - 08:00

Antwort auf von Jörn Dyck (nicht überprüft)

"Dann sind wir hier unterschiedlicher Meinung,"
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Schade, daß Sie die Aufforderung in meinem Beitrag von vorgestern ignoriert haben. Ob man es für akzeptabel hält, empfindungsfähige Wesen mehr oder weniger quälerisch (sowie unter Inkaufnahme menschlicher Brutalisierung) auszubeuten und zu töten, nur um überflüssige Produkte herzustellen, ist nämlich keine Frage der "Meinung", sondern der Ethik!
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"da ich weiterhin der Auffassung bin, dass der Fleischkonsum reduziert werden kann, ohne dass es irgendwem schlechter geht."
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Das gilt u.v.a. auch für Kinder- und Sklavenarbeit. Letztlich muß all das aber BEENDET und nicht nur "reduziert" werden.
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"Außerdem: wen kümmert‘s?"
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Jedes einzelne Tier, das leiden muß, weil seine Interessen vermeidbarerweise mißachtet werden, und jeden echten Antifaschisten, der die menschliche Denk- und Verhaltenskultur von willkürlichen Unterscheidungen und ihren katastrophalen Folgen bereinigen möchte - im Interesse ALLER leidensfähigen Wesen!

Jörn (nicht überprüft)

Mo. 19 Aug 2019 - 14:22

Antwort auf von Thomas R. (nicht überprüft)

Ich verstehe Ihren Eifer und Ihre Motivation (nicht jedoch ihre Aggressivität mir gegenüber). In dem Artikel ging es um steuerliche Aspekte und Erwägungen zum Klimaschutz. Es ging nicht um einen Totalverzicht. Es können also auch jene Menschen positiv zu einer besseren Tierhaltung und zum Klima beitragen, die sich (noch) nicht für einen Totalverzicht entschieden haben. Diese Bereitschaft zu kleineren Schritten sollte man nutzen, anstatt jede Debatte in dieser Richtung mit Fundamentalforderungen zu erschlagen. Mir fällt der Verzicht auf tierische Produkte leicht, aber andere Menschen sehen das offenbar anders. Eine Reduzierung auf z.B. die Hälfte sieht für viele Menschen bedrohlich aus. Aber dies wäre sowohl für das Klima als auch für die Tierhaltung bereits ein großer Fortschritt. Ich finde nicht, dass man solche Ziele gleich mit Aggressivität oder Arroganz zertrampeln sollte. Schritt für Schritt. Hier werden dicke Bretter gebohrt.

"Ich verstehe Ihren Eifer und Ihre Motivation (nicht jedoch ihre Aggressivität mir gegenüber)."
-
Der Grund dafür geht doch einigermaßen unmißverständlich aus meiner Wortmeldung hervor. Geringer(er) Fleischkonsum ist besser als höherer (wie auch weniger Kinder- und Sklavenarbeit besser ist als mehr), aber die Behauptung, er sei "überhaupt kein Problem, könne aber als solches erscheinen", deutet auf ethische Desorientierung (namentlich Speziesismus) hin, gegen die ich einschreiten mußte.
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"Es können also auch jene Menschen positiv zu einer besseren Tierhaltung und zum Klima beitragen, die sich (noch) nicht für einen Totalverzicht entschieden haben."
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Das habe ich nie bestritten, aber sie sollten sich nicht einbilden (und von Dritten in dieser Einbildung bestärkt werden), wenig Fleischkonsum oder auch Vegetarismus sei der ethischen Weisheit letzter Schluß.
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"Diese Bereitschaft zu kleineren Schritten sollte man nutzen, anstatt jede Debatte in dieser Richtung mit Fundamentalforderungen zu erschlagen."
-
Man kann kleine Schritte auch würdigen, OHNE antimoralisches Verhalten zum Scheinproblem herunterzuspielen!

