Frankfurter Rundschau 4 Mai 2007 Nr. 1850

"Kritik am Papst ist Terror"

Weil sich der Vatikan unter Benedikt XVI. verstärkt in die italienische Politik einmischt, ist das Klima vergiftet. Zehn Tage vor einer Massendemonstration von Katholiken gegen die Familienpolitik der Regierung nehmen die Spannungen zwischen Amtskirche und Laizisten zu.
Padre Federico Lombardi wollte am Mittwochabend beruhigend wirken: Aus einer "Blödheit" solle "keine Tragödie" werden. Diese Mahnung des päpstlichen Sprechers kam erst, als das Vatikan-Blatt L'Osservatore Romano schon mit der ganz großen Wortkanone geschossen hatte: "Es ist Terrorismus, Angriffe gegen die Kirche zu starten. Es ist Terrorismus, blinde und unvernünftige Wut gegen den zu fördern, der immer im Namen der Liebe, der Liebe zum Leben und der Menschenliebe spricht. "