Kommentar

Rentner, alte Menschen

Was die amerikanische Rentendebatte mit dem New Deal zu tun hat und warum sie auch für Deutschland interessant ist

Sozialversicherung: Ein überraschender Blick in die USA

Bernie Sanders, der Senator aus Vermont, will die amerikanische Rentenversicherung, die Social Security, langfristig finanziell absichern und zugleich ihre Leistungen verbessern. Dazu schlägt er vor, ihre Finanzierungsbasis zu verbreitern und insbesondere hohe Einkommen stärker heranzuziehen.

Segen

Freikirchliche Pastoren glauben, Jesus zu sein

Religionen, Glaubensgemeinschaften, Kirchen und esoterische Meister haben einen gemeinsamen Nenner: Sie wollen möglichst schnell wachsen. Das Missionieren und Rekrutieren neuer Mitglieder gestaltet sich aber trotz des Internets schwierig, unterliegen doch die religiösen und spirituellen Gemeinschaften wie die gesamte Ökonomie weltlichen Kriterien: Es braucht große Aufmerksamkeit und ein attraktives Angebot, denn der Markt quillt in allen Bereichen über. Prediger behaupten deshalb, dass Gott bei Heilungsgottesdiensten Gläubige von schweren Krankheiten befreie.

Baufälliger leerer verlassener Klassenraum einer Schule

Die lange Vorgeschichte einer deutschen Krise

Bildung ohne Sozialstaat

Die neuen PISA‑Ergebnisse markieren keinen überraschenden Einbruch, sondern den Tiefpunkt einer Entwicklung, die seit Jahrzehnten absehbar war. Wer heute über die „Bildungskatastrophe“ spricht, sollte sich daran erinnern, dass dieser Begriff einst eine sozialstaatliche Diagnose war – und nicht die Beschreibung schlechter Testergebnisse. Die Krise, die wir erleben, ist weniger pädagogisch als politisch: Ein Staat, der Familien überfordert, überfordert seine Schulen automatisch mit.

Lebensweg

Ein Beitrag zur aktuellen Debatte um die Sterbehilfe

Was hat der Staat hier zu suchen?

Der Reflex war wohl unvermeidlich: Kaum war der Freitod der Kessler-Zwillinge bekannt geworden, ging die Debatte wieder los. Der unvermeidliche Karl Lauterbach forderte eine gesetzliche Regelung des assistierten Suizids, der Vorsitzende des Ethikrates tat es ihm gleich. Kirchen und Wohlfahrtsverbände meldeten sich mit ihren Bedenken. Wieso eigentlich?

Warum diese Semantik historisch falsch, verfassungsrechtlich problematisch und politisch gefährlich ist

Wenn der Sozialstaat "wuchert"

Wenn ein Historiker in einem großen Leitmedium den deutschen Sozialstaat gleich in der Headline als etwas beschreibt, das "weit in die Mitte der Gesellschaft gewuchert" sei, dann ist das mehr als eine rhetorische Zuspitzung. Es ist eine semantische Setzung, die den Sozialstaat aus seiner historischen Entwicklung und seiner verfassungsrechtlichen Verankerung herauslöst – und ihn in die Nähe eines Fremdkörpers rückt, der sich unkontrolliert ausbreitet.

Plenarsaal des Deutschen Bundestages

Ein stiller Abschied von einer Politik der Gründe

Politik im Exoskelett

Es gibt Entwicklungen, die nicht mit einem Knall beginnen, sondern mit einem Satz. Ein Satz, der beiläufig klingt, fast technokratisch, und doch mehr über den Zustand der politischen Kultur verrät als jede Regierungserklärung. Ein solcher Satz lautet: Man wolle die Vorschläge der GKV‑Finanzierungskommission eins zu eins umsetzen.

Symbolbild

Kommentar

Antizionismus oder Antisemitismus?

Auf dem Landesparteitag der Linken in Niedersachsen Mitte März wurde mit Antrag A01 ein Beschluss gefasst, der den "heute real existierenden Zionismus" scharf angreift. Die zugespitzte Sprache des Antrags löste innerhalb der Partei umgehend Widerspruch aus und führte zu einer deutlichen Distanzierung, die den Beschluss als Angriff auf jüdisches Selbstbestimmungsrecht kritisierte. Auch öffentlich entbrannte eine kontroverse Debatte über Inhalt, Begrifflichkeiten und mögliche antisemitische Implikationen des Antrags.

Ramadan zelebriert, Kirche in der Kritik

Doppelstandards im ZDF-Kinderprogramm

Kürzlich zeigte der ZDF-Kinderkanal zwei Beiträge mit deutlich auseinandergehendem Spin: Der muslimische Fastenmonat wurde positiv dargestellt, die Geschichte der Kirche hingegen kritisch. Religionskritik, auch für Kinder, sollte ausgewogen sein und sich an der heutigen Relevanz orientieren.