Nirgends und an keiner Stelle ist in den Beiträgen von Thomas R. persönlicher Angriff enthalten, weder inhaltlich noch verbal.
Ihrerseitige Projektionen :
Zitat Beginn: "Ich finde nicht, dass man solche Ziele gleich mit Aggressivität und Arroganz zertrampeln sollte." Zitat Ende.
Alleinig dieser Satz spricht eine deutliche Sprache und für sich, genau gesagt nämlich für fundamentale Aggressivität. Dem in folgerichtiger Radikalität zu begegnen, wie dem Thema grundsätzlich, ist der Sache völlig angemessen. Schließlich geht es um unsere Mittiere und um ETHIK.
E s ist hierbei vollkommen unverständlich, daß Sie sich offenbar um uneinsichtige menschliche Spezies mehr Gedanken machen, als tatsächlich um die Tiere, - die Ethik.
ETHIK lässt sich nicht an Prozentzahlen messen.
Im Übrigen teile ich die Auffassung von Thomas R. in ihrer Ganzheit und Vollständigkeit. Da ist nichts hinzuzufügen, und dafür bin ich ihm sehr dankbar.
Siehe dazu auch die von mir abgegebenen Kommentare und Beiträge.

100% tierliebe und vegane Grüße. U. S.

Ihren Standpunkt greift ja niemand an. Auch nicht deren Begründung. Die Frage beim Klimaschutz und bei der Verbesserung der Tierhaltung (darum ging es in dem Artikel) ist jedoch: Wir gelangen wir dorthin?

Sie bekennen sich zur (Zitat) "Radikalität", meinen damit aber offenbar *nicht* Ihren eigenen radikalen Verzicht auf tierische Produkte, sondern eine radikale Auseinandersetzung in der Debatte mit anderen. Beispielsweise durch SCHREIEN in Großbuchstaben, oder durch Herabsetzung von durchaus gutwilligen Menschen ("uneinsichtige menschliche Spezies").

Nochmals, die Frage ist: Wir erreichen wir bestimmte Ziele? Es könnte durchaus sein, dass ihre Methode der radikalen Auseinandersetzung fehlschlägt. Es könnte sogar sein, dass Sie durch SCHREIEN dem angestrebten Ziel eher schaden als nutzen.

Als Veganer kenne ich meinen eigenen Weg dorthin; niemand hat mich angeschrien. Es schien eine positive Sache zu sein. Dennoch erschien mir der Weg zum Veganismus unsicher und bedrohlich. Ich wusste nicht, auf was ich mich einlasse und wie schwer es werden würde und ob ich Lebensfreude einbüßen würde. Ich habe diesen Weg dann einigermaßen gemeistert, aber ich könnte mir vorstellen, dass die meisten "Fleischesser" erstmal solche Befürchtungen haben. Also muss man sich mit diesen Befürchtungen freundschaftlich auseinandersetzen, anstatt radikale Forderungen zu SCHREIEN.

Mein Hauptargument ist dieses: Wer sich der veganen Lebensweise annähern will (nicht radikal durch SCHREIEN, sondern Schritt für Schritt), der braucht einfach ein paar clevere Tipps, wie man lecker ohne Fleisch, Käse und Butter kocht. Diese Einsteiger brauchen ein paar neue Lieblingsgerichte, die sie gerne essen, und die sie gerade *nicht* als radikalen Verzicht betrachten, sondern als Bereicherung. Wer diesen Weg dann soweit geschafft hat, dass er seinen Fleischkonsum usw. auf die Hälfte reduzieren konnte, der merkt automatisch, dass er die andere Hälfte ebenso schafft. Plötzlich erscheint es leicht, was zuvor noch unmöglich und bedrohlich schien.

Die Frage ist: Wie erreicht man etwas? Man lockt die Leute mit einer machbaren Aufgabe auf die halbe Strecke, und dann werden viele auch den Rest des Weges gehen. Aber auch wer bei der Hälfte stehen bleibt, der hat erstmal unseren Beifall verdient, denn er hat etwas geleistet. Vielleicht wird er nach einem Jahr den nächsten Schritt wagen, wer weiß? Aber wenn er auf halber Strecke von radikalen Leuten angeschrien wird, kehrt er wohl eher wieder zur gemütlichen Weißwurst zurück, denn in der freundlichen Metzgerei wurde er noch nie angeschrien.

Es wäre ingesamt besser, alle Menschen würden ihren Fleisch-/Milchkonsum auf die Hälfte reduzieren, als dass sich ein paar Veganer darum prügeln, wer noch ein halbes Prozent mehr vegan ist als der andere.

Pragmatismus ist gut und schön, aber ich gehe davon aus, daß Ihre "Entspanntheit" bedeutend weniger ausgeprägt wäre, wenn es hier um abermilliardenfaches menschliches, statt nichtmenschliches Leiden und gewaltsames Sterben ginge.

