Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Denunziation in der USA

(hpd) Der Historiker Olaf Stieglitz will in seinem Buch “Undercover. Die Kultur der Denunziation in den USA” anhand von Fallstudien die Präsenz wie Tabuisierung der Denunziation untersuchen. So beachtenswert die einzelnen Beispiele auch in der Detailanalyse sind, so bedauerlich ist das Fehlen eines allgemeinen Untersuchungsergebnisses.

Al Gores Betrachtungen zu Problemen der Zukunft

(hpd) Der ehemalige US-Vizepräsident und spätere Friedensnobelpreisträger Al Gore behandelt in seinem neuen Buch “Die Zukunft. Sechs Kräfte, die unsere Welt verändern” neuere globale Entwicklungen im Sinne einer Gefährdung. Dabei ist er aber weniger Analytiker und mehr Beschreiber und setzt außerdem trotz Kritik an den politischen Gegebenheiten in den USA auf die internationale Führungsmacht seines Landes.

Die Muslimbruderschaft – Wandel zur Demokratie?

(hpd) Christian Wolff untersucht in seiner Studie "Die ägyptische Muslimbruderschaft. Von der Utopie zur Realpolitik" die politische Entwicklung der "Mutterorganisation" des Islamismus. Ob der von ihm konstatierte Wandel hin zur Demokratie auch im Sinne eines demokratischen Verfassungsstaates überzeugend erfolgte, darf mit guten Gründen bezweifelt werden.

Was glauben Atheisten?

(hpd) Franz M. Wuketits, österreichischer Philosoph mit Schwerpunkt Biowissenschaften, legt mit seinem Buch “Was Atheisten glauben” eine Abhandlung zur Frage der Moralbegründung von Atheisten und Gläubigen vor. Gut verständlich und sachlich vorgetragen liefert der Autor eine überzeugende Begründung dafür, dass Moral nicht notwendigerweise auf religiöse Legitimation angewiesen, sondern ganz im Gegenteil eine säkulare Begründung viel lebensnäher ist.

Salafismus – erster deutschsprachiger Sammelband

(hpd) Die beiden Islamwissenschaftler Hazim Fouad und Behnam T. Said legen mit ihrem Sammelband “Salafismus. Auf der Suche nach dem wahren Islam” den ersten deutschsprachigen Sammelband zum Thema mit Beiträgen auf dem aktuellen Stand der Forschung vor. Das beachtenswerte und gelungene Werk liefert empirische Fallstudien und theoretische Reflexionen zum Thema “Salafismus”, ohne nur auf die sicherheitspolitische Dimension fixiert zu sein.

Rezension

Hamas und Muslimbruderschaft im Vergleich

(hpd) Jan Künzl nimmt in seiner Studie “Islamisten – Terroristen oder Reformer? Die ägyptische Muslimbruderschaft und die palästinensische Hamas” einen Vergleich der im Untertitel genannten Organisationen vor. Dabei werden viele Unterschiede angesichts der unterschiedlichen historisch-politischen Rahmenbedingungen deutlich, wobei der Autor bei der Analyse aber noch etwas systematischer hätte vorgehen können.

Keupstrasse (2007)

Zehn Jahre danach: Der Nagelbomben-Anschlag des NSU in Köln am 9. Juni 2004

Die besondere Gewaltintensität des Rechtsterrorismus

BONN: (hpd) Angesichts der erschreckenden Brutalität der Serienmorde des “Nationalsozialistischen Untergrundes” (NSU) geraten andere Verbrechen der rechtsterroristischen Zelle mitunter aus dem Blick. Dazu gehört auch der Nagelbomben-Anschlag vom 9. Juni 2004 in Köln, bei dem 22 Menschen verletzt wurden.

Die "Muslimbruderschaft" nach dem Umbruch in Ägypten

(hpd) Die Journalistin Petra Ramsauer nimmt in ihrem Buch “Muslimbrüder. Ihre geheime Strategie. Ihr globales Netzwerk” eine Art “Bestandsaufnahme” zur Entwicklung der islamistischen Organisation nach dem Umbruch in Ägypten vor. Entgegen des dramatisierend wirkenden Untertitels handelt es sich keineswegs um eine spekulative Darstellung, hält sich die Autorin doch mit Einschätzung leider häufig allzu sehr zurück.

Befunde zum Antiamerikanismus

(hpd) Der Sozialwissenschaftler Heiko Beyer präsentiert in “Soziologie des Antiamerikanismus. Zur Theorie und Wirkmächtigkeit spätmodernen Unbehagens” eine auf der ideengeschichtlichen Entwicklung basierende Theorie des Antiamerikanismus verbunden mit einer Studie zur Verbreitung des Antiamerikanismus in der deutschen Bevölkerung.

Die Sicherheitsbehörden und die NSU-Mordserie

(hpd) Die beiden Journalisten Stefan Aust und Dirk Laabs legen mit ihrem Buch “Heimatschutz. Der Staat und die Mordserie des NSU” eine beschreibende Rekonstruktion des Umgangs der Sicherheitsbehörden mit der jahrelang unerkannt agierenden Neonazi-Zelle vor. Zwar liest sich der fast 900 Seiten starke Band mitunter spannend wie ein Krimi, leider wimmelt er aber auch von vielen Detailfehlern und es fehlt eine genauere Analyse und eine wirkliche Einschätzung.