Der Heilige Geist, ein Gott zu Pfingsten?
Foto: © Frank Nicolai
BERLIN. (hpd) Pfingsten? Der Begriff selbst bezieht sich schlichtweg auf den fünfzigsten Tag nach Ostern. Und seine Inhalte? Ein Problem. Pfingsten soll mit dem so genannten Heiligen Geist zu tun haben. Ein entsprechendes Pfingstereignis ist im Neuen Testament geschildert (Apostelgeschichte 2, 1-41)), aber nach wie vor umstritten.
Im Glaubenssinn ist es das nicht, aber nach den Maßstäben der wissenschaftlich anerkannten Bibelkritik. Danach handelt es sich nicht um ein historisch fassbares Ereignis, sondern um eine Aussage des kirchenoffiziellen Glaubens. Sie hat zu einem eigenen Feiertag geführt. In Italien ist allerdings zumindest der Pfingstmontag als staatlich anerkannter Feiertag abgeschafft worden.
Der Heilige Geist? Das "Gespenst der Theologie" (Heinz-Werner Kubitza)? Nach der Glaubenslehre der römischen Kirche geht dieser Geist aus dem Vater und dem Sohn durch "eine einzige Hauchung" hervor. Im Unterschied zum Sohn, der durch "Zeugung" aus dem Vater hervorgeht, geht der Geist den Weg der Hauchung aus dem Vater und dem Sohn.
Haben Sie die feine Unterscheidung verstanden? Ich gehe davon aus, dass niemand außer den selbsternannten Experten das schafft. Aber Lehr- und Handbücher wiederholen bis heute unverdrossen die überkommenen Lösungsversuche und Rätsel. Daher müssen die tollsten Zusprechungen menschlicher Eigenschaften und Tätigkeiten (Anthropomorphismen) wie Zeugung und Hauchung herhalten, um etwas zu erklären, das nicht zu erklären ist. "Experten" aller Art lieben nun mal ihr Vorgehen, es schafft bei vielen noch immer eine heilige Scheu vor dem Besserwissen.
Im so genannten Alten Testament meint der Heilige Geist (wörtlich "Heiliger Atem") die wirkmächtige Gegenwart Gottes im Leben der Menschen. Diese Bezeichnung findet sich allerdings nur selten. Dagegen ist die Kombination von Geist mit dem Gottesnamen oder der Gottesanrede häufig. Im Neuen Testament erscheint der Begriff "Heiliger Geist" rund einhundert Mal. Besonders bedeutsam sind dabei die Verweise auf die Empfängnis und die Taufe des Jesus von Nazaret. Die Abschiedsreden Jesu im Johannesevangelium, der Missions- und Taufbefehl, das Pfingstereignis, wo vom Heiligen Geist die Rede ist, sind späte Zutaten, die ein besonderes Jüngerinteresse verraten. Gerade die Gründung der Kirche, ausgerechnet sie, wird mit dem Wirken des Heiligen Geistes legitimiert. Besser geht es nicht.
Und doch bleibt ein Konkurrenzkampf: Vor allem die Pfingstkirchen-Bewegungen (in Lateinamerika) scheinen heute den Heiligen Geist gepachtet zu haben, und das sehr zum Leidwesen jener Kirche, die nicht einräumen kann, dass jeder Geist weht, wo er will.
Dabei ist gerade der "Heilige Geist" von Beginn an instrumentalisiert worden – griffig und nutzbar für jedes Eigeninteresse. Er hat inflationär alles abzusegnen, eine Blasphemie sondergleichen. Es gehört nämlich zum guten Ton, bei jeder Gelegenheit so routiniert wie möglich auf das Wirken dieses Geistes zu verweisen. Alles, was sich eigentlich sehr säkular erklären ließe, bekommt auf diese Weise einen unübertrefflichen Gehalt, eine nicht zu überbietende Legitimation.