Jörn (nicht überprüft)

Mo. 26 Aug 2019 - 14:23

Antwort auf von Thomas R. (nicht überprüft)

Sie nehmen die Perspektive der Tiere ein, und das ist gut. Aber Sie wollen ja keine Tiere vom Veganismus überzeugen, sondern Menschen. Folglich müssen Sie für diese Überzeugungsarbeit die Perspektive der Menschen einnehmen.

Die Frage ist: Mit welcher Methode überzeugen Sie Menschen?

"Sie nehmen die Perspektive der Tiere ein,"
-
Jein. Ich nehme die Perspektive empfindungsfähiger Wesen ein, weil ich selbst eines bin. Ethizisten unterscheiden nicht zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Tieren. Entsprechende Andeutungen sind bereits in meinen Beiträgen vom 17. und 20.8. enthalten.
-
"Die Frage ist: Mit welcher Methode überzeugen Sie Menschen?"
-
Mit der Wahrheit, und die ist nun mal unangenehm: https://hpd.de/comment/51242#comment-51242 - https://hpd.de/comment/51188#comment-51188.

Ute Soltau (nicht überprüft)

Mo. 19 Aug 2019 - 14:42

Antwort auf von Thomas R. (nicht überprüft)

Ja, uns alle muß es bekümmern, und daher müssen wir uns darum kümmern.
Genau richtig, es hat mit ETHIK zu tun, dazu gibt es keine Alternative.
Dieses zu ignorieren wäre /ist tatsächlich von Schaden, für unsere gesamte Mitwelt und daher!, aus diesem Grund, für die Menschheit, selbst. (nichts ist und bleibt ohne Folgen)
Danke Thomas R. für die Stellungnahme, der ich mich gerne anschließe.

Vegane Grüße.

Matthias Stich (nicht überprüft)

Mi. 14 Aug 2019 - 13:39

<Ergo würden diejenigen, die sich durch den Kauf von Bio-Produkten für bessere Haltungsbedingungen einsetzen wollen, bestraft, was ein falsches Signal wäre.>

Wenn es um Fleisch geht, gibt es keine Bio-Produkte.
Bio bedeutet Leben. Fleisch bedeutet den Tod von bzw. für die sogenannten Nutztiere. Es gibt kein Fleisch von glücklichen Tieren.
Es gibt nur Fleisch von toten Tieren.

Rene Goeckel (nicht überprüft)

Mi. 14 Aug 2019 - 16:02

Bevor man über den Preis spricht sollte erstmal die Qualität diskutiert werden.
Wer schon mal amerikanische Beef oder spanisches (Iberico) Schwein probiert
hat, weiß wovon ich rede. Höhere Steuern werde an den deutschen Fleischfabriken nichts ändern, solange sich der deutsche Konsument mit diesem Zeug zufrieden gibt. Warum auch?

Thomas R. (nicht überprüft)

Mi. 14 Aug 2019 - 16:38

"Interessanterweise ist aber auch der Deutsche Tierschutzbund dagegen, da "bestimmte Verbrauchergruppen (...) zu sehr abgestraft" würden, berichtet die Welt. Und da ist er sich ausgerechnet mit dem Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie einig, der ebenfalls davor warnte, dass weniger wohlhabende Bürger durch die Mehrwertsteueranhebung belastet würden."
-
Niemand ist GEZWUNGEN, sich von Tierleichen zu ernähren, und wer das aus niederen Beweggründen unbedingt WILL, sollte um die lächerlichen Mehrkosten keinen Aufstand machen: https://de-de.facebook.com/graslutscher/posts/1591260727674860
-
"Teurere Produkte würden im Preis stärker ansteigen als billigere. Ergo würden diejenigen, die sich durch den Kauf von Bio-Produkten für bessere Haltungsbedingungen einsetzen wollen, bestraft, was ein falsches Signal wäre."
-
Was ist denn DAS für ein naiver Einwand? Ethisch gesteuerter Konsum wird doch schon immer systematisch bestraft. Das liegt in der antimoralischen Natur des Kapitalismus.

Ich schließe mich den Aussagen von Thomas R. absolut an!
Besser könnte man es nicht sagen.
Einfach nochmal lesen.
Was die Mehrwertsteuer für die Bahnfahrkarten anbetrifft, so kann es nicht sein, dass Mobilität statt Auto oder Flugzeug, das diese Alternative vom Staat höher besteuert wird als Umwelt - und Klima schädlich belastende.
MwSt für Bahnfahrkarten runter, Benzin und Cerosin hoch besteuern!

