Evangelische Kirche

Blick über München mit Frauenkirche

München wird in wenigen Jahren kirchenfreie Zone

München verliert schneller als jede andere deutsche Großstadt ihre katholischen und evangelischen Schäfchen. Nach den jüngsten statistischen Angaben wuchs Bayerns Landeshauptstadt zwar 2022 um rund 26.000 auf nunmehr rund 1.588.000 Einwohner. Gleichzeitig verloren die beiden "großen" Kirchen aber rund 29.000 ihrer zu Jahresbeginn noch 588.000 Schäfchen, das sind rund fünf Prozent.

Neuer Anlauf, alte Probleme

Fast genau ein Jahr nach dem ersten, gescheiterten Anlauf der EKD, den Missbrauchsskandal in den eigenen Reihen aufzuarbeiten, hat die evangelische Kirche einen zweiten Versuch gestartet. Doch wie schon 2021 hagelt es auch diesmal aus den Reihen der Betroffenen Kritik.

Vertreter der Betroffenenvereinigung "Eckiger Tisch"

Immer noch keine Konsequenzen für die Vertuscher

Zwar begrüßt der Eckige Tisch, dass die Kirche für die Zukunft einen Plan erstellt, wie Missbrauch besser verhindert werden kann. Doch noch ein Gremium, noch ein Plan und noch mehr Beteuerungen, die Opfer der Kirche hören zu wollen, werden nichts daran ändern: Die Vergangenheit muss endlich durch eine wirklich kirchenunabhängige Untersuchungskommission untersucht werden, und an die Stelle sogenannter "Zahlungen zur Anerkennung des Leids" müssen endlich angemessene Entschädigungszahlungen treten.

Die lange Bank

Kirchliche Paralleljustiz par excellence

Die Fülle von Missbrauchsskandalen der katholischen und evangelischen Kirche sowie deren träge Aufklärung und Entschädigung beschäftigen weiterhin viele Millionen Menschen. Nun wird eine angemessene Form der Aufarbeitung durch einen neuen Clou gehemmt: kirchliche Wohlfühlgefängnisse statt einem dauerhaften Ausschluss aus der religiösen Gemeinschaft und einer staatlichen Sanktionierung.