Gottlose Schafe an der Hauptwache

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Schafsmaske / Fotos: Gunnar Schedel

FRANKFURT. (hpd) Am Pfingstsamstag gab es an der Frankfurter Hauptwache eine Straßentheateraktion zu sehen. Im Rahmen des Kirchenaustrittsjahres wurde thematisiert, wofür die Kirchensteuer verwendet wird – und wofür nicht. Durchgeführt wurde die Aktion von den Leuten vom „Gottlosenstammtisch“.

Wer am Samstag um die Mittagszeit in Frankfurt vom Goetheplatz zur Katharinenkirche lief, stieß vor der Hauptwache auf ein Gatter, das in der Form eines Kreuzes aufgestellt war. Darin befand sich eine kleine Herde von „Schafen“, die Flugblätter verteilte. Wer die Materialien der Kirchenaustrittskampagne kennt, konnte sich an einen der Aufkleber erinnert fühlen. Dieser zeigt einen Schafpferch, aus dem die Schafe gerade ausbrechen. Und so warben die mit einem Schafgesicht Maskierten denn auch für den Kirchenaustritt.

Gelungene Generalprobe

Neben den Faltblättern der Kirchenaustrittskampagne wurden auch Handzettel mit Informationen zum Kirchenaustritt in Frankfurt und Umgebung verteilt. Außerdem wurde der „Gottlosenstammtisch“ vorgestellt, der sich jeden zweiten Mittwoch im Monat im Restaurant Bürgerhaus Bornheim trifft. Widerspruch gab es kaum, ein einziger Passant, zerriss demonstrativ das Faltblatt.

 

Der Auftritt dauerte eine halbe Stunde, dann verwandelten sich die „Schafe“ wieder in Mitglieder des Frankfurter „Gottlosenstammtisches und das Gatter wurde abgebaut. Martin Wagner, einer der Initiatoren, zeigte sich ganz zufrieden mit der Resonanz. Im Laufe des Sommers soll die Aktion wiederholt werden. „Das war heute mal ein Testlauf“, sagt er, „wenn beim nächsten Termin mehr Schafe dabei sind, wird das dann die eigentliche Premiere“. Vielleicht im September, wenn der Papst in Deutschland sein wird.

Infostand der Säkularen Humanisten

Ein paar Meter weiter war der Infostand der Säkularen Humanisten Rhein-Main aufgebaut. Dort gab es Informationen für alle, die sich nicht oder nicht nur für Kirchensteuer und Kirchenaustritt interessieren. Sechsmal im Jahr ist die Regionalgruppe der Giordano Bruno Stiftung (gbs) mit solchen Ständen in verschiedenen Städten im Rhein-Main-Gebiet präsent. Auch hier herrschte Zufriedenheit am Stand vor. Nicht nur, weil das Wetter an diesem Samstag hielt, sondern auch weil das Interesse besonders rege war. Viele Leute blieben am Stand stehen, diskutierten, nahmen Faltblätter und Broschüren mit.

Der nächste Infostand ist für Anfang Juli vorgesehen.

Gunnar Schedel
 

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