Ein immer wieder auszumachendes Beispiel? Die Wahl des römischen Papstes. Was Machtkalkül ist, wird durch eine Berufung auf den Heiligen Geist überhöht. Damit wird Gottes Geist gerade von angeblich Gottgläubigen zu einer Instanz herabgewürdigt, die im Nachhinein legitimieren soll, was handfester Eigennutz organisierte.
Kommentare (10)
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Aktuelles Beispiel für das
Aktuelles Beispiel für das Wirken des Heiligen Geistes gefällig ?
Als die Idee zu diesem schamlosen PR-Gag aufkam, ZWÖLF Flüchtlinge aus Lesbos mitzunehmen, "habe man den Heiligen Geist gespürt". So Bergoglio im "Rückflug-Interview".
Pfingsten: Das Fest der
Pfingsten: Das Fest der Vertreibung des "heiligen Geistes" aus dem Paradies! Und darunter leiden wir heute noch!
Kennen Sie den?
Kennen Sie den?
Das himmlische Personal will einen Betriebsausflug machen.
Der liebe Gott schlägt Bethlehem vor. Lieber nicht, meint die Maria, dort sind ganz schlecht Zimmer zu kriegen.
Wie wär`s dann mit Jerusalem? Nein, bitte nicht, ruft Jesus, daran habe ich furchtbar schlechte schlechte Erinnerungen.
Dann mein letzter Vorschlag: Wir fahren nach Rom.
Der Heilige Geist springt begeistert auf. Au ja, nach Rom, da war ich noch nie.
Kennen Sie den:
Kennen Sie den:
Wie lautet der Vatikanische Gruß?
Verhüt's Gott!
Erstaunliches vermag eine
Erstaunliches vermag eine imaginäre Geistersvorstellung zu bewirken. Leider kann niemand ein beweisbares fassbares Ergebnis des Wirkens eines solchen Geistwesens vorweisen. Ausnahmen bilden wilde Horrorgeschichten aus dem Bereich der Fantasieen.
Wenn ich mir die 1.700 Jahre
Wenn ich mir die 1.700 Jahre alte und unselige Historie der christlichen Kirche(n) betrachte, dann kann wohl nur von einem "BÖSEN GEIST" die Rede sein! Ein menschenverachtender, ein heuchlerischer, ein raffgieriger
Geist. Nun betet mal schön!
Wo viel Heiligkeit ist, ist
Wo viel Heiligkeit ist, ist viel Scheinheiligkeit . Mir wäre anstelle des Heiligen Geistes lieber ein neuer Geist des Fortschritts.
Das Christentum bringt keinen
Das Christentum bringt keinen Fortschritt. Der heilige Geist geistert seit 2000 Jahren umher, ohne Erfolg.
Da machte einer aus Wasser Wein, kam jungfräulich geboren auf die Welt, redete dummes Zeug und hing bis zum Schluss eigentlich nur kreuzlahm rum. Da ward einer vom Affen gebissen und das wird noch eine staatlich geschützte Religion. Theologie - eine Wissenschaft? Krank, einfach nur krank!
Pfingsten ist ein jüdisches
Pfingsten ist ein jüdisches Fest, hebr. "schavuot", 50 Tage nach Mazzot; erst spät wurde es christlich adaptiert und, richtig, niemand versteht so recht die kruse Herleitung; auch deshalb kein "urchristliches" Fest; in diesem Falle gilt B. Brechts Spruch besonders: Pfingsten sind die Geschenke am Geringsten, bis auf den Feiertag selbst, der ist Feiertag und unterliegt der Selbstbestimmung (religionsun-, aber wetterabhängig).
Amen.Amen.Amen:
Amen.Amen.Amen:
It has been revealed to me that Jesus wants you now in His Holy Presence. You will see His Holy Realm tomorrow night at 2 a.m. EST. Halleluya. How happy you must be. We have to stay behind while you see His Glory at such a young age already. We wish you a joyful resurrection in the flesh and are praying to be allowed to follow you as soon as the Lord permits. Hoshianna. Amen.Amen. (Satire aus).