Meine Mama bringt mich um

Die Wahrheit.at hat ein Musik-Video veröffentlicht, in dem über die Gefahren der Impfverweigerung gewarnt wird.

Jörg Wipplinger (Text) und Thomas Eder (Musik) haben das Video "Meine Mama bringt mich um" genannt:

 

 

Quelle

Kommentare (4)

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Mo. 6 Okt 2014 - 19:51

Ich denke mal, die goldene Mitte wird auch hier das Richtige sein. Sicher ist Homöopathie etc. Quatsch, mit dem viel Geld gemacht wird. Allerdings ist auch so manche Panik (BSE, Vogelgrippe etc.) von der Pharmaindustrie angeheizt worden, um den Staat dazu zu bringen, massenhaft Impfstoff zu kaufen. Und mit der leichtfertigen Vergabe von Antibiotika (wie das Video suggeriert!) habe ich auch meine Probleme. Es gibt inzwischen viele antibiotikaresistente Keime, die die Entwicklung immer schärferer Geschütze erfordert. Ich habe bisher einmal für fünf Tage sicherheitshalber nach einer OP Antibiotika bekommen. Ansonsten ist mein Körper darauf trainiert, sein eigenes Immunsystem fit zu halten. Medizin sollte nur da unterstützend eingreifen, wo die eigenen Kräfte nicht ausreichen. Doch wir haben nach meiner Einschätzung in Deutschland eher das Problem, dass jeder sich ständig irgendwelche Medizin verschreiben lässt, was ihn im Endeffekt nur anfälliger macht. Notwendige Impfungen sind natürlich zu empfehlen und vielleicht hätte es dem Video besser getan, sich genau darauf zu konzentrieren. Wir haben heute viele Zivilisationskrankheiten, weil wir zu hygienisch leben (Allergien), uns zu ungesund ernähren, zu wenig bewegen etc. Wir sollten einfach darauf achten, dass wir ein gesundes Mittelmaß nicht missachten und medikamentös nicht fortlaufend mit Kanonen auf Spatzen schießen. Nur so erhalten wir die natürliche Fähigkeit, dass - wie bei mir - mit einem Luftgewehr noch Wirkungstreffer erzielt werden können.

Robert Marxreiter (nicht überprüft)

Di. 7 Okt 2014 - 10:27

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

In dem Video geht es darum, dass Eltern ihren Kindern aus ideologischen Gründen wichtige Medikamente wie z.B. Impfungen vorenthalten. Was soll da bitte die "goldene Mitte" sein? Den Kindern nur die Hälfte der von Ärzten dringend empfohlenen Medizin geben? Ihr Seitenhieb auf vorschnell verschriebene Antibiotika ist ein Strohmann-Argument und hat doch nichts mit dem Inhalt des Videos zu tun.

Was die angeblich völlig unbegründete Panik gegenüber der Vogelgrippe angeht handelt es sich um ein Missverständnis. Ja es stimmt, mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit konnte man absehen, dass nichts dramatisches passieren sollte. Man wusste jedoch aus Laborversuchen, dass sich aus der Vogelgrippe mit minimalen Mutationen eine dramatisch gefährlichere Version des Virus entwickeln kann. Und hier muss man abwägen. Ist die Wahrscheinlichkeit gering und die Auswirkung gering, wenn es doch eintritt, muss man nichts tun. In diesem Fall war jedoch die potenzielle Auswirkung so dramatisch, dass es einfach unverantwortlich gewesen wäre, die Hände in den Schoß zu legen und einfach mal zu hoffen, dass schon nichts passieren wird. Jetzt im Nachhinein wissen wir, dass die befürchtete Mutation nicht aufgetreten ist, aber wir wissen von anderen Beispielen, dass wir einfach nur Glück hatten.

Niemand will mit Kanonen auf Spatzen schießen und Medizin muss ständig verbessert und gepflegt werden. Aber das schafft man nicht, indem man inhaltsleere Worthülsen wie "goldener Mittelweg" oder "gesundes Mittelmaß" in den Raum wirft, denn damit hat man nichts ausgesagt und im Endeffekt hat man damit die Patienten nur verunsichert. Ärzte sind am besten ausgebildet um solche Empfehlungen zu geben. Dass sie manchmal falsche Entscheidungen treffen bedeutet nicht, dass jetzt auf einmal jeder Patient mehr Ahnung von Medizin hat als ein Arzt. Vielmehr ist das ein Problem, das an der Wurzel gepackt werden muss. Mehr Bildung. Mehr Behandlungs- und Beratungszeit. Mehr Forschung. Mehr Geld für das Gesundheitswesen. So etwas zum Beispiel. Dann werden auch nicht mehr so oft Breitbandantibiotika verschrieben.

Ach ja, noch was: Impfungen sind der effektivste, sicherste und wichtigste Beitrag zur Gesundheit von Kindern. Weitersagen.

