Rezensionen

Hamed Abdel-Samad

Ein Warnruf

Der studierte Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad legt mit "Aus Liebe zu Deutschland. Ein Warnruf" sein neues Buch vor, worin er vor den Gefahren angesichts von ungelösten Identitätsproblemen warnt. Der Autor hat sich indessen vom Thema her ein wenig zu viel vorgenommen, reißt er doch viele drängende Fragen berechtigterweise an, ohne aber diese dann ausführlicher und differenzierter zu erörtern.

Die bunten Elefanten und das große Buch

Ein autoritätskritisches Bilderbuch für Klein und Groß legen Ziska und Ruben August Fischer mit "Die bunten Elefanten und das große Buch" vor. Kindgerecht wird vermittelt, warum es sinnvoller ist, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, als Propheten und ihren Büchern zu folgen.

Kampfsport und Rechtsextremismus

Robert Claus veranschaulicht in seinem etwas unpassend betitelten Buch "Ihr Kampf. Wie Europas extreme Rechte für den Umsturz trainiert", dass Kampfsport für Rechtsextremisten immer attraktiver wird und man auch länderübergreifend zusammenarbeitet. Das Buch macht dies in eher journalistisch gehaltenen Berichten anhand von vielen Beispielen deutlich und plädiert berechtigt für mehr Aufmerksamkeit für solche Kontexte.

Eine gelbe Milbe durch ein Elektronenmikroskop

Wissenschaft ist wunderschön

Erfolgreiche populärwissenschaftliche Autoren beleuchten die Faszination wissenschaftlichen Fortschritts, indem sie neben wissenschaftlicher Betrachtungsweise auch die Perspektiven interessierter Laien einnehmen und mit vereinfachtem Fachvokabular Spannungsbögen erzeugen. Der junge promovierte Quantenphysiker und Wissenschaftspublizist Florian Aigner verfügt über diese Fähigkeit; im vorliegenden Buch vermittelt er – tiefgründig und humorvoll – wissenschaftliche Erkenntnisse und die Grundlagen wissenschaftlichen Denkens.

Aus der Geschichte lernen: Die New-Deal-Politik von Roosevelt

Steffen Lehndorff beschreibt in seinem kurzen Buch "New Deal heißt Mut zum Konflikt. Was wir von Roosevelts Reformpolitik der 1930er Jahre heute lernen können" auf engem Raum die Politik, welche die damalige US-Regierung gegen die Weltwirtschaftskrisenfolgen unternahm. Kenntnisreich werden die verschiedenen Aspekte der damaligen Reformmaßnahmen, auch bezogen auf die Interaktion von Regierung und Volk, thematisiert, woraus durchaus Merkmale für eine tragfähige Reformpolitik ableitbar wären.

Fackelzug der FDJ zur Gründung der DDR am 7. Oktober 1949

Die DDR als kulturhistorisches Phänomen

Pünktlich zum 30. Jahrestag des Beitritts der DDR zum Geltungsgebiet des Grundgesetzes am 3. Oktober 1990 erschien der repräsentative Band zur DDR als kulturellem Phänomen. Er enthält an die 20 Texte, von denen die meisten etwa ein Jahr zuvor auf einer wissenschaftlichen Tagung der Leibniz-Sozietät gehalten und diskutiert wurden.

Demonstranten in der Innenstadt von Kairo

Arabische Revolution – was nun?

"Nun sind die arabischen Verflechtungen des 'Wer mit wem gegen wen' eigentlich schon kompliziert genug. Aber der Nahe Osten wäre nicht der Nahe Osten, wenn es nicht noch komplizierter ginge." Der Nahost-Korrespondent verschiedener deutschsprachiger Medien sowie Leiter des ORF-Nahostbüros und Buchautor, Karim El-Gawhary, legt als einer der besten Kenner der Region eine profunde Analyse der verworrenen Situation nach dem "Arabischen Frühling" vor.

Heilige Schriften zwischen Opferkult und Wortgottesdienst

Dem Alibri Verlag, bekannt durch seine religionskritischen Schriften, ist es mit der Publikation des vorliegenden Buches gelungen, einen der bedeutendsten deutschen Religionswissenschaftler als Autor zu gewinnen: Hartmut Zinser war bis 2011 Professor an der Freien Universität Berlin. Zu seinen neueren Werken zählen die Bücher "Grundfragen der Religionswissenschaft" und "Religion und Krieg".

Verschleiertes Mädchen

"Generation Haram"

Melisa Erkurts "Generation Haram" stellt eine Art Gegenentwurf zu Susanne Wiesingers "Kulturkampf im Klassenzimmer" dar. Erkurt kritisiert, dass Kinder von Migranten im österreichischen Bildungssystem diskriminiert werden, und fordert, dass sich die Bildungspolitik den Lebenswelten aller Schülerinnen und Schüler anpassen müsse.