Max-Planck-Gesellschaft

Artikel der Autorin

Unsere Vorfahren lebten vor drei Millionen Jahren vegetarisch

Vormenschen wie der Australopithecus, der vor etwa 3,5 Millionen Jahren im südlichen Afrika lebte, haben kein oder kaum Fleisch gegessen – das haben Tina Lüdecke und ihr Team am Max-Planck-Institut für Chemie mithilfe einer Isotopenmessung an fossilen Zähnen nachgewiesen. Die Mainzer analysierten zusammen mit Forschenden von der Witwatersrand-Universität in Südafrika Zahnschmelzproben von sieben Vormenschen. Das Verhältnis von schweren zu leichten Stickstoffisotopen zeigte, dass Fleisch, wenn überhaupt, nur selten auf dem Speiseplan der Australopithecinen stand.

KI-generiertes Bild eines Gehirns

Besitzt der Mensch einen freien Willen?

"Der Mensch kann tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will." In der Frage, ob der Mensch sein Handeln selbst bestimmt, vertrat der Philosoph Arthur Schopenhauer einen klaren Standpunkt: Einen freien Willen gibt es nicht! Bis heute haben Philosophie und Wissenschaft keine endgültige Antwort darauf gefunden. Für Herwig Baier vom Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz liegt das vor allem an den unterschiedlichen Begriffen von Freiheit.

Illustration der Frau aus Zlatý kůň

Älteste Genome moderner Menschen entschlüsselt

Von den ersten modernen Menschen, die Europa erreichten, als dort noch Neandertaler siedelten, konnten bisher nur wenige Genome sequenziert werden. Einem internationalen Team unter der Leitung von Forschenden des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig ist es nun gelungen, die bislang ältesten Genome moderner Menschen zu entschlüsseln.

Menschlicher Gipsabguss

Mit Migrationshintergrund in Pompeji

Forschende der Universität Florenz, der Harvard University und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben durch die Analyse alter DNA bisher gängige Annahmen über die Bewohner Pompejis in Frage gestellt. Im Gegensatz zum äußeren Erscheinungsbild lieferte die DNA unerwartete neue Informationen über Geschlecht und Verwandtschaftsverhältnisse und widerlegt eine seit 1748 erzählte Geschichte. 

Dürren und Starkregen

Der Klimawandel verändert die globalen Wasserkreisläufe. Dabei fällt Regen vor allem anders verteilt: Es kommt etwa in der Mittelmeerregion einerseits zu längeren und intensiveren Dürren und andererseits zu mehr und heftigerem Starkregen, der von den Böden nicht aufgenommen werden kann. Modelle mit höherer Auflösung sollen Wetterextreme regional und lokal ebenso präzise voraussagen wie die Auswirkungen unter anderem auf die Landwirtschaft. Messkampagnen wie Orcestra liefern die dafür notwendige Datengrundlage.

Blick vom Forschungsturm ATTO

"Selbst unberührter Wald brennt"

Durch Abholzung und die daraus resultierende Zerstückelung wird der Regenwald anfällig für Feuer, wie die aktuelle Situation zeigt. Fortschreitende Abholzung verstärkt die Trockenheit weiter, was insbesondere in El Niño-Jahren erheblich verschärft wird. Dies ist wahrscheinlich ein wesentlicher Auslöser für die derzeit extremen Bedingungen. Im September und Oktober 2023 waren Forschende der Max-Planck-Institute für Biogeochemie und für Chemie für eine Messkampagne am ATTO-Turm (Amazon Tall Tower Observatory) im Amazonas. Dort erlebten sie die Auswirkungen des El Niño.

Zebrafink

Lernen wie ein Teenager

Motorisches Lernen, beispielsweise das Spielen eines Instruments, präzise Bewegungen beim Sport oder auch die korrekte Betonung einer neuen Sprache, fällt in jungen Jahren besonders leicht. Die Forschungsgruppe von Daniela Vallentin am Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz konnte an Zebrafinken zeigen, dass sich die Lernfähigkeit in der Jugend im Alter reaktivieren lassen könnte.