Rechtspopulismus

Pegida-Demonstration am 25. Januar 2015 in Dresden

Die Angst-Prediger

Die Journalistin Liane Bednarz legt mit "Die Angst-Prediger. Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern" eine Darstellung zum Thema vor. Einerseits liefert sie viele Informationen und stellt ihre Sachkenntnis dar, andererseits bleibt das Buch doch eher auf einer beschreibenden journalistischen Ebene ohne Gesamteinschätzung stehen.

"Gäriger Haufen"

Der Politikwissenschaftler Hajo Funke und die Journalistin Christiane Mudra legen mit "Gäriger Haufen. Die AfD: Ressentiments, Regimewechsel & völkische Radikale" ein Buch zu der Partei vor. Zwar erhält man auf engem Raum eine informative und kritische Darstellung, die aber hinsichtlich der Einordnungen oberflächlich bis widersprüchlich ist.

Begriffe und Vordenker der Neuen Rechten

Der Politikwissenschaftler Klaus-Peter Hufer legt mit "Neue Rechte, altes Denken. Ideologie, Kernbegriffe und Vordenker" ein Buch mit Ausführungen zu Begriffen und Vordenkern dieser Richtung vor. Während die theoretischen Teile nicht immer so gelungen sind, findet man doch wichtige Anregungen zur Dekonstruktion von "Kampfbegriffen" des gemeinten politischen Lagers.

Diskursanalysen zum Rechtspopulismus

Die Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak legt in ihrem Buch "Politik mit der Angst. Zur Wirkung rechtspopulistischer Diskurse" Reflexionen zu Ausgrenzung, Identitätsversprechen, Nationalismus und Provokationen durch einschlägige politische Akteure vor. Dabei arbeitet die Autorin eine Fülle von Gemeinsamkeiten heraus, welche anhand von Fallbeispielen ganz unterschiedlicher Populisten in verschiedenen Ländern verdeutlicht werden.

Wie rechte Populisten Politik machen

Der Politikwissenschaftler Johannes Hillje legt mit "Propaganda 4.0. Wie rechte Populisten Politik machen" ein erstes Buch zum Kontext von Medien und Rechtspopulismus vor. Es handelt sich eher um eine argumentativ reflektierende, weniger um eine streng wissenschaftliche Arbeit, die aber gleichwohl viele beachtenswerte Analysen und Reflexionen zur Medienstrategie von Rechtspopulisten enthält.

Absurde Pauschalisierungen zur Bewertung von Kritik an der israelischen Regierung

Der Publizist Abraham Melzer will in seinem Buch "Die Antisemiten-Macher. Wie die neue Rechte Kritik an der Politik Israels verhindert" die angebliche Instrumentalisierung des Antisemitismus-Vorwurfs gegen Kritiker der israelischen Regierung problematisieren. Auch wenn der Autor in Einzelfällen dafür Fallbeispiele benennen kann, versteigt er sich teilweise zu absurden Pauschalisierungen – und verschenkt damit ein wichtiges Thema.

Die völkische Rebellion der Neuen Rechten

Der Politikwissenschaftler Samuel Salzborn geht in seinem Buch "Angriff der Antidemokraten. Die völkische Rebellion der Neuen Rechten" der Entwicklung einschlägiger Intellektuellenströmungen nach. Der Autor erweist sich als guter und kritischer Kenner der Materie, stellt aber hier meist frühere Aufsätze zu einem Buch zusammen, wodurch es nicht immer als geschlossen und rund erscheint.