Diskriminierung
Schwule Lehrer an katholischem Gymnasium unerwünscht
Foto: unsplash.com, gemeinfrei
Ein katholisches Gymnasium wollte einen Referendar als Lehrer einstellen. Nun wurde die geplante Festanstellung zurückgezogen, weil dieser erklärte, seinen Lebenspartner heiraten zu wollen.
Wie die Borkener Zeitung berichtet, sprachen sich die Schulleitung und Kollegium mehrheitlich dafür aus, den jungen Mann als Lehrer für die Fächer Biologie und Englisch am Gymnasium Mariengarden im münsterländischen Borken einzustellen. Schulleiter Michael Brand beschrieb den Bewerber in einem Schreiben an die Eltern als "kompetenten, engagierten und sehr angenehmen Kollegen".
Doch der Träger der Schule, eine katholische Oblatengemeinschaft, hat das Angebot zur Festanstellung nun zurückgezogen. Der Grund: Der Referendar hatte sich kurz zuvor geoutet und die Heirat mit seinem Lebenspartner angekündigt. In einer schriftlichen Stellungnahme versucht der Orden seine Entscheidung zu begründen: "Die kirchliche Vorstellung von Ehe und Familie ist nicht mit der Lebensführung des betreffenden Referendars vereinbar. Deshalb war es uns nicht möglich, ihm einen Arbeitsvertrag anzubieten."
Gegenüber der Borkener Zeitung erklärte Pater Christoph Heinemann, Sprecher des zuständigen Oblatenordens in Mainz, dass man bei der Beurteilung der Loyalität gegenüber der katholischen Kirche wenig Spielraum gehabt habe: "Die persönliche Zukunftsperspektive stimmte nicht mit den Vorgaben der kirchlichen Grundordnung überein", so Heinemann.
Eine "verheerende" Entscheidung
Frank Laubenburg, queerpolitischer Sprecher der Linken, kritisierte den katholischen Träger auf Anfrage des Magazins "Mannschaft" scharf: "Auch kirchliche Schulen werden nicht von der Kirche, sondern vom Staat finanziert und unterliegen der staatlichen Schulaufsicht. Das hilft nur nicht gegen Diskriminierung, solange die Kirchen ihre Sondergesetze gegen Homosexuelle anwenden dürfen. Daher muss das sogenannte 'kirchliche Arbeitsrecht' endlich abgeschafft werden. Es ist kein Recht, sondern Unrecht."
Insbesondere für Schülerinnen und Schüler im Coming-Out sei die Entscheidung "verheerend", erklärte Laubenburg. Denn die katholische Kirche suggeriere ihnen damit, minderwertig zu sein und unterstütze so auch aktiv die menschenfeindlichen Kampagnen von AfD und anderen rechten Gruppierungen gegen LGBTI-Personen.
Kommentare (12)
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Ich drücke mich üblicherweise
Ich drücke mich üblicherweise zurückhaltend aus. Aber irgendwann ist auch mal Schluss: Die römisch-katholische Kirche hasst Homosexuelle. Sie hasst Frauen. Und der Hass auf Kinder ist auch keine Neuigkeit. Richtig großartig sind nur alte Männer, die der römisch-katholischen Kirche angehören, und nicht zu dem Pöbel des Vereins gehören: Den Laien. Das gibt es nichts zu "suggerieren", wie der queerpolitischer Sprecher der Linken meint. Die Diskriminierung gehört zur römisch-katholischen Kirche, davon lebt doch das ganze System. Es gibt auch immer wieder lichte Momente, wie kürzlich auf dem Rückflug von Irland zum Vatikan, als derjenige, der sich einbildet, Gottes Stellvertreter auf Erden zu sein, klipp und klar Journalisten diktierte: Kinder mit homosexuellen Neigungen gehören in die Psychiatrie. Es mag progressiv klingen, dass der Papst nicht darstellte, dass mit Elektroschocks denen diese Neigung ausgetrieben werden könnte, wenn sonst nichts mehr hilft. Und genau diese Therapie wird in seinen Krankenhäusern zur Behandlung der Homosexualität angewandt.
"mit Elektroschocks denen
"mit Elektroschocks denen diese Neigung ausgetrieben werden könnte, wenn sonst nichts mehr hilft. Und genau diese Therapie wird in seinen Krankenhäusern zur Behandlung der Homosexualität angewandt."
Entweder eine ungeheuerliche Unterstellung oder eine belegte Tatsache, die ich bisher übersehen und überhört habe.
