Gedenktage

Hardwick Hall, Derbyshire 4.12.1679

Thomas Hobbes

(* 5. April 1588 in Westport, Wiltshire; Δ 4. Dezember 1679 in Hardwick Hall, Derbyshire) war ein englischer Mathematiker und Philosoph, der zu den bedeutendsten Wissenschafts- und Staatstheoretikern der beginnenden Neuzeit gehört.

Er wandte sich gegen die damals an den Universitäten vorherrschende aristotelische Scholastik und setzte sich für eine materialistische, an der Mathematik und den Naturwissenschaften orientierte Weltsicht ein. Damit revolutionierte er das Denken. Im Unterschied zur damaligen Sichtweise waren seine Auffassungen von der Ethik und der Politik frei von allen religiösen und theologischen Gesichtspunkten. In seiner Staatstheorie weist Hobbes jede religiöse oder metaphysische Begründung des Staates zurück. Der Staat sei eine rein menschliche Erfindung und nur auf Zweckmäßigkeit gegründet.

Der Sohn eines Landgeistlichen konnte sehr früh lesen und schreiben und wurde mit acht Jahren in einer Privatschule in den klassischen Sprachen unterrichtet. Mit vierzehn Jahren begann sein Studium der Logik und Physik an der Universität Oxford. Nach seinem Abschluss 1608 in Oxford wurde er Hauslehrer bei der angesehenen Familie Cavendish. Diesen Posten hatte er mit einigen Unterbrechungen bis zu seinem Lebensende inne.

Seine Erziehertätigkeit in einer der führenden Adelsfamilien Englands, die ihn lebenslang unterstützte, verschaffte ihm die Möglichkeit zu ausgedehnten Reisen und Kontakt zu führenden Denkern seiner Zeit. So kam er u.a. mit René Descartes, Galileo Galilei und Pierre Gassendi zusammen. Zwischen 1622 und 1626 arbeitete er als Sekretär für den Philosophen Francis Bacon.

Während der Revolution in England emigrierte er 1640 nach Paris, da er als Anhänger des Königs hervorgetreten war. Dort setzte er seine wissenschaftliche Arbeit fort und veröffentlichte mehrere Schriften. Sein Materialismus und seine Kritik an der katholischen Kirche, deren Herrschaft er als "Reich der Finsternis" bezeichnete ließen ihn eine Verfolgung in Frankreich befürchten, so dass er 1651 nach England zurückkehrt, wo er sich mit dem Cromwell-Regime arrangierte. Als dann im gleichen Jahr in London sein Hauptwerk „Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines bürgerlichen und kirchlichen Staates" erschien, sah sich Hobbes auch dort diversen Anfeindungen ausgesetzt. Jedoch konnten seine zum Teil einflussreichen Freunde ihn vor juristischer Verfolgung beschützen.

Er wurde mit dem Vorwurf konfrontiert, Atheist und Häretiker zu sein. Ersteres zu Unrecht, denn er stellte die Existenz eines Gottes und die Religion nicht grundsätzlich in Frage. Das Zweite stimmt, denn seine Theologie war sehr unorthodox und zog diverse christliche Glaubensgrundsätze in Zweifel. Er hatte ein sehr pragmatisches Verhältnis zur Religion. Von der biblischen Überlieferung betrachtet er nur ein Minimum als verbindlichen Glaubensinhalt.

Zitat:
»Die Glaubensgeheimnisse muss man wie heilsame, aber bittere Pillen ganz hinunterschlucken; wenn man sie zerkaut so werden sie gewöhnlich ausgespieen.«