Ein Mahnmal für die noch lebenden Bischöfe im Bistum Trier

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Blick auf Trier
Trier

Es gilt als gesichert, dass der ehemalige Trierer Bischof Bernhard Stein Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder vertuscht hat. Bistum und Stadt zogen Konsequenzen. Die örtliche Betroffeneninitiative MissBiT begrüßt dies.

Wie von dem Verein gefordert, wurde der "Bischof-Stein-Platz" in Trier nun umbenannt, in "Platz der Menschenwürde". Außerdem wurde dem früheren geistlichen Oberhaupt die Ehrenbürgerwürde aberkannt. Auch das hatte MissBiT e.V. – Missbrauchsopfer & Betroffene im Bistum Trier gefordert. Die Organisation spricht von der "öffentlichen Feststellung eines unsäglichen Versagens". "Nach jahrelangen Recherchen und Bemühungen, insbesondere unseres 1. Vorsitzenden Dr. Thomas Schnitzler, ist damit ein neues Kapitel im jahrzehntelangen Missbrauchsskandal im Bistum Trier aufgeschlagen. Klerikales Vertuschertum ist nun erstmals zivilgesellschaftlich sanktioniert", schreibt MissBiT in einer Pressemitteilung.

Der Verein prophezeit ähnliche Folgen für den bereits verstorbenen Bischof Hermann Josef Spital und Kardinal Reinhard Marx, der vor seiner Amtszeit in München und Freising Bischof von Trier war, sowie für den amtierenden Bischof Stephan Ackermann, der zwölf Jahre lang ausgerechnet das Amt des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz bekleidet hatte. Die Aufarbeitungskommission arbeite sich in die Neuzeit vor. MissBiT fordert die beiden noch lebenden Bischöfe auf, "die Fälle, in denen sie vertuscht haben, umgehend offenzulegen".

Die Betroffeneninitiative spricht dem Oberbürgermeister von Trier, Wolfram Leibe, ihren Dank für seinen sorgsamen Umgang mit dem Thema und die schnelle Umsetzung der Umbenennung aus. Auch bedankt sie sich bei den Grünen, die sich seit Jahren mit dafür eingesetzt hätten, dass der Platz einen neuen Namen bekommt. Dagegen verurteilt der Verein das Vorgehen von CDU-Stadtrat und Oberstaatsanwalt a.D. Thomas Albrecht auf schärfste. "Ohne jegliches Fingerspitzengefühl wollte Herr Albrecht die Umbenennung in letzter Minute verhindern", heißt es dazu. "In den vielen Jahren seines Wirkens als Staatsanwalt hätten wir uns einen solchen Eifer im Zusammenhang mit der Verfolgung sexuellen Missbrauchs durch Kleriker im Bistum Trier eher gewünscht."

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