Käßmann: Sitzblockaden gegen den IS
Wenn richtig ist, was der Schreiber des offenen Briefes an Frau Käßmann kolportiert, hat sich diese wieder einmal mehr als lächerlich gemacht.
Der Autor schreibt: "wenn man dem Internet glauben darf, sind Sie in der der Jungle World damit zitiert, dass Sie Sitzblockaden für ein probates Mittel gegen den sogenannten 'Islamischen Staat' halten. Dies erinnert daran, als sie Beten für die Taliban für ein adäquates Mittel hielten."
Er nimmt dabei Bezug auf diesen Tweet:
Margot Käßmann bekämpft den IS. (gefunden in der aktuellen @Jungle_World ) pic.twitter.com/nqYpxYDHi4
— Sven (@Zugzwang74) 2. Oktober 2014
Angesichts der Situation in Kobane rät er Frau Käßmann: "Bitte fliegen Sie auf schnellstem Wege in die Region und halten Sie die Mörderbanden mit einer Sitzblockade auf, statt Ihren öffentlichen Einfluss dazu zu nutzen, den Deutschen zu erklären, dass es niemals eine militärische Lösung gibt. Gegen niemanden. Und dass Waffenlieferungen ganz doll böse sind!"
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Ja, genau! Sitzblockaden
Ja, genau! Sitzblockaden gegen den IS. Ich hätte gerne ein paar Vorher-Nachher-Fotos davon. Ist bestimmt sehr eindrucksvoll. Wenn das klappt, dann könnten wir es ja doch auch mal mit Sitzblockaden gegen radioaktive Strahlung versuchen, falls mal wieder irgendwo ein Fass platzt oder ein AKW hoch geht. Falls nicht: Kaugummikauen gegen den IS. Oder: Komasaufen gegen den IS. Ich bin für weitere Vorschläge offen.
Ich lese gern und täglich den
Ich lese gern und täglich den epd. Margot Käßmann lese ich eher nicht. Wenn ich ihre Positionen kritisieren möchte, käme ich aber nicht drumherum, die entsprechenden Texte auch mal zu lesen. Das sollte die Redaktion auch machen, bevor hier kolportiert und Gerüchte weitergetragen werden.
Würde mich freuen für die Zukunft, wenn solche Artikel hier nicht mehr erscheinen.
Zum Thema: Ein bisschen mehr Phantasie und politischen Verstand wünsche vor allem denen, die sich nur Krieg und Waffenlieferungen vorstellen können.
Sie sollten mal einen der
Sie sollten mal einen der über 50 „Ratgeber“ lesen, die Frau Käßmann geschrieben hat. Irgendeinen davon, denn sie sind alle gleich. Schon die Titel sind aufs Äußerste erbaulich. „Mehr als fromme Wünsche“, „Wohin das Leben trägt“ oder „In der Mitte des Lebens“ lassen die immer gleiche Zielgruppe erahnen: Frauen zwischen 40 und 40 Plus, Sorgen um die Kinder, Ärger mit dem Mann, Probleme mit den Wechseljahren. Der immer gleiche Text: Weiter, weiter! Lebendig bleiben! Nicht vertrocknen! Am Schluss natürlich noch ein Spritzer Gottvertrauen. Das eigentliche Rezept ist die latente Botschaft: „Seht her, ich bin die große Margot und mir geht es genauso wie euch!“
Und die verfängt. Nach der Alkoholfahrt von 2010 nahm in Kommentaren jede zweite ihrer Fans „MK“, wie sie sie nennen, mit dem immer gleichen Spruch in Schutz („wer ohne Sünde sei, werfe den ersten Stein“), als ob es um ein Hinrichtung gegangen wäre! An zweiter und dritter Stelle dann die Verschwörungstheoretikerinnen. Sie sei reingelegt worden, entweder, weil sie eine Frau in „führender Postion“ sei, oder eben, weil sie „gegen den Krieg“ sei.
Das muss man sich mal vorstellen. Lobbyisten der Rüstungsindustrie hatten sie zuerst besoffen gemacht, dann zum Autofahren verführt und auch noch die Polizeistreife punktgenau an die Fahrtstrecke gelotst. Bei so viel Vermessenheit würden auch hundert „Ratgeber“ nichts mehr nutzen.
Sicherlich macht es Margot
Sicherlich macht es Margot Käßmann einem stets leicht, sich über sie lustig zu machen. Die Kombination von übermäßigem Selbstvertrauen, auch mal durch ein Schnäpschen im falschen Moment noch gesteigert und ihrer zur Schau getragenen Religiosität überschreitet immer wieder die Grenze zur Albernheit.
Und dennoch: Wer macht sich lächerlicher? Die USA und ihre Verbündeten, die immer wieder Waffen an die Feinde ihrer Feinde liefert, bis diese wiederum ihre Feinde sind (Unterstützung des Iraks gegen den Iran und umgekehrt, Unterstützung der Taliban gegen die UdSSR, Unterstützung der IS-Vorläufer gegen Syrien, nun der Kurden gegen den IS, usw.) oder Frau Käßmann, die - leider mit wenig Sachverstand - den tödlichen Kreislauf aufbrechen will.
Mein Sympathie gehört eindeutig der Position, die nicht für Rohstoffe und Einflußsphären über Leichen geht. Selbst dann, wenn sie durch Frau Käßmann vertreten wird.
@ Müller meldet, @ Martin:
@ Müller meldet, @ Martin: Lächerlich gemacht hat sich Frau Käßmann nicht durch ihren Wunsch, die Welt durch weniger Waffen zu einem friedlicheren Ort zu machen, sondern 1. durch die zynische Forderung, unwirksame Methoden in einer Lage anzuwenden, in der es um das nackte Überleben geht. Sie verkennt dabei, dass der IS keine Organisation ist, die sich durch symbolische Gesten beschwichtigen ließe. Und 2.: Es ist diese alberne Form von Religiosität, die Frau Käßmann stets zutage treten lässt. Sitzblockaden gegen IS und Beten für Taliban steht auf einer Stufe mit homöopathischer "Medizin", Gesundbeten oder Hoffen auf Gottes Barmherzigkeit. Es sind diese kindischen, völlig unzeitgemäßen Attitüden, die Frau Käßmann regelmäßig lächerlich machen. Sie vertritt z.B. die Meinung, die Zehn Gebote Gottes seien die Vorlage für die Menschenrechte gewesen, distanziert sich aber nicht öffentlich von dem Antisemiten und geistigen Brandstifter Luther, den sie 2017 sicher ausgiebig und ohne Scham feiern wird. Es sind ihre historisch unhaltbaren Positionen und ihr Eintreten für Placebo-Techniken, kombiniert mit ihrem großen, öffentlichen Ansehen, die Frau Käßmann nicht nur lächerlich, sondern gefährlich macht. Ich war auch mal ein "Fan" von ihr, bis ich ihr Denken durchschaute. Dieses folgt - um das klarzustellen - nicht einem bösen Plan, im Gegenteil, sie will nur das Gute für die Menschen. Aber unwirksame Methoden diskeditieren letztlich jeden positiven Ansatz ihrer Gedanken. Wenn mir ein Arzt Globoli gegen Krebs verschreiben würde (Sitzblockaden gegen IS), dann würde ich diesen Arzt meiden, weil er offenbar ein Quacksalber ist. Hätte dieser Arzt den Ruf von Frau Käßmann, dann wird das unter Umständen gefährlich.