Seine Schriften, er selbst, alles war Kult

George Gordon Byron

* 22. Januar 1788 in London, Δ 19. April 1824 in Missolunghi/Griechenland.
Baron of Byron, immer Lord Byron genannt,
englischer Dichter,

Byron war zugleich brillanter freigeistiger Denker und Lebemann in einer Person, begnadeter Dichter und Bürgerschreck, Weltbürger und politischer Rebell, mit anderen Worten eine Kultfigur.

Der junge Lord Byron, der diesen Titel mit 10 Jahren von seinem Großvater erbte, entwickelte schon früh einen rebellischen Geist. Seine unglückliche Kindheit war durch eine psychisch instabile Mutter, die immer wieder versuchte die angeborene Deformierung seines rechten Fußes wegbehandeln zu lassen und finanzielle Probleme geprägt.

Bereits 1806 veröffentlichte Byron seinen ersten Gedichtband, der sich außerordentlich gut verkaufte. 1809 nunmehr Volljährig und damit im Besitz seines Erbes konnte er, wie es bei jungen Herren aus besseren Kreisen damals üblich war, auf eine Europareise gehen. Nach seiner Rückkehr wurde Byron 1812 durch die Publikation der ersten Teile von „Ritter Harolds Pilgerfahrt" schnell bekannt. In Europa wurde seine Reiseschilderung in Versen regelrecht verschlungen. Da der Autor so schillernd und schön, intelligent, melancholisch und vielgereist wie seine Hauptfigur war, vermischten sich in den Köpfen der Leser Realität und Fiktion, was zu einer enormen Nachahmungswelle führte. Sie kopierten Byron in allen Details, Byron war Kult. Seine Werke, die der englischen Spätromantik zuzuordnen sind, sind geprägt von Ablehnung gegenüber althergebrachten Strukturen. Seine Helden sind, wie er selbst, intelligent, mutig und leidenschaftlich, jedoch gleichermaßen verletzlich und einsam, so dass ihnen letztlich Zufriedenheit und Glück versagt bleiben. Er beeinflusste auch viele Dichter seiner Zeit. Goethe und Byron bewunderten sich wohl gegenseitig, denn neben einer umfangreichen Korrespondenz widmete Byron ihm sein Werk „Manfred“ als Antwort auf dessen „Faust I“ und Goethe wiederum mit der Figur des Euphorion im „Faust II“

In seiner englischen Heimat sah sich Byron aufgrund seines Lebenswandels wiederholt der Kritik und den Anfeindungen der dortigen Gesellschaft ausgesetzt. Er ließ er sich in Venedig nieder und betätigte sich, inspiriert durch seine italienische Geliebte, auch politisch. Er schloss er sich einer Geheimorganisation an, die das Ziel hatte, die italienische Krone durch eine Demokratie nach den Grundsätzen der französischen Revolution zu ersetzen. 1823 reiste er nach Griechenland und engagierte sich dort im Unabhängigkeitskrieg gegen die türkische Herrschaft. Er nahm das ihm angebotene Kommando über die freien griechischen Streitkräfte an und versuchte die Splitterparteien Griechenlands im Kampf gegen die Türken zu vereinen. Das Ergebnis seiner Bemühungen sah er nicht mehr. Lord Byrons Tod am 19. April 1824 im Freiheitskampf der von ihm geliebten Griechen gegen die Türken (auch wenn er nicht im Kampf, sondern an einer falsch behandelten Lungenentzündung starb) trug noch vollends zur Legendenbildung um seine Person bei. Wegen seines Engagements für die griechische Unabhängigkeitsbewegung ist er dort bis heute hoch angesehen.

Byron war ein strikter Deist, der alle Offenbarungsreligionen ablehnte. Als er 1808 seinen Sitz im House of Lords einnahm, weigerte er sich, den religiösen Eid abzulegen.

Zitat:
„Nur Mut! Folgt meinem Beispiel. Ich bin ein Weltbürger. Alle Länder sind mir gleich lieb.“