Grüße
- Robert

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Di. 7 Okt 2014 - 12:56

Antwort auf von Robert Marxreiter (nicht überprüft)

@ Robert Marxreiter: (Zitat): "Mehr Geld für das Gesundheitswesen." (Zitatende) Das ist der entscheidende Satz. Nur ist mehr Geld für das Gesundheitswesen politisch nicht durchsetzbar, außer durch Umverteilung. Wenn die Pharmaindustrie ihre Preise senken würde, wäre mehr Geld für Arzt-Patienten-Kontakte da, auch wenn Ärzte ihre Honorare kürzen würden. Aber beides wird durch starke Lobbyarbeit verhindert, weil die beiden ja quasi am Hungertuch nagen *Ironie-Button aus*. Aber es gibt eine realistische Einsparungsmöglichkeit: Die unnötigen Arztbesuche freiwillig auf ein Minimum reduzieren. Wenn Arbeitsgeber nicht für jeden Schnupfen ein Attest bräuchten (was wegen des möglichen Missbrauchs durch Arbeitnehmer sicher ein Problem ist), würde die Arztpraxen entlasten. Und eine immer mehr um sich greifende Übervorsichtigkeit, bis hin zur Panik, in Gesundheitsfragen (z.B. eine durch Internet-Infos geschürte Hypochondrie) verstopft zusätzlich die Arztpraxen, die sich so für die wirklich bedürftigen Patienten keine Zeit mehr nehmen können. Eventuell gelänge dies durch eine dem Arzt vorgeschaltete Instanz (eventuell ältere, pensionierte Ärzte, die das ehrenamtlich machen), die vorsortieren, ob jemand wirklich zum Arzt soll. Aber auch durch gesundheitliche Aufklärung, wie z.B. Alltagswehwehchen selbst versorgt werden können. Dann könnte das Geld des Gesundheitswesens effektiver verteilt werden. Mit "Mittelweg" meinte ich letztlich genau das. Ärzte und Bürger arbeiten im gegenseitigen Interesse, indem Bürger, die zu Patienten werden, erst einmal in sich hineinhorchen, ob sie wirklich zum Arzt müssen. Ansonsten haben wir entweder überforderte Ärzte (und damit schlechter versorgte Patienten, die es wirklich nötig haben) oder steigende Gesundheitskosten, was sicher gewisse Lobbygruppen freuen, aber den Bürger leiden lassen würde. Immer weiter Angst schüren, was alles wann geschehen könnte, wenn diese oder jene Maßnahme nicht flächendeckend durchgeführt wird, mag die Bereitschaft steigern, mehr Geld für Gesundheit auszugeben, sorgt aber auch wieder für verstopfte Wartezimmer. Das ist aber abseits des Videos und sicher auch abseits seiner zentralen Botschaft, nämlich Kinder impfen zu lassen. Mir ging es in meiner Kritik nur darum, dass ich die "reflexartige Forderung" nach Vergabe von Antibiotika für falsch halte und diese auch im Kontext mit Impfungen nichts zu suchen hat. Das eine ist eine vorbeugende Maßnahme, das andere eine heilende. Eher noch hätte man einarbeiten können, dass Kinder auch mal wieder im Dreck spielen sollen, damit sich ihr Immunsystem entwickeln kann. Denn man weiß inzwischen: Zu viel Hygiene führt wegen des unausgelasteten Immunsystems zu Allergien, die wieder medikamentös behandelt werden müssen. Und das kann ja unmöglich gewollt sein.

Robert Marxreiter (nicht überprüft)

Di. 7 Okt 2014 - 15:06

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Moment mal. Hypochondrie ist ein komplett anderes Thema und ist eine ernstzunehmende psychische Krankheit. Sie wollen einem Kranken einen Rentner hinsetzen, der den dann einfach abwimmeln soll? Können Sie sich vorstellen, was das in diesen Menschen auslösen kann?
Wir haben in Deutschland eher ein Problem damit, dass Patienten zu selten zum Arzt gehen und dadurch oft die Möglichkeit der Früherkennung und nachhaltigen Heilung verspielt wird. Wollen Sie wirklich, dass Menschen seltener zum Arzt gehen? Soll jemand, der einen nicht genau definierbaren Schmerz hat in sich "hineinhören", ob er wirklich zum Arzt muss? Was soll das bedeuten? "Stell dich nicht so an"? Was sagen Sie dem Patienten denn, wenn er es dann irgendwann gar nicht mehr aushält, doch zum Arzt geht um dann zu erfahren, dass sein bösartiger Tumor leider schon Metastasen gebildet hat und er wahrscheinlich nicht mehr lang zu leben hat? "Gut gemacht"?
Pharma-Unternehmen haben wirtschaftliche Interessen. Das ist wahr. Genau wie ich auch und so ziemlich jeder, der für seinen Unterhalt sorgen will. Und die meisten haben auch nichts gegen ein bisschen mehr. Medikamente zu entwickeln kostet ein Schweinegeld. Wir reden hier von Milliardeninvestitionen über Jahrzehnte und ein sehr hohes Risiko, dass am Ende alles umsonst war. Diese Menschen widmen ihr Leben dieser Forschung, oft für ein einziges Medikament. Natürlich will man dann möglichst viel Profit daraus schlagen. Der effektivste Weg, zu verhindern dass sie zu weit gehen und andere ausbeuten ist Konkurrenz und Regulierung. Ja, das ist nicht perfekt, aber es ist das einzige, was funktioniert.

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