Götter sind umweltabhängig
Je schwieriger die Umweltbedingungen, desto strenger die Götter. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie.
Forscher um Carlos Botero von der North Carolina State University in Raleigh haben insgesamt 583 menschliche Gesellschaften und Glaubenssysteme untersucht und verglichen. Dabei stießen sie auf ein System, das sich so beschreiben läßt: "Wo die Umweltbedingungen harsch oder wechselhaft sind und Katastrophen wie Dürren auftreten, etablierten sich Religionen um strenge, auf Moral pochende Götter."
Das trifft auch auf die drei großen monotheistischen Religionen zu, die in einer menschenfeindlichen Wüste entstanden. "Den Grund dafür sehen die Forscher darin, dass von solchen Göttern vorgegebene Normen die Zusammenarbeit fördern - es handle sich also um eine Überlebensstrategie."
Kommentare (4)
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Das hat schon alles seine
Das hat schon alles seine Richtigkeit mit der Studie. Und das bedeutet dann logischerweise, dass es im Paradies, dem angenehmsten Ort, den man erfinden kann, KEINEN Gott gibt, während es in der Hölle den strengsten Gott gibt...
Und im Diesseits des ehemals
Und im Diesseits des ehemals weitaus fruchtbareren Halbmonds, der heute eher (Halb-)Wüste ist, macht das u.U. durchaus Sinn.
Völlig richtig, Hans. Es gibt
Völlig richtig, Hans. Es gibt eine nicht von der Hand zu weisende Theorie, nach der die Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies diesen landschaftlichen Wandel reflektiert. Die härter werdenden Umweltbedingungen wurden auf einen Fehler der Menschen zurückgeführt, für die sie von den Göttern (später von Gott) bestraft wurden. D.h. das Paradies selbst hat sich in eine Landschaft verwandelt, in der unter Schmerzen dem Boden das Überlebensnotwendige abgerungen werden musste. Dies könnte durchaus mit der massiven Abholzung durch die Ägypter zusammenhängen, die für ihren Pyramidenbau Unmassen an Holzstämmen als Rollen für den Quadertransport brauchten. Ähnlich, wie die Mittelmeerküsten verkarstet sind, weil die Griechen für ihren Schiffsbau rücksichtlos die Küstenwälder abholzten, so dass sich die Muttererde nicht mehr halten konnte und weggeweht wurde. So gesehen würde die "Vertreibung aus dem Paradies" tatsächlich auf menschliche Fehler zurückzuführen sein, aber nicht auf den Verzehr des falschen Obstes, sondern auf die Vernichtung der tragenden Bäume.
Logo, Bernd, macht das auch m
Logo, Bernd, macht das auch m.E. nur so Sinn. Gottheiten sind doch eh nur aus der Auseinandersetzung des Menschen mit seinem Umfeld entstanden.
Vater und Sohn Buchner ("Klima und Kulturen") haben das vor ein paar Jahren mal sehr elegant erörtert und den Garten Eden in den Persischen Golf (Gilgamesh!) verortet, der im letzten Glazial trockengefallen war und im postglazialen Meeresspiegelanstieg (um > 120 m!) langsam, aber sicher absoff. - Natürlich hatte dieser Anstieg weltweit stattgefunden, weswegen es nicht Wunder nimmt, das solche Flutgeschichten global auftreten. Und ebenso nimmt es nicht Wunder, dass dieses globale Auftreten von Hörigen sog. 'heiliger' Bücher als 'Beweis' für die weltweite Sintflut stilisiert wird...