REZEPTE VEGAN :"
Für vegane Alternativen empfehle ich "Albert - Schweitzer - Stiftung" für unsere Mitwelt, da gibt es ne Menge tolle vegane Rezepte.
Und : Aus Erfahrung kann ich sagen, dass viele Alternativen super gut sind und überall gut ankommen.
Meine neueste persönliche Entdeckung ist "Vleischsalat vom Tofutier, der ist einfach mega vega. (Jede Zutat ist voll deklariert)..
Könnt ihr dann sogar selber machen und auf jeder Party anbieten, merkt kein Mensch, dass der voll vega ist.
Es kommt eben ganz darauf an wie es gemacht ist, auf Gewürze und andere Zutaten. Das ist ja überall so.
Mega
vegane Grüße vom Tofutier. U. S.

Konrad Schiemert (nicht überprüft)

Mi. 14 Aug 2019 - 21:41

Der Konsum kann am besten mit dem Preis regeln, der Preis für Fleisch muss also erhöht werden. Wenn dadurch weniger Fleisch gekauft wird, müssen auch wenigere Tiere gehalten werden, was schon ein kleiner Schritt Richtung artgerechte Haltung und Klimaschutz ist. Die Mehreinnahmen könnte man für Steuersenkung für andere Lebensmittel verwenden.

Konni Scheller (nicht überprüft)

Mi. 14 Aug 2019 - 23:30

Letzten Endes wird sich durch die Mehrwertsteuererhöhung an der Tierhaltung gar nichts ändern. Wenn man das schaffen will, muss man an die Wurzel - Mehr Tierärzte, mehr Kontrollen.

Aber ich fürchte, dass es bei der Fleischsteuer wohl doch nur um Lust am Verbot und Ideologie geht.

P.S. Schönes Stück Entrecote, auf dem Bild.

Rüdiger Weida (nicht überprüft)

Do. 15 Aug 2019 - 09:17

Eine Neuregulierung der Mehrwertsteuersätze ist tatsächlich angebracht. Darüber jedoch mehr Tierschutz erreichen zu wollen, dürfte in´s Leere laufen.

Die Politik soll endlich aufhören, dieses Thema auf den Verbraucher abzuwälzen. So lange sie noch die Errichtung von Mastanlangen mit tausenden von Tieren gestattet,
wirkt Mehrwertsteuertierschutz einfach unglaubwürdig bis lächerlich.

In Brandenburg dürfen Hühnerzuchtanlagen bis zu 39999 Hühner ohne große Umweltverträglichkeitsprüfungen errichtet werden. Wer mehr Hühner züchten will, baut einfach zwei Anlagen nebeneinander und alle gucken zu.
Das ist glücklicherweise nicht der Fall bei einer bereits genehmigten Schweinzuchtanlage für 3700 Tiere. Hier hat ein breites Bündnis durch Aktionen und einen Rechtsstreit den Bau seit 15 Jahren erfolgreich verhindert. Das Verwaltungsgericht Potsdam hat die Genehmigung aufgehoben und keine Berufung zugelassen. Der Investor hat Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt.

Ute Soltau (nicht überprüft)

Fr. 16 Aug 2019 - 16:58

Antwort auf von Rüdiger Weida (nicht überprüft)

Veranstaltungsempfehlung:

Berlin > (Vegane Hauptstadt)
Veganes Sommerfest
Official Animal Rights March
Ausstellung des Künstlers POGO
Wochenende vom
22. - 25. August
Fröhlich, vielseitig, genussvoll.
EINTRITT IST WIE IMMER FREI.

Arno Gebauer (nicht überprüft)

Sa. 17 Aug 2019 - 08:21

Moin,

die religionsstiftenden Viehzüchter aus dem vorderen Orient wußten nicht, dass
alle Lebewesen einander aufressen müssen, um überleben zu können (Wahnsinnsprinzip des Lebens). Deshalb wurde alle nichtmenschlichen Lebewesen in ihrer Religion vernachlässigt. Über den Preis kann man die Menge der Schlachttiere verringern, aber man kann über den Preis nicht die Einstellung der Menschen zum Umgang mit Tieren
verändern. Auch auf diesem Gebiet haben die drei Viehzüchterreligionen jämmerlich
versagt!