Bitte klären sie mich belastbar darüber auf. Danke!
Konvulsator III. Siemens.
Konvulsator III. Siemens.
"Und genau diese Therapie
"Und genau diese Therapie wird in seinen Krankenhäusern zur Behandlung der Homosexualität angewandt."
Ich kann (nach wie vor) keinen Beleg für die Aktualität des Vorwurfes finden.
Danke für ihre Antwort, das Thema ist für somit erledigt.
Und jetzt?Konsequenzen?
Und jetzt?Konsequenzen?
Zählt der Lehrerberuf zu den
Zählt der Lehrerberuf zu den verkündigungsnahen Betätigungen? Wenn nicht, einfach klagen. Der EuGH hat doch gerade verkündet, dass die Kirchen ihre Späßchen nur noch verkündigungsnah betreiben dürfen.
Ich stimme Herrn Büchner zu.
Ich stimme Herrn Büchner zu. Auf der Grundlage der in dem Artikel zur Verfügung gestellten Informationen halte ich das Urteil des EuGH ebenfalls für anwendbar. Die Erteilung von Unterricht in den Fächern Biologie und Englisch ist nicht als verkündigungsnahe Tätigkeit zu qualifizieren. Eine andere Frage ist es, ob der Betroffene nach der Ablehnung und mit Blick auf den Lehrermangel in der gesamten Republik überhaupt noch Interesse an einer Tätigkeit an dieser Schule hat.
Von den Kirchen zu fordern,
Von den Kirchen zu fordern, die Diskriminierung zu beenden, geht am Ziel vorbei, weil Schwulendiskriminierung zu den Kernmerkmalen dieser, wie jeder anderen, Religion gehört.
Die richtige Forderung wäre mE, Kirchen als Träger für Kindergärten und Schulen zu verbieten, weil wohl kaum anzunehmen ist, dass den Kindern unter dieser Trägerschaft echte Werte unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung , wie zB die wertschätzende Toleranz gegenüber homosexuelle Liebesformen, vermittelt werden können.
Sie sind als Träger für Kindergärten und Schulen damit auch dann völlig ungeeignet, wenn ausnahmsweise mal keine pädophilen Trieb-Priester aktiv von der Träger-Kirche und ohne Kenntnis der Eltern in den Lehrkörper versetzt wurden.
Bei den kommenden Wahlen
Bei den kommenden Wahlen haben wir die Möglichkeit die Kandidaten zu fragen wie sie zu der [hier benannten & anderer] Diskriminierung und dem Verhältnis von Kirche und Staat stehen - und entsprechend zu wählen.
Aus gegebenem Anlass: [Satire
Aus gegebenem Anlass: [Satire]
Ja, aber wo käme da ein katholisches Gymnasium auch hin, wenn es nicht mehr dürfte wie es wollte?
[/Satire]
Soweit ich den Sinn
Soweit ich den Sinn konfessioneller Schulen und des kirchlichen Arbeitsrechts sehe, sind nach dem Selbstverständnis der Kirchen ALLE Angestellten von kirchlichen Einrichtungen und solchen in kirchlicher Trägerschaft zur Missionare im Dienst der Kirche und müssen daher sich auch im Privatleben gemäß der kirchlichlen Sittenlehre verhalten.
Diesen Zustand, dass hundertausende direkt oder indirekt kirchliche Angestellte Missionare sein sollen, aber von gesetzlichen Versicherungen oder aus Steuermitteln bezahlt werden, sollte man thematisieren und wo irgend möglich, beenden. Auch in Bayern gibt es immer mehr Kommunen, die Kindergärten etc. in die kommunale Trägerschaft nehmen statt sie den Kirchen zu überlassen.
Das ist doch absurd! Wo leben
Das ist doch absurd! Wo leben wir denn? Wie passt das denn zum vielbeschworenen Lehrermangel zusammen, den man doch mit allen Kräften bekämpfen will? Wo man um Quereinsteiger wirbt? Und da wo es eigentlich NICHTS kostet, da scheitert es an einer solchen Absurdität? Weil... ja, weshalb eigentlich? Weil die Bildungsminister dort keine Hoheit haben, obwohl es doch ihre Aufgabe ist? Und welches fatale Signal sendet man an homosexuelle Schüler, wo man doch so von Vielfalt und Chancen für Alle predigt? Wieso hört man eigentlich nichts vom Bildungsministerium dazu?