Digitales Leben

Bedrohte Demokratie

Eine Erwiderung auf „Die vielen Krisen der Demokratie“

Die Demokratie und die Überforderung durch das Netz

Steffen Mau hat in seiner Analyse „Die vielen Krisen der Demokratie“ präzise seziert, woran die liberale Demokratie derzeit krankt. Seine Bestandsaufnahme ist zutreffend – aber dennoch unvollständig. Denn sie benennt zwar die Symptome, nicht aber die wohl wichtigste gemeinsame Ursache der gegenwärtigen Verwerfungen.

Neue Studie analysiert radikalen Wandel von Twitter zu X

Von der Mainstream-Plattform zum rechtsextremen Netzwerk

Wie wird aus einer globalen Kommunikationsplattform ein politisch aufgeladenes Netzwerk? Eine neue Studie unter Mitwirkung von Clara Iglesias Keller vom Weizenbaum-Institut zeigt, dass der Umbau von Twitter zu X weit über ein Rebranding hinausgeht.

Rezension

Ein Grundlagenwerk mit moralischem Zeigefinger

Prof. Dagmar Fenner, Titularprofessorin für Philosophie an der Universität Basel und Lehrbeauftragte für Ethik an der Universität Tübingen, hat mit "Digitale Ethik" einen neuen Band in der utb-Reihe vorgelegt. Das Buch bietet eine umfassende, informative und leicht zugängliche Quelle für Fragestellungen im Kontext der digitalen Medien und der Künstlichen Intelligenz. Wer dieses Werk aufmerksam liest, darf sich als sehr gut informiert betrachten. Gründe für Kritik gibt es dennoch reichlich.

Silas Koke

YouTube, Zeugen Jehovas und Algorithmen

Digitale Plattformen wie YouTube, Instagram oder TikTok bilden heute die entscheidende Infrastruktur für Wissen, Austausch und Öffentlichkeit. Ihre internen Regeln und algorithmischen Entscheidungen bestimmen jedoch, welche Inhalte sichtbar bleiben und welche nicht. Das kann zum Problem für kritische Aufklärer werden.

Probleme bei der vom europäischen Rat vorgeschlagenen freiwilligen Chatkontrolle

"Mehr Chats können überwacht werden"

Ein Vorschlag des Europarats zur Chatkontrolle, mit der die Verbreitung von Material von sexuellem Kindesmissbrauch (Child Sexual Abuse Material - CSAM) verhindert werden soll, geht nun in den Trilog zwischen Europarat, EU-Kommission und EU-Parlament. Der Vorschlag sieht keine obligatorische Überwachung vor, wie sie in vorherigen Vorschlägen angestrebt worden war. Stattdessen sollen Messengerdienste wie WhatsApp oder Signal weiterhin freiwillig Software zur automatischen Chatkontrolle installieren können, der Umfang der Überwachung kann sogar ausgeweitet werden.

Eine journalistische Thematisierung

Der hybride Krieg autoritärer Systeme

Zwei FAZ-Journalisten, Reinhard Bingener und Markus Wehner, verweisen in ihrer neuen Monographie darauf, dass sich nicht nur Deutschland bereits in einem "hybriden Krieg" befindet. Ihr gemeinsames Buch "Der stille Krieg. Wie Autokraten Deutschland angreifen" macht auf die einschlägigen Gefahrenpotentiale anhand vieler konkreter Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit aufmerksam.

Die Beweise häufen sich:

Digitale Medien bedrohen die Demokratie

Digitale Medien prägen die politische Landschaft weltweit immer stärker. Ein aktuelles Forschungspapier des Institute for Replication (I4R) analysiert und überprüft die Ergebnisse einer Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin, die 2023 veröffentlicht wurde. Die Replikationsstudie, durchgeführt von Forschenden der Tongji University, der University of Cambridge und der Duke University, bestätigt die ursprünglichen Erkenntnisse zu den Beziehungen zwischen digitalen Medien und Demokratie.

Screenshot

Wenn Glaube zur interaktiven Ware wird

Besser beten mit der Hallow-App

Die App der Stunde heißt Hallow – zumindest für Katholiken in Amerika und der ganzen Welt. Hallow versteht sich als religiöses Multifunktionstool im modernen App-Design: tägliche Meditationen, Rosenkranz zum Einschlafen, biblische Kindergeschichten oder "Gebets-Challenges" – das Angebot ist umfangreich, die Zielgruppe eindeutig: Religiöse Menschen auf Identitätssuche. Besonders interessant: Wer hinter der App steckt und daran prächtig verdient.

Ulrich Müller (Vorstand), Nelly Grotefendt (Aufsichtsrat), Tina Haupt (Aufsichtsrat)

Demokratie im Zeitalter des Digitalmonopols

"Es geht um grundsätzliche Fragen von gesellschaftlicher Gestaltungsmacht"

Mit dem Digital Markets Act (DMA) hat die Europäische Union 2022 ein eigenes Wettbewerbs- und Kartellrecht für die Digitalwirtschaft geschaffen. Ein Gespräch mit Ulrich Müller, Mitbegründer und Vorstand der NGO Rebalance_Now, über die Monopolmacht der Tech-Titanen, über freiere Märkte und über die Frage, ob Google zerschlagen werden muss.