Katholische Kirche

Papst Franziskus

Papst fordert Grundeinkommen und Arbeitszeitverkürzung

In einer Videobotschaft sprach sich das katholische Oberhaupt vergangenen Samstag für fundamentale Veränderungen unseres Wirtschaftssystems aus. Er forderte außerdem mehr Steuergerechtigkeit, Schuldenschnitte für ärmere Staaten und mehr Gemeinwohlorientierung. Noble Worte, doch Franziskus scheint vergessen zu haben, dass sein eigener Verein hierzulande erst kürzlich einen Tarifvertrag für Pflegekräfte platzen ließ.

Santiago de Chile

Im Konflikt mit Indigenen ruft Chiles Präsident den Notstand aus

Im Streit um Land und Autonomie zwischen Mapuches, Regierungen und der katholischen Kirche hat es immer wieder Verletzte gegeben, haben Menschen ihr Leben verloren. Nun hat Chiles Präsident Sebastían Piñera für 15 Tage den Notstand ausgerufen. Eine neue Verfassung für Chile, mit Beteiligung einer Angehörigen der Mapuche, soll entworfen und im nächsten Jahr zur Abstimmung gebracht werden.

Symbolbild

Spanischer Exorzist verlässt die katholische Kirche für Autorin erotisch-satanischer Bücher

Die von Missbrauchs- und Immobilienskandalen gebeutelte katholische Kirche verliert mit Xavier Novell Gomà ihren Vorzeigebischof. Einst streng konservativer Exorzist und Gegner Homosexueller, hat er sich in eine Psychologin und Autorin erotisch-satanischer Romane verliebt und die Kirche für sie verlassen. Damit entfacht er nicht nur die Diskussion um den Zölibat und Exorzismen neu, sondern gibt auch der spanischen satanischen Vereinigung eine Bühne.

Brand in Notre-Dame de Paris im April 2019

330.000 Missbrauchsopfer in Frankreich

Am Dienstag ist der Bericht einer unabhängigen Untersuchungskommission zur sexualisierten Gewalt in der katholischen Kirche in Frankreich veröffentlicht worden. Danach wurden zwischen 1950 und 2020 insgesamt 330.000 Minderjährige Opfer sexualisierter Gewalt, allein 216.000 wurden von Priestern und Ordensleuten missbraucht.

Die Mezquita-Catedral im spanischen Córdoba

Spanien: Aktion zur Rückgabe von Immobilien in Händen der Kirche

Über Jahrzehnte hinweg hatte die spanische katholische Kirche Immobilien auf ihren Namen eingetragen. Dabei waren Grundstücke und Wohnhäuser ebenso wie kulturell wichtige Orte. Privatpersonen und Städte, die versuchten, Immobilien zurück zu erhalten, sahen sich einem aussichtslosen Einsatz gegenüber. Ein Bündnis aus laizistischen und weiteren Organisationen fordert nun am heutigen 6. Oktober bei einer Veranstaltung vor dem Kongress die Rückgabe öffentlichen Gutes.

Kanada: Bundesgerichtshof entscheidet zugunsten der Entschädigung Indigener

Am vergangenen Mittwoch hat der kanadische Bundesgerichtshof entschieden, dass als Kinder in Internaten misshandelte Indigene beziehungsweise deren Familien finanziell zu entschädigen sind. Die Regierung des Landes hatte sich, nicht erst nach Entdeckung hunderter Kindergräber auf ehemaligen Schulgeländen, für die Leiden entschuldigt und ihre Verantwortung eingeräumt, eine finanzielle Entschädigung jedoch ausgeschlossen. Vorgesehen ist vom Gericht die maximal mögliche Zahlung von 40.000 kanadischen Dollar pro Person.

Protest vor dem Dom in Fulda

"Das Thema Missbrauch lässt uns nicht los"

Vergangene Woche tagte die Deutsche Bischofskonferenz im Rahmen ihrer Herbstvollversammlung in Fulda. Kritisch begleitet wurde sie vom "Aktionsbündnis Betroffeneninitiativen", unterstützt von der Giordano-Bruno-Stiftung, die mit dem "Hängemattenbischof" und dem "Glücksrad der Entschädigung" sowie der "Langen Bank des Missbrauchsskandals" vor Ort waren und das Thema sexuelle Gewalt gegen Minderjährige in der Kirche erneut ganz oben auf die öffentliche Agenda hoben. Dementsprechend richteten Journalisten auch auf der abschließenden Pressekonferenz ein Hauptaugenmerk auf das Vorankommen der Aufarbeitung, von der die Betroffenen massiv enttäuscht sind.

Bischof-Janssen-Straße in Hildesheim

Alles, was zählte, waren Machterhalt und Täterschutz

Vergangene Woche wurde der Abschlussbericht zur Untersuchung sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim während der Amtszeit von Bischof Heinrich Maria Janssen an Jens Windel von der Betroffeneninitiative-Hildesheim und den Bischof Wilmer (Hildesheim) übergeben. Was die Betroffeneninitiative von dem Papier hält, hat sie in einer ersten Einschätzung zusammengefasst.