Medizin

Zellfreie Suche nach neuen Antibiotika

Die zunehmende Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika stellt eine wachsende globale Gesundheitsbedrohung dar. Forschende des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie in Marburg entwickelten nun mit Hilfe der Synthetischen Biologie und Künstlicher Intelligenz (KI) einen effizienteren Ansatz zur Entdeckung und Herstellung neuer antimikrobieller Peptide, die gegen ein breites Spektrum von Bakterien wirken können.

Arzt mit kurzen Ärmeln reinigt seine Unterarme

Hygienevorschriften versus Glaubensgebote: Hijab und Burka in indischen OP-Sälen?

Eine kontroverse Debatte entfaltet sich derzeit im indischen Bundesstaat Kerala, die das Spannungsfeld zwischen medizinischer Hygiene und religiöser Freiheit aufzeigt: Eine Gruppe muslimischer Studentinnen fordert, in Operationsräumen langärmelige OP-Jacken tragen zu dürfen. Die Ärzteschaft spricht sich gegen eine Änderung des weltweit bewährten Infektionsschutzes aus. Doch der Druck der Muslime wächst, ihre Glaubenspraxis auch im medizinischen Umfeld wahrnehmen zu können.

Vorsicht Heilpraktiker!

Der Mediziner und renommierte emeritierte Professor für die Erforschung von Alternativmedizin, Edzard Ernst, widmet sein neuestes Buch einer fundierten kritischen Analyse der Ansprüche und Praxis von Heilpraktikern. Er beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Heilpraktiker-Berufes, darunter deren Ausbildung und die rechtliche Situation in Deutschland sowie die meist fehlende wissenschaftliche Evidenz der Wirksamkeit alternativer Heilmethoden mit der Einschätzung potenzieller Risiken für die Patienten.

Gesundheitsforschung: Geschlechtervielfalt stärker berücksichtigen

In der Gesundheitsforschung wird geschlechtliche Vielfalt noch zu wenig erfasst. Das zeigt eine aktuelle Erhebung von Wissenschaftlerinnen des Instituts für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen. Eine Unterscheidung in die Kategorien "männlich" und "weiblich" ist verbreitet, spiegelt aber nicht die Komplexität der biologischen und sozialen Dimensionen von Geschlecht wider.

Quo vadis, Homöopathie?

Am Samstag hat die Vertreterversammlung der Landesärztekammer (LÄK) Baden-Württemberg beschlossen, dass die Homöopathie aus der Weiterbildungsordnung der LÄK gestrichen werden soll. Für das Inkrafttreten bedarf es aber noch einiger Verfahrensschritte wie der Verhältnismäßigkeitsprüfung im Hinblick auf mögliche Einschränkungen der Berufsausübung und letztendlich der Genehmigung der Aufsichtsbehörde.

Organspendeausweis

Der Mangel an Organspendern ist dramatisch

Anfang 2022 war die Zahl der Organspenderinnen und -spender in Deutschland um ein Drittel eingebrochen. Bis jetzt hat sich die Situation kaum gebessert. Dabei trat am 1. März ein neues Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende in Kraft. Doch das Projekt der letzten Bundesregierung stockt und hat Mängel. Bürgerinnen und Bürger müssen selbst aktiv werden.

Jetzt aber!

Das Jahr 2018 brachte eine Enttäuschung für die Kritiker der Homöopathie: Obwohl das vorher sowohl in Fachkreisen wie der Allgemeinheit vieldiskutierte "Münsteraner Memorandum Homöopathie" die Abschaffung der "Zusatzbezeichnung Homöopathie" in der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer eingefordert hatte, befasste sich der Bundesärztetag in Erfurt gar nicht erst mit diesem Thema. Nun hat der Bundesärztetag 2022 mit großer Mehrheit diesen überfälligen Schritt nachgeholt.

Beschneidungskampagne - vor dem Bundeskanzleramt

Nach Beschneidung auf die Intensivstation

Unzählige Jungen werden jedes Jahr Opfer von Genitalverstümmlung aus religiösen oder kultischen Motiven, oft verharmlosend Beschneidung genannt. Um die barbarische Praxis zu rechtfertigen, verweisen Kulthüter gern auf die angebliche positive Wirkung für die Gesundheit der Opfer. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus, wie zwei kürzlich veröffentlichte wissenschaftliche Studien zeigen. Sie belegen schwerste Komplikationen und Todesfälle bei betroffenen Kindern.

Entgeht das Spike-Protein dem Immunsystem dank eines Faltmechanismus?

Forschende des Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung in Heidelberg und Kollaborationspartner am Max Planck-Bristol Center for Minimal Biology an der Universität Bristol haben einen neuen Ansatz zur Untersuchung von Sars-CoV-2 entwickelt. Für die systematische und standardisierte Erforschung des Coronavirus bauten sie minimalistische synthetische Viruspartikel, in die sie unterschiedliche Strukturen des Sars-CoV-2-Virus wie das Spike-Protein integrieren können. Bei ihrer Forschung entdeckten sie einen Faltmechanismus des Spike-Proteins, durch den das Virus für das Immunsystem des Wirts "unsichtbarer" wird.