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Junge Welt.de 16 Jul 2010 Nr. 9960
Am Sonntag beginnt in Wien die Weltaidskonferenz. Auch »Feminisierung« der Krankheit und Präventionsmöglichkeiten sind Themen der Tagung
Von Mareen Heying
Weltweit leben 95 Prozent der 33 Millionen mit dem HI-Virus infizierten Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Galt HIV/AIDS nach dem ersten Auftreten in den 80er Jahren vor allem als Problem schwuler Männer und Heroinabhängiger, so sind heute 50 Prozent der Betroffenen Frauen – im südlichen Afrika sogar 59 Prozent. Die »erworbene Immunschwäche« (Acquired Immune Deficiency Syndrome) ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute weltweit die wichtigste Ursache für Krankheit und Tod von Frauen im gebärfähigen Alter.
Anläßlich der diesjährigen Weltaidskonferenz vom 18. bis 23. Juli in Wien hat das österreichische Netzwerk Women in Development Europe (WIDE) ein Positionspapier veröffentlicht. Darin fordern die Autorinnen, »gezielte Maßnahmen zur Verwirklichung der sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen umzusetzen«. Benannt werden wesentliche Gründe für die »Feminisierung« von HIV/AIDS: Vor allem in Asien und Afrika sind dies die starke Diskriminierung und damit verbundene gesellschaftliche Normen und Traditionen wie Zwangsverheiratung oder Genitalverstümmelung, die verbreitete sexualisierte Gewalt, ökonomische und soziale Benachteiligung, aber auch der Sextourismus. (...)