Für die Bekämpfung des Klimawandels müssen wir nicht nur die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas stoppen. Auch in anderen Bereichen braucht es einen Wandel, etwa in der Ernährung. So schadet unser Konsum von Eiern, Milchprodukten und Fleisch dem Klima deutlich. Trotzdem scheuen sich die meisten Politikerinnen und Politiker, hier einzugreifen. Saskia Stucki erklärt, warum Essensfragen ein Tabuthema sind und wie die Politik wirkungsvoll handeln könnte.
Wer Fleisch isst, blendet gern aus, mit welch immensem Tierleid das Schnitzel auf dem Teller verbunden ist. In der Massentierhaltung verbringen Tiere ihr kurzes Leben unter widrigsten Bedingungen und bei der Schlachtung erleiden sie Angst und Qualen.
Es gibt unendlich viele Ernährungstipps, oft sind die aber viel heißer gekocht als gegessen. Was ist seriös und wissenschaftlich haltbar? Unsere Kolumnistin, die Ärztin Natalie Grams-Nobmann, serviert evidenzbasierte Ernährung.
Das menschliche Gehirn brauchte wohl keine erhöhte Zufuhr von Fleisch, um zu seiner heutigen Größe heranzuwachsen. Zu diesem Schluss kommt nun eine Studie aus den USA, in der die Forscher um Briana Pobiner vom Smithsonian National Museum of Natural History die Abschliff-Spuren von Jagdwerkzeugen an Fossilfunden der damaligen Jagdbeute untersuchten.
Als erste Nation der Welt hat der Stadtstaat Singapur letzten Monat den Verkauf eines synthetisierten Fleischprodukts erlaubt. Es handelt sich dabei um im Bioreaktor gezüchtete Chicken-Nuggets, die nun für 23 Dollar pro Portion über die Theke wandern. Nicht nur die Zulassung ist eine Weltneuheit, auch der wettbewerbsfähige Preis des Laborfleischs überrascht.
Der Hunger der Welt auf billigen Fisch wächst, während die Ozeane und Meere immer leerer werden. Eine solche Gleichung kann nur dann wirtschaftlich aufgehen, wenn man an anderer Stelle spart oder aber ausweichende Industriezweige fördert. In diesem Fall die künstliche Aufzucht von Meeresfrüchten und Speisefischen in Aquakulturen, die im Vergleich zum industriellen Wildfang unter ökologischen wie sozio-ökonomischen Gesichtspunkten nicht minder problematisch sind.
Je weniger tierische Produkte man zu sich nimmt, desto geringer ist der Body-Mass-Index und desto weniger neigt man zu Extrovertiertheit. Zu dieser Erkenntnis kommt eine großangelegte Studie von Wissenschaftlerinnen des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften. Ein Zusammenhang mit depressiven Verstimmungen, wie ihn andere Untersuchungen gefunden hatten, konnte sie dagegen nicht bestätigen.
Kann der Einzelne etwas gegen den Klimawandel tun? Und wenn ja, was? – Es sind häufig die kleinen Dinge, die scheinbar unscheinbaren Handlungen, mit denen jeder Einzelne kleine Veränderungen erreicht. Zum Beispiel auch, in dem man seine Ernährung hinterfragt.
Politiker haben sich mal wieder auf ein vermintes Gebiet vorgewagt: Die Einschränkung des Fleischkonsums. Diesmal ist die Idee, Fleisch nicht mehr wie bisher mit sieben, sondern künftig mit 19 Prozent Mehrwertsteuer zu versehen. Seitdem wird das Thema eifrig diskutiert.
Wir sind mittlerweile gewohnt, dass wirre Fernsehprediger gegen andere Religionen, homo- oder transsexuelle Menschen hetzen und Abtreibung verdammen. Umso schwerer ist es für den einzelnen Fanatiker, aus der Masse herauszustechen. TV-Prediger Rick Wiles ist besonders findig und erklärt uns, welch dämonisches Eigenleben Pflanzenfleisch hat.
Für viele Veganer ist der Verzicht auf Fleisch durch die Ethik und das Tierwohl begründet. Selbst, wenn sie den Geschmack von Fleisch lieben, so ist doch der Umgang mit Zuchttieren und deren grausame Lebensumstände ein ständiges Mahnmal, welches vielen den Fleischgenuss trübt und vergällt.
Heute leben 7,7 Milliarden Menschen auf der Erde. Hält das Wachstum von gegenwärtig 1,2 Prozent pro Jahr an, käme alle zwölf Jahre eine weitere Milliarde hinzu. Zugleich ist die Belastbarkeit unserer Erde erreicht, vielleicht sogar überschritten.
Vor etwa einem Jahr gab es auf der Agrarlobby-Plattform agrarheute einen kleinen "Faktencheck" zu den Klimafolgen des Fleischkonsums. Das überraschende Ergebnis: Fleischkonsum ist gar nicht so schlimm! Und es bringt auch (fast) nix, weniger Fleisch zu essen!
Als "containern" wird das Sammeln noch verwendbarer Lebensmittel aus den Abfalltonnen von Lebensmittelmärkten bezeichnet. Obwohl strafbar, schlägt denen, die Lebensmittel vor der Entsorgung retten, große Sympathie entgegen. Jetzt hat die Verurteilung zweier Studentinnen in Oberbayern die Diskussion darüber, was mit unverkäuflichen Lebensmitteln geschehen soll, neu entfacht.
Viele Menschen blenden die Konsequenzen ihres Fleischkonsums aus. Dabei wäre die selbstkritische Auseinandersetzung mit der Faktenlage bitter nötig. Doch auch kleine Veränderungen können nach Ansicht von hpd-Autor Constantin Huber viel bewirken und ein gelassenerer Umgang kann zum Abbau verhärteter Fronten beitragen.