Nigeria

24 Jahre Gefängnis für Mubarak Bala

Im April 2020 wurde Mubarak Bala, der Präsident der Humanistischen Vereinigung von Nigeria, verhaftet, weil man ihm Blasphemie vorwarf. Fast zwei Jahre lang kämpften seine Weggefährten sowie internationale Organisationen um seine Freilassung. Am Montag wurde Bala nun zu einer Strafe von 24 Jahren Gefängnis verurteilt. 

Schaufensterpuppen

Völlig kopflos

Einer der zwölf nach islamischem Recht geführten Bundesstaaten des bevölkerungsreichsten afrikanischen Landes, Nigeria, versucht sich an einer äußerst ausschweifenden Auslegung der Scharia. Seit einiger Zeit ist es Schneider*innen und Boutiquen in Kano nämlich verboten, Schaufensterpuppen zur Präsentation ihrer Kollektionen zu nutzen – außer, die Puppe hat weder Kopf noch Körperform.

Hexenverfolgungen sind noch immer ein gewaltiges Problem

Wer an Verfolgungen wegen Hexerei denkt, hat meist Europa zu Zeiten des christlich geprägten Mittelalters im Sinn. Doch auch heute noch gibt es Regionen, in denen Frauen aufgrund vermeintlich magischer Fähigkeiten verfolgt, gefoltert oder umgebracht werden. Unter anderem in Ghana und Nigeria ist diese Handhabung noch immer weit verbreitet. Nun begehren Teile der Politik, Wissenschaft und Gesellschaft jedoch auf, um dieses grausame Relikt aus der Vergangenheit einzudämmen. Bislang allerdings mit bescheidenem Erfolg.

Nigeria: Nach Verurteilung zu zehn Jahren Haft wegen Blasphemie ist 13-Jähriger frei

Nachdem Omar Farouq im August 2020 mit gerade einmal 13 Jahren wegen des Vorwurfs der Blasphemie zu zehn Jahren Haft verurteilt worden war, protestierten zahlreiche Menschenrechtsorganisationen und Einzelpersonen. Nach Berufung hob der oberste Gerichtshof des nordnigerianischen Bundesstaates Kano das Ersturteil des Scharia-Gerichtes mit der Begründung auf, Farouq habe keinen juristischen Beistand gehabt.