Viele Grüße
Arno Gebauer

Ute Soltau (nicht überprüft)

Di. 20 Aug 2019 - 12:34

Antwort auf von Arno Gebauer (nicht überprüft)

@ Sehr geehrter Herr Gebauer,
es geht ja bei Weitem nicht nur um Religion. en, sondern um die Menschheit schlechthin.
Deshalb, keinen eingeschränkten / auf Religionen begrenzten, Focus, man sieht auch die Einstellung, die mangelnde Bewusstheit, mancher Menschen, die sich hier als Atheisten bezeichnen, und - möglicherweise auch als Humanisten.
JedeR! Einzelne von uns, trägt Verantwortung für sein Verhalten und Handeln.
Tierliebe Grüße!

struppi (nicht überprüft)

So. 18 Aug 2019 - 06:10

Eine Erhöhung der MWSt für Fleisch würde bedeuten, dass mehr billiges Fleisch gekauft wird. Das mag die Industrieschlachthöfe freuen. Den kleinen Bauerhöfe, die neben der Haltung auch den Kreislauf der Nahrung und der Abfälle im Blick haben, wird es eher schaden.

Das eine Subventionierung (über eine höhere Steuer) der Landwirtschaft durch den Staat, einer sinnvollen Agrarpolitik entgegensteht, sollte der Öffentlichkeit bekannt sein. Die EU fördert überwiegend grosse Betriebe und reiche Bauern.

Und selbst wenn man anderes wollte, ein Antragsirrsinn bei dem jeder Kleinbetrieb Berater und Anwälte braucht, fördert mit Sicherheit auch nicht das, was die Leute sich wünschen.

Es wäre absolut ausreichend Tierhaltung mit einer Flächenbegrenzung zu verbinden und wir wären wieder bei realistischen Fleischpreisen und einer Tierhaltung die nicht auf reine Optimierung der Masse beruht.

Aber hier steht wieder der Wunsch der Politik im Vordergrund, Fördergelder und Verteilungsregeln zu erstellen. Genau das, was die EU bedeutet.

@all

In diesem Zusammenhang (Karnismus, Mehrwertsteuer) gebe ich einen Hinweis auf ein Event der gbs, der für sich spricht;
allein der nachfolgende Textauszug (bis auf Großbuchstaben im Originalzitat) -
hat, selbst mich, zutiefst beeindruckt und berührt:

gbs
Für eine aufgeklärte und humanistisch orientierte Gesellschaft.

Event

NICHTS ERGIBT SINN AUSSER IM LICHT DER EVOLUTION
Evolutionsweg
Textauszug Zitat : "... Du bist das aktuell lebende Ende einer ununterbrochenen Kette von Leben, das 3,5 Milliarden Jahre alt ist.
Deine Vorfahren waren nicht nur Affen, sondern auch Fische und Bakterien.
Alles Leben auf der Erde ist miteinander verwandt und die Übergänge zwischen den Arten sind fließend....
... EIN WELTBILD OHNE DIESE WUNDERBAREN FAKTEN DER "TATSACHE EVOLUTION" IST NICHT MEHR ZEITGEMÄß. "
Vollständige Veranstaltung und Termine bitte einmal selbst nachlesen.
Lasst euch auch mit Empathie davon berühren.

Vegane tierliebe Grüße.
U S.

Arno Gebauer (nicht überprüft)

Mo. 19 Aug 2019 - 21:17

Moin,

eine sehr gute Internetadresse für den rücksichtsvollen Umgang mit Kühen unter:

https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2012/die-kuhversteherin-unterwegs-im-auftrag-der-rinder-100.html

Viele Grüße
Arno Gebauer

Ute Soltau (nicht überprüft)

Di. 20 Aug 2019 - 12:05

Antwort auf von Arno Gebauer (nicht überprüft)

Eine sehr gute Adresse für "Mensch und Tier" :
"Hof Butenland".
Wunderbare Videos auf Youtube.

Gisa Bodenstein

Die Autorin studierte Kulturgeographie mit den Wahlfächern Politische Wissenschaft, English and American Studies und Physische Geographie in Erlangen. Danach war sie für die Erlanger Nachrichten und die Berliner Morgenpost tätig. Seit 2017 arbeitet sie für den hpd und hat im April 2025 den Posten der Chefredakteurin übernommen.

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