Die extreme katholische Rechte hat am 11. Dezember 2011 in Paris wieder gegen Gotteslästerung, Christenfeindlichkeit, kreative Freiheit und Modernität demonstriert. Anlass ist die Aufführung des Theaterstucks Golgota picnic von Rodrigo García im Théâtre du Rond-Point.
Zunächst hielt Alain Escada, Generalsekretär der Organisation Civitas, eine extrem gewalttätige Anklage gegen die Medien. Er warnte vor Nihilismus, erklärte den Journalisten, dass "unsere Art des Denkens Ihnen fremd ist“, und rief sie auf, sich von ihren Sponsoren und von ideologischem Unsinn zu befreien. Die umstrittenen Kunstwerke seien nur "Blasphemie, anti-christliche Provokationen" und in Golgota picnic seien die "Worte und Gesten fast pornografisch und blasphemisch", insgesamt „laizistischer Fundamentalismus“. Das ehemalige Mitglied der belgischen extemrechten frankofonen Partei „Front National“ endete mit einem Aufruf, sich "in der Gesellschaft als Katholik zu beteiligen“, um so zu einer "Re-Christianisierung des Denkens" zu kommen.
An der Demonstration nahmen viele Priester teil und unter ihnen zwei Säulen der Priesterbruderschaft St. Pius X. Die Slogans sind identisch mit denen des 29. Oktober (hpd berichtete). So u. a. "Es ist der Katholizismus, der Frankreich machte“, und logischerweise wurde dann auch gerufen: "Nieder mit der Republik, lang lebe der König".
Am Ende der Demonstration hielt Pater Regis Cacqueray, Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X, eine Predigt, welche die wahre ideologische Grundlage der Veranstaltung aufdeckte. Auf der einen Seite seine Thesen gegen den Kult der Freiheit und auf der anderen Seite ein mystisches Delirium über den Teufel. Kern war das Dogma, dass der Mensch einer natürlichen und übernatürlichen Ordnung ausgesetzt sei, die er nicht auswählen und gegen die er nichts tun könne. Sich denen zu unterwerfen, sei die Aufgabe des Gläubigen. Weil: "Luzifer ist es, der die Fahne der Revolution gegen Gott schwenkte" bzw. "die Infragestellung des Prinzips der Autorität ist das Böse“.





