Kirchenfinanzen

Woelkis wolkige Wahrheiten

Kardinal Rainer Maria Woelki hat die ihm vom Papst verordnete geistliche Auszeit scheinbar nicht genutzt, um sich in seiner Amtsführung auf biblische, ethische Grundaussagen zurückzubesinnen. Anders ist sein Umgang mit der Berichterstattung über die Spielschulden des Priesters aus seinem Erzbistum nicht zu erklären. Die Kölner Diözese soll insgesamt 1,15 Millionen Euro zum Teil aus einem bischöflichen Sondervermögen zur Tilgung bereitgestellt haben, aus dem auch Missbrauchsopfer entschädigt werden.

"Der psychische Missbrauch ist essenzieller Bestandteil des Kirchendogmas"

Kurz nach dem Kirchenaustritt meiner Verlobten, die immer wieder mit dem Austrittsgedanken gespielt hatte, erfolgte nach 32 Jahren die tatsächliche Austrittserklärung. Kurz danach kam die Reaktion des Pfarrers: er legte die "schrecklichen Konsequenzen" eines Kirchenaustritts dar. Von solchen erzürnten Reaktionen hatte ich bereits gehört. Selbst ein solches Schreiben in die Finger bekommen hatte ich jedoch noch nicht. Insofern habe ich mich über den Brief der Kirche regelrecht gefreut: Eine willkommene Gelegenheit für einen Seitenhieb und eine Prise Spott.

28. Subventionsbericht der Bundesregierung: Über 4 Milliarden für die Kirchen

Während es zuletzt zu den sogenannten Staatsleistungen in Höhe von jährlich rund 549 Millionen Euro, die als staatliche Entschädigungszahlungen für im 18. und 19. Jahrhundert erfolgte Enteignungen der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland von der öffentlichen Hand an die beiden Kirchen gezahlt werden, eine breite Diskussion bis hin zu Bundestagsanträgen gab, gilt die Milliardensubvention für religiöse Gesellschaften im Rahmen der Kirchensteuer als die vergessene Subvention.

Kirchensteuer Ade

Über Geld und Gehälter wird diskutiert, wenn die Leistungen Luft nach oben haben. Nur die Kirchensteuer gibt es weiterhin "umsonst". hpd-Autor Jürgen Roth fordert: Das muss sich endlich ändern!

Kirchensteuereinnahmen sinken weniger stark als erwartet

Fast 800 Millionen Euro weniger nehmen die evangelische und katholische Kirche dieses Jahr ein, so das Ergebnis eines Berichts des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Kirchen kämen damit vergleichsweise gut weg, bisher wurde ein Minus von mehr als einer Milliarde Euro erwartet. Doch auch das IW warnt vor den langfristigen Finanzierungslücken.

Zum Abschied ein Milliardengeschenk an die Kirchen?

Am Montag findet im Innenausschuss des Bundestags eine öffentliche Anhörung über den aktuellen Gesetzentwurf zur Ablösung der Staatsleistungen an die Kirchen statt. Säkulare Experten sucht man unter den eingeladenen Sachverständigen vergeblich. Vertreter kirchlicher Interessen finden sich unter ihnen hingegen reichlich. 

Geldnot der Kirchen? Von wegen!

In vielen Medien ist seit Monaten von einem dramatischen Rückgang der Kirchensteuereinnahmen durch die Corona-Pandemie zu lesen, der die Finanzkrise der Kirchen verschärfe. Eine irreführende Darstellung der Tatsachen, die den immensen Reichtum der Kirchen verschleiert, so Carsten Klink in seinem Kommentar für den hpd.

Spanien: Rekordeinnahmen für die katholische Kirche 2020

In Spanien müssen 0,7 Prozent der Steuern gespendet werden. Ob dem Staat für soziale Zwecke oder der katholischen Kirche, darf dabei selbst gewählt werden. Da die Steuererklärungen für das Jahr 2019 mit dem Beginn der Covid-Pandemie zusammenfielen, konnte die Kirche erfolgreich die Werbetrommel für ihre karitative Arbeit rühren und Rekordeinnahmen von über 300 Millionen Euro einstreichen.