Spanien: Relicatgames soll die katholische Kirche für SchülerInnen attraktiver machen

Das Wissen um naturwissenschaftliche Zusammenhänge, aber auch die zahlreichen Missbrauchsfälle durch katholische Geistliche haben die spanische katholische Kirche in ihrem Ansehen sinken lassen. "Olympische Spiele" mit Religions-Tests und Malwettbewerben sollen nun retten, was zu retten ist. Nach Großstädten wie Madrid und Málaga schließt sich nun auch die Universitätsstadt Salamanca den sogenannten Relicatgames an und lässt 200 SchülerInnen gegeneinander antreten.

Im Jahr 2013 trat ein Mathematiklehrer an die späteren BegründerInnen der Relicatgames heran und schlug ihnen vor, sich in Bezug auf mehr Aufmerksamkeit für den katholischen Religionsunterricht an der Internationalen Mathematik-Olympiade zu orientieren. Bereits im Jahr 2014 wurde die passende Organisation "La Asociación Eventos y Actividades para la asignatura de Religión" kurz (EAR) (zu deutsch etwa "Gesellschaft für Veranstaltungen und Aktivitäten zum Schulfach Religion") dazu gegründet. 900 SchülerInnen nahmen an den ersten vermeintlich olympischen Spielen rund um die katholische Religion teil. Noch im selben Jahr untersagte das spanische olympische Komitee die Verwendung des Begriffs Olympiade in diesem Zusammenhang.

Unter dem Namen Relicatgames, der die Begriffe Religion, katholisch und das englische Wort "games" für Spiele vereint, sollen die SchülerInnen sich einerseits Tests zu religiösen Themen unterziehen, können aber auch von ihren ReligionslehrerInnen oder Eltern für den Mal- und Zeichenwettbewerb ReliCat Paint angemeldet werden. Die GewinnerInnen der Tests werden mit Namen und Schule auf der Website von Relicatgames veröffentlicht.

Die Bilder der GewinnerInnen von ReliCat Paint werden ausgestellt. Die Bilder müssen dabei im Format DIN-A4 eingereicht werden und dürfen mit einem Material der Wahl wie zum Beispiel Wachsstift oder Öl gemalt werden. Haken dabei ist, dass die Heilige Schrift das Thema sein muss. Dabei kann aus dem alten und neuen Testament frei gewählt werden.

Nach Madrid, Navarra, Valladolid, Málaga und Mallorca hat nun auch Salamanca beschlossen, 200 SchülerInnen bei dieser Werbeaktion der katholischen Kirche teilnehmen zu lassen.

Kommentare (7)

Paul (nicht überprüft)

Do. 4 Apr 2019 - 12:31

Ein schönes Bild einer Ketzer -oder Hexenverbrennung würde sicherlich die vorderen Ränge belegen.

Stefan P. (nicht überprüft)

Do. 4 Apr 2019 - 13:16

Kindern ansonsten unattraktives religiöses Denken mittels spielerischen Wettbewerbs unterzuschieben, hat in meinen Augen etwas von Bestechung - ähnlich dem Hustensaft mit Zucker.
Als Entschuldigung kann ich einzig anführen, dass sich "Bestechung" (in den meisten Bereichen wenig hinterfragt) traditionell großer Beliebtheit erfreut bei der Erziehung von Kindern hin zu verantwortungsvollen Erwachsenen ...

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Do. 4 Apr 2019 - 13:22

Den Pfaffen ist nichts "heilig" um ihre Volksverdummenden Spielchen zu verbreiten und die Kinder, welch ja Objekt der sexuellen Begierden der Paffia sind, fallen darauf rein und spielen mit. Haben sie noch immer nicht begriffen, dass sie nur damit geködert werden.

Klaus Bernd (nicht überprüft)

Do. 4 Apr 2019 - 13:57

Das soll wohl das spanische #heilig werden; Die Ergebnisse dieser hessischen Aktion müssten ja wohl demnächst präsentiert werden. Sicher im Rahmen einer Heiligen Messe in Anwesenheit vieler fast heiliger Excellenzen wenn nicht gar Emminenzen und des neuen Fürstbischofs von Fulda, da ja so jung ist, dass er selbst noch an dem Wettbewerb hätte teilnehmen können.

Wolfgang Schaefer (nicht überprüft)

Do. 4 Apr 2019 - 14:55

Pst! Da ist nichts mehr zu retten! Habt ihr denn noch nicht gemerkt, das sich euer Gott nie gezeigt hat? Und das schon einige tausende von Jahren. Wahrscheinlich kaine Lusten!

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Fr. 5 Apr 2019 - 01:11

Unholy crap!

Hella Camargo

Jahrgang 1980, hat Germanistik und romanische Philologie studiert. Da sie in eine römisch-katholische Familie hineingeboren wurde und dreieinhalb Jahre auf einer katholischen Grundschule verbracht hat, war der Grundstein zum Atheismus früh gelegt. Heute baut sie lieber auf ihren Gerechtigkeitssinn als auf kirchliche Gebote.

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