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derstandard.at 06.11.2012 · Nr. 14284

ORF: Unausgewogen, zumindest hinsichtlich Religion

Die Debatte um den Kultur- und Bildungsauftrag des ORF entzündet sich immer wieder am Programm. Es wird kritisiert, dass es für einen öffentlich-rechtlichen Sender zu wenig ausgewogen sei. [...]

Die Tatsache, dass ganze zehn Prozent der Bevölkerung, das sind immerhin 840.000 Mitbürger, dezidierte Atheisten sind (das sind mehr als die Kirchgänger), ist der ORF-Führung glatt entgangen. Sendungen wie "Orientierung", die ein entsprechendes religiöses Weltbild propagieren, an dem man sich "orientieren" soll, werden vom mündigen Bürger eher als Belangsendung empfunden, denn der eigenständig denkende Bürger orientiert sich selbst. Der aufgeklärte Konsument darf objektive und sachliche Information erwarten, ist an weiterer Aufklärung interessiert. Religion als ein in sich selbst beharrendes Element ist genau das Gegenteil. Religion kann daher auch nicht im Interesse des ORF liegen, abgesehen davon, dass diese Sendungen die Langeweile schon fix eingebaut haben, selbst wenn sie gut gemacht sind.