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eurekalert.org 29 Jan 2010 Nr. 8699
Bienen erkennen menschliche Gesichter, indem sie die Anordnung der Gesichtszüge zur Wiedererkennung nutzen.
Im Alltag besteht für Bienen keine Notwendigkeit, menschliche Gesichter zu erkennen. Als Adrian Dyer von der Monash University im Jahre 2005 die faszinierenden Insekten darauf trainierte, Bilder menschlicher Gesichter mit leckeren Zuckersnacks zu assoziieren, schienen sie genau dazu imstande zu sein.
Martin Giurfa von der Université de Toulouse in Frankreich vermutete allerdings, dass die Bienen nicht lernten, Menschen zu erkennen. „Weil die Bienen mit einem Zuckertropfen belohnt wurden, wenn sie Fotografien von Menschen wählten, war das, was sie tatsächlich sahen, seltsame Blumen. Die wichtige Frage war, welche Strategie sie nutzen, um zwischen Gesichtern zu unterscheiden“, erklärt Giurfa. Er fragte sich, ob die Insekten wohl die relative Anordnung (Konfiguration) der Gesichtszüge erlernten, nahm Kontakt mit Dyer auf und schlug vor, systematisch zu testen, welche Gesichtszüge eine Biene zu erkennen lernte, damit sie zu den Gesichtsfotos zurückkehrte. Das Team veröffentlichte seine Entdeckung im Journal of Experimental Biology.
Gemeinsam mit Aurore Avargues-Weber untersuchte das Team, ob die Bienen lernen konnten, zwischen einfachen, gesichtsähnlichen Bildern zu unterscheiden. Sie verwendeten Gesichter, die aus zwei Punkten für die Augen, einem kurzen vertikalen Strick für die Nase und einer längeren horizontalen Linie für den Mund gemacht wurden. Avargues-Weber trainierte damit die Bienen, zwischen einem Gesicht, in welchem die Gesichtszüge zusammengezogen und einem anderen, in dem die Gesichtszüge auseinander gezogen waren, zu unterscheiden. Nachdem sie die Biene darauf trainiert hatte, eine der zwei Gesichter aufzusuchen, indem sie sie mit einer schwachen Zuckerlösung belohnte, untersuchte sie, ob die Biene das Muster erkannte, indem sie die zuckrige Belohnung wegließ und abwartete, ob die Biene zum korrekten Gesicht zurückkehrte. Das tat sie.
Also konnten die Bienen lernen, Muster zu erkennen, die wie Gesichter organisiert waren, aber konnten sie lernen, Gesichter zu „kategorisieren“? Konnten die Insekten darauf trainiert werden, Muster als gesichtsähnlich versus nicht-gesichtsähnlich zu klassifizieren und konnten sie unterscheiden, dass ein Bild, welches sie zuvor nicht gesehen hatten, zur einen oder anderen Klasse gehörte? Um diese Fragen zu beantworten, trainierte Avargues-Weber die Bienen, indem sie ihnen fünf Paare unterschiedlicher Bilder zeigte, auf denen jeweils ein Bild ein Gesicht darstellte und das andere ein Muster mit Punkten und Strichen. Bienen wurden stets mit Zucker belohnt, wen sie das Gesicht besuchten und erhielten nichts beim Besuch des Nicht-Gesicht-Musters. Nachdem sie die Bienen entsprechend trainiert hatte, zeigte sie ihnen ein vollkommen unbekanntes Bilderpaar, um zu sehen, ob die Bienen das gesichtsähnliche Bild aussuchen würden. Bemerkenswerterweise taten sie das. Die Bienen waren imstande, die Gesichtsbilder zu lernen, nicht weil sie wissen, was ein Gesicht ist, aber weil sie das relative Arrangement und die Ordnung der Gesichtszüge gelernt hatten. (...)
Wirklich erstaunlich ist, dass ein Insekt mit einem Gehirn von der Größe einer Stecknadel diese Art der Bildanalyse beherrscht, da wir komplette Hirnregionen für dieses Problem einsetzen. (...)